Erstellt am 07. November 2015, 20:43

von Bernhard Fenz

SVM-Pleite in Wolfsberg. Der SV Mattersburg musste sich beim Auswärtsspiel gegen den WAC den Kärntnern mit 1:2 geschlagen geben.

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Nach der 1:2-Niederlage gegen die Austria ging die Mannschaft von Trainer Ivo Vastic somit zum zweiten Mal in Folge leer aus.

<strong>Tabelle der tipico Bundesliga</strong>

WAC – MATTERSBURG 2:1. Dabei schien es speziell in der ersten Hälfte lange Zeit so, als ob die Burgenländer aus Wolfsberg zumindest einen Punkt – wenn nicht mehr - mitnehmen könnten. Gleich zu Beginn fand der für Martin Harnik nachnominierte Neo-Teamspieler Karim Onisiwo nach Vorlage von Michi Perlak eine Gelegenheit vor, der Ball landete aber am Außennetz. Die erste Halbzeit gestaltete sich jedenfalls ausgeglichen, beide Teams fanden in einer immer wieder vor sich hinplätschernden Begegnung auch stärkere Phasen mit Chancen vor. Beim SVM war das sichtbar in Form einer guten Jano-Flanke, die Markus Pink nur knapp verfehlte, in einer guten Gelegenheit nach starker Onisiwo-Vorarbeit und –Flanke, in einem Schuss von Manuel Prietl, einem Kopfball von Markus Pink oder in einem Alleingang von Thorsten Röcher, der die Kugel aber über das Tor jagte.

Der WAC wiederum klopfte durch Boris Hüttenbrenner bei einem Kopfball, durch Nemanja Rnic (der am Fünfer zum Ball kam, aber an Markus Kuster scheiterte) oder durch Jacobo (mit einem Schuss) am Gehäuse der Burgenländer an.

Vorentscheidung kurz vor und kurz nach der Pause

Als alle schon mit einer Nullnummer zur Halbzeit gerechnet hatten, klingelte es aber doch noch – und zwar im Tor der Mattersburger.
45. Minute: Flanke des WAC, Manuel Prietl will klären, der Ball springt ab, Prietl auf den Kopf und von dort auf die Brust von  Kuster – Issiaka Quedraogo steht goldrichtig und schiebt den Ball ins Tor – ein höchst unglücklicher und kurioser Treffer.

Dem nicht genug, legten die Kärntner rasch nach der Pause auch noch entscheidend nach. 51.  Minute: Guter Vorstoß des WAC über Joachim Standfest, der auf Quedraogo querlegt – dieser braucht nur noch einzunetzen. Schönheitsfehler der entschlossen vorgetragenen Offensivaktion: Standfest war einen Hauch vorne im Abseits.
Den WAC wird dieser Umstand aber natürlich nicht kratzen. Schiedsrichter Andreas Kollegger anerkannte den Treffer – und Grün-Weiß hatte in der Folge kein Rezept mehr, um wieder in die Spur zu finden. Die Bemühungen des SV Mattersburg blieben Stückwerk, im Gegenzug war der WAC dem dritten Treffer sogar näher als der SVM dem 2:1.

Der Anschlusstreffer fiel einfach zu spät

Der gelang der Mannschaft von Chefcoach Ivo Vastic dann aber doch noch. Zu Beginn der 94. Minute tankte sich Onisiwo über rechts gekonnt durch und legte zurück auf den Elferpunkt, von wo aus Alex Ibser den Ball über die Linie drückte. Weil der Referee sechs Minuten nachspielen ließ, kam auch kurzfristig noch Hektik auf, Mattersburg konnte aber in der kurzen Zeit nicht mehr entscheidend zusetzen – und dann war Schluss.
Nun geht es (aufgrund des A-Teamlehrgangs inklusive Länderspiel gegen die Schweiz) in die nächste Meisterschaftspause, ehe Mattersburg am 21. November daheim auf Rapid trifft. 
 
STATISTIK
 
WAC - MATTERSBURG 2:1 (1:0).- Torfolge: 1:0 (45.) Quedraogo, 2:0 (51.) Quedraogo, 2:1 (94.) Ibser.
Gelb: Zündel (55., Foul), Jacobo (86., Foul); Prietl (31., Unsportlichkeit).
SR: Kollegger.- Lavanttal-Arena, 3.100.
Mattersburg: Kuster; Farkas, Malic, Mahrer, Maksimenko; Prietl (66. Ibser), Jano; Perlak (83. Ertlthaler), Röcher, Onisiwo; Pink (60. Bürger).
WAC: Dobnik; Standfest, Rnic, Drescher (84. Sollbauer), Palla; Zündel (81. Wernitznig), Rabitsch, Hüttenbrenner, Jakobo; Silvio (74. Putsche), Quedraogo.
 
STIMMEN
 
Karim Onisiwo: „In der ersten Halbzeit hat es nicht so schlecht geklappt, wir müssen vorne aber auch die Dinger machen. In der Pause haben wir uns noch zusammengerauft und wollten Chancen kreieren, das ist dann aber nicht so gut gelungen.“

SVM-Trainer Ivo Vastic: „Wir hatten in der ersten Halbzeit gute Chancen, da waren wir aber nicht entschlossen genug. Nach dem 2:0 war es sehr schwer, der WAC hat sich da zurückgezogen, da war es nicht leicht, durchzukommen. Heute sind wir jedenfalls selbst schuld. Das nächste Spiel haben wir zuhause - wir werden schauen, dass wir aus dieser Niederlage lernen und uns dann anders präsentieren.“

WAC-Trainer Didi Kühbauer: „Man hat gesehen, dass wir versucht haben, das Spiel in den Griff zu bekommen. Es war aber schon sehr wichtig, dass das Spiel durch die Führung zu einem ganz wichtigen Zeitpunkt in unsere Richtung gegangen ist. Da wir auswärts so wenig Punkte geholt haben, sind wir daheim besonders unter Zugzwang. Das haben die Jungs gut gelöst.“