Erstellt am 18. März 2017, 17:54

von Bernhard Fenz

Blitztor und Punkt in Hütteldorf. Der SV Mattersburg entführte beim 1:1 gegen Rapid einen Punkt aus dem Allianz-Stadion. David Atanga gelang schon nach wenigen Sekunden die Führung, am Ende holten die Burgenländer einen wichtigen Zähler im Kampf gegen den Abstieg.

Viel Kampf, aber kein Sieger in Hütteldorf  |  APA

RAPID - MATTERSBURG 1:1. Wie gut kann ein Spiel für Mattersburg (wo Stefan Maierhofer nach seinem überstandenen Jochbeinbruch wieder in der Startformation stand und mit Alois Höller, Lukas Rath sowie Fran Sanchez drei weitere Neue im Vergleich zum 0:3 in Altach aufliefen) eigentlich beginnen?

Auswärts bei Rapid nach einer knappen halben Minute in Führung gehen, trifft den Idealfall eines perfekten Starts schon sehr. Und das kam so: Die Rapid-Fans starteten gerade ihre Sprech-Chöre und einige Spätgekommene suchten noch die Optimalposition auf ihren Schalensitzen, da schepperte es bereits im Kasten von Schlussmann Tobias Knoflach.

Thorsten Röcher brachte David Atanga über die linke Seite an der Abwehr vorbei ins Spiel, der Offensivmann ließ noch einen Gegner per Haken nach innen aussteigen und knallte das Runde ins kurze Eck – 0:1.     

Auch in der Folge zeigten sich die zuletzt schwächelnden Grün-Weißen nicht gerade von ihrer gefährlichsten Seite. Ein zu zentraler Kopfball hier, ein Schuss da, ein wegen Abseits aberkannter Kopfballtreffer von Mario Sonnleitner (21.) dort:

Im Großen und Ganzen konnten die Burgenländer Rapid geschickt rechtzeitig stören und so vom eigenen Gehäuse sowie von potenziellen zwingenden Ausgleichschancen fernhalten.

Ausgleich in der Nachspielzeit von Hälfte eins aus dem Nichts

Als sich die Besucher längst mit dem 0:1-Halbzeitrückstand angefreundet hatten, schlug die Mannschaft von Damir Canadi dann aber doch noch zu. Zwei Minuten Nachspielzeit waren angezeigt und in Minute 47 setzte sich Giorgi Kvilitaia nach einer Flanke gegen Cesar Ortiz per Kopf durch. SVM-Schlussmann Markus Kuster war gegen den Kopfball aus kurzer Distanz chancenlos – 1:1.

Attraktiveres Spiel nach Wiederbeginn

Der SVM zeigte sich von diesem zeitlich extrem ungünstigen Rückschlag aber auch nach dem Wechsel insofern unbeeindruckt, als die Burgenländer weiter ihr Ding durchzogen.

Mehr noch: Weil beide Mannschaften nun auch mehr den Endzweck im Auge hatten, kam ein attraktiveres Spiel (das auch zunehmend an Intensität gewann) als vor der Pause zustande.

Wieder war es David Atanga, der zweimal für Gefahr sorgte – einmal legte die Nummer 29 nach einem Vorstoß auf Stefan Maierhofer ab, dessen Abschluss aber geblockt wurde, ein anderes Mal brachte er Philipp Erhardt ins Spiel, der jedoch ebenfalls scheiterte.

Pech hatte Thorsten Röcher, der klar auf gleicher Höhe postiert von Fran Sanchez eingesetzt wurde und alleine aufs Tor laufen hätte können – die Unparteiischen entschieden in dieser Szene jedoch auf Abseits (59.).

Rapid-Matchball in der Nachspielzeit von Thorsten Mahrer vereitelt

Rapid wiederum erarbeitete sich mit Fortdauer der Begegnung eine optische Überlegenheit und hatte zweimal auch sehr gute Gelegenheiten auf die Führung. In Minute 62 war Jano aber nach einer Vorlage des eingewechselten Louis Schaub an Steffen Hofmann vor der lebenden Rapid-Legende zur Stelle.

Wenig später blieb Markus Kuster im Eins gegen Eins mit Schaub erfolgreich. Es war die bis dahin wohl größte Gelegenheit der Hütteldorfer, die im Finish noch drängten und zu Beginn der Nachspielzeit dann auch tatsächlich noch den Matchball vorfanden.

Kuster konnte einen hohen Ball nicht  bändigen, Thorsten Mahrer rettete per Kopf auf der Linie. Da brannte es im Fünfer der Burgenländer, die das Unentschieden aber über die Zeit bringen konnten.

Fazit: Ein über 90 Minuten gesehen verdientes Remis des SVM, der sich lange Zeit teuer verkaufte. Weiter geht es nach der Länderspielpause dann am 1. April mit dem Heimspiel gegen Ried.

Statements der Trainer

Mattersburg-Trainer Gerald Baumgartner: „Es ist nie leicht gegen Rapid zu spielen. Wir haben bis zum Schluss um den Punkt gekämpft und einen extrem wichtigen Zähler geholt. Natürlich brauchst du am Ende auch ein wenig Spielglück, für uns ist dieses Ergebnis in unserer Situation wie ein Sieg.“

Rapid-Trainer Damir Canadi: „Das Ergebnis taugt uns natürlich nicht, unser Spielplan war nach 30 Sekunden weg. Das war sehr enttäuschend, aber wir sind wieder zurückgekommen. Die letzten und vorletzten Bälle spielen wir leider nicht konsequent genug.“  

STATISTIK

RAPID - MATTERSBURG 1:1 (1:1).- Torfolge: 0:1 (1.) Atanga, 1:1 (47.) Kvilitaia.

Gelb: Kvilitaia (31., Foul), Steffen Hofmann (87., Kritik von der Bank aus); Maierhofer (20., Foul), Röcher (59., Kritik), Höller (87., Foul).

SR: Eisner.- Allianz-Stadion, 19.600.

Rapid: Knoflach; Schösswendter (61. Szanto), Sonnleitner, M. Hofmann; Pavelic, Dibon, Schwab, Schrammel; S. Hofmann (73. Jelic), Trausason (46. Schaub); Kvilitaia.

Mattersburg: Kuster; Höller, Malic, Ortiz, Rath; Erhardt, Jano; Röcher (77. Pink), Atanga, Fran (65. Farkas); Maierhofer (73. Mahrer).