Erstellt am 30. November 2016, 22:31

von Bernhard Fenz

Je ein grüner Punkt. Im Duell der grün-weißen Klubs trennte sich Mattersburg von Rapid Wien mit 1:1.

Martin Ivansich

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MATTERSBURG - RAPID 1:1. Ein Schmelztiegel an Selbstvertrauen war es nicht, der sich an diesem Mittwochabend am Feld des Pappelstadions versammelte. Da der Tabellenletzte Mattersburg, dort die mit drei Niederlagen en suite auch nicht gerade von Erfolg gesegnete Truppe von Neo-Coach Damir Canadi.

Trotzdem hätte Lukas Rath in der zweiten Minute gleich einmal diese Annahme ad absurdum führen können, als er einen abgewehrten Ball von Rapid-Goalie Richard Strebinger im Strafraum volley über das Tor beförderte – maximal einer in Hochform agierenden Mannschaft wäre wohl in dieser Szene ein Tor geglückt.

In Minute neun erkämpfte sich Florian Templ dann mustergültig den Ball, verzettelte sich aber in der Folge – auch so ein Indiz für die fehlende totale Sicherheit im Abschluss.

Rapid? Agierte anfangs vorsichtig und versuchte vorwiegend über die Flanken sein Glück. Einmal drückte Louis Schaub volley ab, sein Kracher landete aber am Außennetz. Ein andermal zog Joelinton zur Mitte und prüfte mit einem Schuss Markus Kuster, der nach langer Verletzungspause erstmals wieder im Tor der Mattersburger stand – der „Einser“ parierte per Faustabwehr.

Erste Topchancen kurz vor und kurz nach der Pause

Kurz vor und kurz nach der Pause kamen die Hütteldorfer dann aber doch zu wirklich guten Gelegenheiten. In der dritten Minute der Nachspielzeit vor dem Wechsel tauchte Giorgi Kvilitaia alleine vor Kuster auf, wollte den SVM-Tormann aber stümperhaft überheben. Danach war es Louis Schaub, der in Minute 49 einen parierten Kvilitaia-Schuss versenken wollte, der anrutschende Alois Höller verhinderte aber das 0:1 und hatte seine Beine dazwischen. Jener Alois Höller, der in der 60. Minute nach einer Flanke das vermeintliche 1:0 erzielte, Referee Dominik Ouschan verwehrte dem Treffer aber die Anerkennung – und entschied auf Abseits.

Erst Jano-Führung, dann Malicsek-Ausgleich

Es sollte schließlich bis kurz vor der Rapid-Viertelstunde dauern, ehe sich wieder einiges tat – und wie. Erst versenkte Jano nach einem Energieanfall von Thorsten Röcher einen Freistoß mit Hilfe der Innenstange zum 1:0 (72.), ehe dem eingewechselten Philipp Malicsek nur vier Minuten später mit einem Flachschuss ins lange Eck der Ausgleich gelang.

Matchball durch Markus Pink

Danach scheiterte abermals Rapids Louis Schaub nach einem Abpraller an der heranrutschenden Mattersburger Abwehr. Es waren aber die Gastgeber, die schließlich den Matchball in Form einer hundertprozentige Möglichkeit liegen ließen. Eckball SVM, der Ball landete im Fünfer vor den Füßen von Markus Pink, der aber den herausstürzenden Strebinger am Fuß traf – die Riesengelegenheit zum 2:1. Trotzdem: Ein Dreipunkter für den SVM wäre über die 90 Minuten gesehen des Guten doch zu viel gewesen, so schnappte sich das Schlusslicht wenigstens einen Zähler.

Weiter geht es für den SV Mattersburg nun am Samstag mit dem Auswärtsspiel in Ried.

Martin Ivansich

 

 

Statements

SVM-Trainer Ivo Vastic: “Das Unentschieden ist gerecht. Wir hatten unsere Möglichkeiten, genauso wie Rapid. Schade ist, dass wir nach der Führung beim Jubeln scheinbar zu viel Kraft gelassen haben und das 1:0 nicht länger verteidigen konnten. Mich freut es aber, dass die Mannschaft nach der bitteren und späten 1:2-Niederlage am Samstag gegen Altach  heute geschlossen und konzentriert aufgetreten ist.“

Rapid-Trainer Damir Canadi: “Wir sind nicht ganz zufrieden mit dem Remis. Vor der Pause muss Kvilitaia bei seiner Großchance finalisieren, nach der Pause hatten wir auch gleich die große Möglichkeit. Da hätten wir das Spiel für uns entscheiden können. Auf der anderen Seite haben wir keine Torchance zugelassen, aber man merkt schon eine gewisse Verunsicherung. Die Sicherheit kommt über die Ergebnisse, daher muss man auch mit den kleinen Dingen zufrieden sein.“

SVM-Goalie Markus Kuster: „Es war eine kompakte Leistung, wir hätten aber noch mehr herausholen können. Mit dem Punkt kann man aber zufrieden sein.“

Thorsten Röcher: „Wir stehen mit dem Rücken zur Wand, gehen dann 1:0 in Führung und können den Vorsprung wieder nicht über die Zeit bringen. Aber ein 1:1 gegen Rapid kann man vom Ergebnis her durchaus positiv werten.“

SVM-Kapitän Patrick Farkas: „Es waren Chancen auf beiden Seiten da – wir hätten in Führung gehen, aber auch in Rückstand geraten können. Leider haben wir das 1:0 nicht länger als fünf Minuten halten können, das ist ärgerlich.“

Rapid-Kapitän Mario Sonnleitner: „Wir haben einfach zu viele hochkarätige Chancen ausgelassen, selber wenig zugelassen, sind dann aber durch eine dumme Standardsituation in Rückstand geraten. Wenigstens ist es noch ein Punkt geworden.“

 

STATISTIK

MATTERSBURG – RAPID 1:1 (0:0).- Torfolge: 1:0 (72.) Jano, 1:1 (76.) Malicsek.

Gelb-Rot: Schrammel (87., Foul).

Gelb: Rath (22., Foul), Templ (56., Foul), Höller (59., Foul); Schrammel (71., Foul).

SR: Ouschan.- Pappelstadion, 3.100.

Mattersburg: Kuster; Höller, Malic, Erhardt, Maksimenko; Erhardt, Jano; Farkas (79. Novak), Templ (72. Pink), Röcher; Varga (62. Ibser).

Rapid: Strebinger; Schösswendter, Sonnleitner, Hofmann; Thurnwald (12. Traustason), Dibon (86. Grahovac), Mocinic (74. Malicsek), Schaub, Schrammel; Kvilitaia, Joelinton.