Erstellt am 26. November 2016, 20:46

Schock in letzter Sekunde. Der SV Mattersburg musste sich Altach in letzter Sekunde mit 1:2 geschlagen geben. Trotz numerischer Überzahl des SVM und dem erzielten Ausgleich gelang den Vorarlbergern in Minute 95 per Kopf der Siegestreffer.

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MATTERSBURG - ALTACH 1:2. Die Erwartungshaltung der Besucher im Pappelstadion war nach dem 2:1-Kampfsieg gegen Salzburg und dem 2:2-Unentschieden in St. Pölten dementsprechend: Doch der Punktewunsch sollte sich zu Beginn nicht bewahrheiten – und am Ende sportlich grausamst bestraft werden.

Mattersburg startete nicht mit dem zu erwartenden aggressiven Elan, sondern agierte tendenziell vorsichtig. Ein Kopfball von Florian Templ war da schon das höchste der Gefühle. Die Vorarlberger wiederum traten kompakt auf, ließen die Burgenländer kommen und wollten ihrerseits offensichtlich aus schnellen Gegenstößen zum Erfolg gelangen. Einen solchen versemmelte Andreas Lienhart, der eine (letztlich leicht verhungerte) Hereingabe von Nicolas Ngamaleu mit dem Innenrist über die Latte drückte.

Trotzdem gingen die Vorarlberger in Führung – nicht aus einem Konter, dafür aus einem ruhenden Ball. Nikola Dovedan zirkelte einen Freistoß aus rund 20 Metern perfekt über die Mauer, Goalie Markus Böcskör war chancenlos. Bitter: Die Mauer der Burgenländer blieb im Kollektiv stehen (statt zu springen) – in diesem speziellen Fall die falsche Entscheidung, der Ball flog knapp über die Köpfe hinweg ins Netz.

Ampelkarte als Trostpflaster für die Pausenanalyse

Quasi zum Trost einer schwachen ersten Hälfte und als Zuversichts-Spender für danach ließ sich Ngamaleu kurz vor der Halbzeit dann zu einer Dummheit hinreißen – die bestraft wurde. Der Altacher, bereits mit Gelb belastet, spielte einen Ball mit der Ferse weg – obwohl bereits abgepfiffen war. Referee Markus Hameter schickte ihn mit Gelb-Rot unter die Dusche.

Viel war von diesem numerischen Vorteil nach Wiederbeginn allerdings nicht zu sehen. Die Profis von Ivo Vastic bemühten sich zwar um konstruktive Überlegenheit, mehr als ein vermehrter Betrieb in der Altacher Hälfte war aber nicht drin. Zwingende grün-weiße Chancen in den ersten 20 Minuten der zweiten Hälfte: Mangelware.

Standard-Situation brachte den Mattersburger Ausgleich

Das änderte sich dann in Minute 67: Kluger Pass des eingewechselten Michi Perlak auf den eingewechselten Barnabas Varga, der aber vom rauseilenden Altach-Schlussmann Andreas Lukse gestoppt werden konnte – Kapitän Patrick Farkas konnte den Abpraller nicht zwingend zur Mitte befördern.

Sei’s drum. Es gibt ja noch Standardsituationen. Aus ebensolchen war und sind die Burgenländer stets bärenstark, so auch diesmal. Nur zwei Minuten später schickte Jano einen Eckbakll auf die Reise, Vitaljis Maksimenko war per Kopf zur Stelle und über Thorsten Röcher und am Ende Flo Templ landete der Ball schließlich auf Umwegen im Netz. Es war Templs erstes Saisontor - 1:1.

Und Flo Templ fand sogar die Chance auf seinen zweiten Treffer vor, als er eine Varga-Flanke volley übernahm (79.). Lukse parierte allerdings.

In Minute 85 war es dann Barnabas Varga, der von Markus Pink (kam für Templ ins Spiel) per Kopf bedient wurde und den Ball aber an Lukse und der Stange vorbeischlenzte. Es sollte die letzte brandgefährliche Aktion der Burgenländer gewesen sein.

Paukenschlag auf der Gegenseite, und dann war Schluss

Allerdings war es nicht die letzte gefährliche Aktion der Partie. Denn in Minute 95 bekamen die Gäste noch einen Freistoß zugesprochen. Louis Ngwat Mahop, kurz davor noch auffallend lange und angeschlagen am Boden, kam wieder in die Partie und traf per Kopf ins Netz – und somit mitten ins Mattersburger Herz. Wieder haben die Grün-Weißen ganz am Schluss zumindest einen Punkt liegen gelassen. 

Trotzdem: Zeit, um Trübsal zu blasen, bleibt nicht. Bereits am kommenden Mittwoch (20.30 Uhr) geht es abermals im Pappelstadion weiter. Nächster Gegner: Rapid Wien.

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STIMMEN

Thorsten Röcher: „Die Gelb-Rote hat uns in die Karten gespielt. Leider ist uns dann nach der Pause nur ein Tor gelungen. Der Siegestreffer in letzter Sekunde für Altach ist natürlich Wahnsinn für uns.“

Florian Templ: „Mir fehlen die Worte, dass wir jetzt wieder ohne Punkt dastehen. Wir arbeiten die ganze Woche hart, werden aber nicht belohnt.“

Mattersburg-Trainer Ivo Vastic: „Wir hatten selbst die Chance, das Spiel zu entscheiden. Es ist in unseren Händen gelegen, wir haben das aber nicht genutzt. Dadurch hat Altach noch die Gelegenheit erhalten. So gesehen sind wir auch selbst schuld an der Niederlage.“

Altach-Goalie Andreas Lukse: „In Mattersburg ist es immer schwer. Sie haben eine robuste Mannschaft, die uns zweite Halbzeit unter Druck gesetzt hat. Wirklich viel haben wir aber nicht zugelassen und am Ende eiskalt zugeschlagen.“

Altach-Trainer Werner Grabherr: „In der zweiten Halbzeit waren wir zu passiv, das wurde bestraft. Am Ende sind wir eben durch eine Standardsituation belohnt worden.“

STATISTIK

 

MATTERSBURG – ALTACH 1:2 (0:1).- Torfolge: 0:1 (23.) Dovedan, 1:1 (69.) Templ, 1:2 (95.) Ngwat Mahop.

Gelb-Rot: Ngamaleu (45., Unsportlichkeit).

Gelb: Ngamaleu (31., Foul); Röcher (35., Foul), Höller (57., Foul), Sprangler (90., Foul).

SR: Hameter.- Pappelstadion, 1.900.

Mattersburg: Böcskör; Farkas, Malic (66. Varga), Erhardt, Maksimenko; Jano, Sprangler; Höller, Röcher, Ibser (46. Perlak); Templ (82. Pink).

Altach: Lukse; Zech, Netzer, Galvao; Lienhart, Ngwat Mahop, Jäger, Prokopic (89. Ortiz), Schreiner (68. Luxbacher); Ngamaleu, Dovedan (66. Oberlin).