Erstellt am 14. Dezember 2011, 00:00

TOP-THEMA. FUSSBALL / Der 20-jährige Baumgartner Lukas Rotpuller feiert mit dem Bundesligisten SV Ried großartige Erfolge.

Die SV Ried ist Österreichischer Fußball-Herbstmeister. Zu diesem Erfolg trug der 20-jährige Baumgartner Lukas Rotpuller einen wesentlichen Teil bei. Der Defensivmann wurde kurz nach Beginn der laufenden Meisterschaft von der Austria nach Ried verkauft (Anmerkung: zu diesem Zeitpunkt war Ried noch Letzter), kam in den ersten Runden allerdings nur zu Kurzeinsätzen. Doch als Mannschaftskollege Max Karner verletzt passen musste, nutzte Rotpuller diese Chance. Danach war er gesetzt und ist seitdem mitverantwortlich, dass die Gludovatz-Elf mit 17 Toren die wenigsten Gegentreffer der Tipp3 Bundesliga hinnehmen musste.

„Zu Beginn war die Umstellung doch groß. Das System ist ein anderes und vor allem die Spielanlage. Ich lernte von kleinauf das Kurzpassspiel, jetzt wird eher mit langen Bällen agiert“, so der Profi. Die Gefahr, dass man wieder ins zweite Glied rutscht, ist natürlich immer da. „Natürlich wird die Konkurrenz wieder größer, wenn Karner wieder voll fit ist. Aber jetzt muss er an mir vorbei, zuvor war`s umgekehrt.“

Junge Spieler werden leider  sehr oft früh abgehakt

 

Dass es bei der Austria nicht nach Wunsch geklappt hat, liegt laut Rotpuller auch an der Vereinsphilosophie: „Es wird oft ein Urteil über die jungen Spieler gefällt, ohne ihnen eine Chance gegeben zu haben. Es gibt so viele junge Spieler, die hundertprozentig das Zeug hätten, doch ihnen wird keine Chance gegeben.“ Der frischgebackene Herbstmeister empfindet auch Genugtuung, weil er jetzt Leistungen zeigt, die man ihm bei der Austria nicht zugetraut hatte. „Ich spielte knapp 30 Zweitligaspiele und war in Nachwuchsnationalteams vertreten. Jeder mit dieser Visitenkarte hatte einen Profivertrag in der Tasche. Mir wurden immer Dinge aus der Vergangenheit vorgeworfen. Ich war zwar Kapitän der Amateure, doch ich will mich noch entwickeln. Ich sehe mich nicht als Entwickler für 17-jährige Talente, sondern habe noch meine Visionen.“ Die mit dem Transfer zu Ried scheinbar wahr werden? „Es läuft prächtig, keine Frage. Doch da gibt es schon noch Träume und ich arbeite daran, die zu verwirklichen.“