Erstellt am 24. Juni 2015, 10:30

von Alfred Wagentristl

"Traurig, aber leider wahr". Heuer wird der SV Antau 85 Jahre alt. Die Feierlichkeiten werden sich aber in Grenzen halten-aufgrund von Eigenbauspieler-Mangel wird der Spielbetrieb eingestellt.

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Knalleffekt beim Absteiger in die 1. Klasse Mitte: Der 1930 gegründete Klub (der auch in der BVZ Burgenlandliga spielte) stellt ab sofort den Spielbetrieb der Kampfmannschaft und Reserve ein. Ernst Buscich, Präsident des SV Antau, stand der BVZ über die Gründe Rede und Antwort.

BVZ: Wann wurde beim SVA die Entscheidung getroffen, nicht mehr am Meisterschaftsbetrieb teilzunehmen?

Ernst Bucsich: Schweren Herzens mussten wir uns in der vergangenen Woche zu diesem Weg entschließen, da es einfach zu wenig Eigenbauspieler gibt und für Kicker, die von außen geholt werden müssten, zu wenig Geld vorhanden ist. Daher haben wir – traurig, aber wahr – den Spielbetrieb bis auf Weiteres eingestellt.

Ist die Situation neu für euch?
Sie hat sich im Laufe des Vorjahres zu unseren Ungunsten gedreht. Dass jetzt nach dem letzten Spiel zwei weitere Eigenbauspieler gesagt haben, dass sie den Verein verlassen, war nur das berühmte Pünktchen auf dem i.

"Dass jetzt nach dem letzten Spiel zwei weitere Eigenbauspieler gesagt haben, dass sie den Verein verlassen, war nur das berühmte Pünktchen auf dem i."

Der Amateurfußball hat in vielen Regionen mit Zuschauer-, Funktionärs- und Spielermangel zu kämpfen. Trifft das auch auf den SV Antau zu?
Bucsich: Zuschauermangel herrschte bei uns so gut wie nie. Wir haben vermutlich sogar die besten Fans der Liga. Eine Funktionärskrise können aber auch wir nicht bestreiten, das war auch mit ein Grund für diesen schweren Schritt.

Wie versuchte man die Spielbetriebseinstellung abzuwenden?
Natürlich bemühte man sich immer, die auswärts spielenden Antauer nach Hause zu holen. Auch wurde in der Vergangenheit erfolglos versucht, Spielgemeinschaften mit Nachbarorten zu starten. Obwohl ich nach wie vor der Meinung bin, dass das für viele kleinere Vereine ein guter Weg wäre. Immer mehr Vereine haben ja regelmäßig Probleme, die Reservemannschaften zu stellen. Wir mussten aus diesem Grund im vergangenen Jahr sogar rund 1000 Euro an Strafen an den Verband zahlen.

"Wir mussten aus diesem Grund im vergangenen Jahr sogar rund 1000 Euro an Strafen an den Verband zahlen."

Wie sieht nach diesem Schritt die Zukunft des SV Antau aus?
Unser Fokus liegt zu 100 Prozent auf der Ausbildung von Nachwuchsfußballern. Dadurch und durch Hobby- und Seniorenfußballspiele wird auf unserer Sportanlage nach wie vor Betrieb herrschen. Ich glaube fest daran, dass sich irgendwann wieder genügend Antauer Spieler finden werden, die sich mit anderen Vereinen im Burgenland messen wollen. Ein großes Danke an alle, die bis zuletzt unserem SV Antau geholfen haben, den Spielbetrieb aufrecht zu erhalten.

Schweren Herzens musste der langjährige Spieler, Obmann und jetzige Präsident des SV Antau, Ernst Bucsich, zur Kenntnis nehmen, dass ein Erwachsenenfußball-Betrieb für den SVA nicht möglich ist. Trotzdem herrscht Zuversicht, eines Tages wieder in den Meisterschaftsbetrieb einzusteigen.WA