Erstellt am 02. Dezember 2015, 20:37

von Bernhard Fenz

Verdiente SVM-Heimpleite. Der SV Mattersburg konnte die bärenstarke Leistung vom 0:0 in Graz gegen Sturm im Heimspiel gegen Grödig nicht bestätigen und verlor letztlich verdient mit 0:2.

 |  NOEN, Michael Baldauf
Die Burgenländer wurden somit von den Salzburgern in der Tabelle eingeholt und rutschten auf Platz sieben ab. Am Sonntag (16.30 Uhr) ist Meister Salzburg zu Gast – naheliegende Bedingung, um dann zu punkten: Eine deutliche Leistungssteigerung wird notwendig sein.
 
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MATTERSBURG – GRÖDIG 0:2. Bei den Gastgebern feierte Patrick Bürger seine Premiere. Erstmals kam der 28-jährige Bad Tatzmannsdorfer - in der Vergangenheit von Verletzungen gebeutelt, seit zirka Mitte der Herbstsaison aber wieder fit - in der aktuellen Meisterschaft von Beginn an zum Einsatz. Die Umstellung an vorderster Front (Markus Pink nahm dafür erst einmal auf der Bank Platz) sollte aber nicht fruchten, weil der SVM insgesamt viel zu wenig aggressiv und mit zu wenig Zug nach vorne agierte. Stattdessen waren es die Gäste aus Grödig, die zwar ebenfalls erst eher abwartend agierten, aber dafür bei den Gegenstößen Zielstrebigkeit an den Tag legten.

Zwei Grödiger Großchancen, dann war es soweit – 0:1

 Und immer wieder hatte der wieselflinke Lucas Venuto seine Füße im Spiel. Erst nutzte er einen Fehler von Lukas Rath, scheiterte dann aber im Eins-gegen-Eins an Goalie Markus Kuster (15.). In Minute 36 bediente er dann Benjamin Sulimani, der aus kurzer Distanz noch das Außennetz traf, drei Minuten später versenkte dann aber Christian Derflinger bei annähernd derselben Aktion den Ball ins Netz zum 0:1.

Der SV Mattersburg wiederum blieb tendenziell harmlos, auch weil der letzte Pass zu oft nicht den optimalen Weg fand, hatte aber trotzdem eine Top-Chance. In der 32. Minute trat Michi Perlak einen Freistoß, Grödig-Verteidiger Fabio Strauss verschätzte sich und Karim Onisiwo kam völlig frei zum Kopfball: Die Nummer 12 des SVM drückte den Ball aber knapp über das lange Eck.

Venuto mit der Vorentscheidung nach einer guten Stunde

Auch nach der Pause fand die Mannschaft von Peter Schöttel gleich die erste Top-Gelegenheit vor. Einmal mehr ging es im Zuge eines Gegenstoßes schnell: Venuto schickte Sulimani mit einem Querpass auf die Reise Richtung Kuster, der Grödiger Offensivmann umkurvte den Goalie zwar, der Abschluss war aber unter ferner liefen – und ging Richtung Cornerfahne.

Eine vergebene Grödig-Chance als nachhaltiger Weckruf für die Burgenländer? Mitnichten, der SVM blieb ohne Nachdruck und ließ vor allem den letzten Zug zum Tor und die letzte Entschlossenheit vermissen.
Ganz anders die Gäste: 62. Minute – ein Konter landete bei Derflinger, der legte quer auf Venuto, und der Permanent-Gefahrenherd auf dem Platz schob den Ball an Kuster vorbei zum 0:2.

Mattersburg konnte daraufhin einfach nicht mehr entscheidend zulegen. Die sehr wohl augenscheinlichen  Offensivbemühungen wurden entweder in letzter Instanz abgeblockt (wie etwa bei einer guten Chance von Karim Onisiwo (76.) beziehungsweise bei einer Fußabwehr von Strasser nach einem Pink-Flachschuss und einer weiteren Chance der Nummer 32), oder versandeten schon davor. Schade, da sich Grödig da – je länger die Partie dauerte – doch sehr weit zurückzog und die Elf von Ivo Vastic auch eine klare optische Überlegenheit vorzuweisen hatte. An diesem Tag wollte aber einfach nichts mehr gelingen. Das zeigte sich auch an der letzten Aktion der Grün-Weißen, bei der Pink aus wenigen Metern per Kopf an Tormann Pirmin Strasser scheiterte.

Fazit: Eine letztlich verdiente Heimniederlage, an der es aufgrund der effizienten Grödiger Gegenstöße und der zu wenig nachhaltigen SVM-Angriffsbemühungen auch nichts zu beschönigen gibt.
 
STATISTIK
 
MATTERSBURG – GRÖDIG 0:2 (0:1).- Torfolge: 0:1 (39.) Derflinger, 0:2 (61.) Venuto.
Gelb-Rot: Röcher (86., Foul).
Gelb: Prietl (15., Foul), Sprangler (26., Foul), Röcher (28., Foul), Malic (91., Foul); Brauer (69., Foul).
SR: Heiss.-  Pappelstadion, 2.700.
Mattersburg: Kuster; Farkas, Malic, Rath, Novak (77. Maksimenko); Sprangler (60. Ibser), Prietl; Röcher, Perlak, Onisiwo; Bürger (46. Pink).
Grödig: Strasser; Itter, Maak, Strauss, Denner; Rasner, Brauer, Kerschbaum (46. Strobl); Venuto (71. Schütz), Sulimani; Derflinger (79. Djuric).
 

Stimmen zum Spiel

Ivica Vastic (Mattersburg-Trainer): "Wir waren von Anfang an die spielbestimmende Mannschaft. Wir haben 16 Torschüsse gehabt, haben auf unsere Chance gehofft. Mit einer Führung wäre auch die Sicherheit gekommen. Leider hat Onisiwo die große Chance vergeben. Er war aus meiner Sicht überrascht, dass er so alleine vor dem Tor war. Grödig hat heute sehr gut verteidigt. Wir müssen jetzt an uns glauben. Wir sind stark, wenn wir alle zusammenhalten. Es war heute leider der Wurm drinnen."

Peter Schöttel (Grödig-Trainer): "Mattersburg hat versucht, das Spiel zu machen. Wir haben eine unserer drei Großchancen Gott sei Dank gemacht. Das erste Tor war wichtig, mit der Führung sind wir sicherer geworden, Mattersburg hat heute sehr gut verteidigt. Die Defensive von Grödig war auch sehr stabil. Der Sieg war verdient, obwohl die Statistik für Mattersburg spricht. Für uns ist heute alles sehr schön gelaufen. Wir hätten aber schon früher das zweite Tor machen müssen. Jetzt ist auch das Projekt Auswärtssieg abgehakt."