Erstellt am 14. Oktober 2013, 22:03

Wild-West-Szenen im Abstiegskampf. 2. Liga Mitte / Beim Keller-Hit Draßmarkt gegen Loipersbach (2:1) geriet die Lage nach dem Schlusspfiff völlig außer Kontrolle.

Pure Eskalation. Draßmarkts Spieler Christian Gschirtz wurde in dieser Szene von einem Loipersbacher Zuseher attackiert. Goalie Sascha Marth kam zu spät dazwischen.  |  NOEN

Sonntagnachmittag. Es schien angerichtet in Draßmarkt: tolles Fußballwetter, zudem das Comeback von Altstar Herbert Gager. Doch es ist ein anderer Grund, warum das Spiel Letzter gegen Vorletzter (durch das 2:1 sollte Draßmarkt die Rote Laterne an Loipersbach abgeben) einen Platz in der burgenländischen Fußballhistorie einnehmen wird.



„Ich habe so etwas in meiner langen Schiedsrichterlaufbahn noch nie gesehen und bin fassungslos“, berichtete Spielleiter Josef Haider von den Geschehnissen, die auf dem Fußballplatz nichts zu suchen hatten.

Zur Szenerie: Die Partie zwischen Draßmarkt und Loipersbach war das ganze Spiel über von Emotionen und gegenseitigen Gehässigkeiten geprägt. Doch nach dem Schlusspfiff geriet die Situation außer Kontrolle. Die Loipersbacher Betreuerbank ließ sich von einem Draßmarkt-Spieler provozieren. Nun kippte die Auseinandersetzung, die bisher auf einer verbalen Ebene ausgetragen wurde, ins Tätliche.

Menschenmasse in Tumulte verwickelt

Draßmarkts Sektionsleiter Markus Wiedenhofer („Bader spuckte meinen Bruder Anton an“) attackierte Loipersbachs Ersatzgoalie Simon Bader, sodass eine Rudelbildung entstand. Um die 40 Personen, darunter Spieler, Trainer, Funktionäre und Zivilpersonen, lieferten sich eine wüste tätliche Auseinandersetzung, Szenen wie im Wilden Westen folgten.

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„Unsere Spieler wurden wie Hasen gejagt. Sogar unsere Kabinentür war zugesperrt, sodass wir nicht flüchten konnten. Simon Bader bekam von einem Draßmarkter Ersatzspieler einen Tritt in den Rücken. Wir werden beim Verband Schritte einleiten“, zeigt sich SVL-Sektionsleiter Sascha Prinner außer sich.

Wie sich die Konsequenzen gestalten werden, bleibt offen, zumal die Draßmarkter Vereinsseite die Situation naturgemäß anders bewertet. „Es war nicht so schlimm. Beide Seiten waren zu gleichen Anteilen an der Rauferei beteiligt, teilten auch in gleichen Maßen aus“, erklärt Markus Wiedenhofer, um nach einem Überlegungsprozess doch zu registrieren: „Die Vorbildwirkung von uns allen war natürlich katastrophal.“

Schiedsrichter musste sich selbst schützen

Schiri Haider jedenfalls erstattete beim Fußballverband (BFV) keine Anzeige, nur eine Meldung: „Es waren zu viele Personen beteiligt. Ich kann nicht sagen, wer Täter und wer Opfer war. In dieser Situation musste ich mich selbst schützen und flüchten.“

Der Ball liegt nun beim Straf- und Meldeausschuss des BFV, der sich auch auf den Bericht des Schiedsrichter-Beo-bachters stützen wird.