Erstellt am 22. Juli 2015, 09:01

von Rupert Kandlbauer

Raus aus dem Heim, rein in das Trikot. Der UFC Podersdorf startete kürzlich ein tolles Pilotprojekt. Dabei sollen Flüchtlinge integriert werden.

Obmann Christian Lentsch, Omid und Muhamed aud Afghanistan, Bürgermeister Andreas Steiner, Achmed aus Somalia, Chris aus Libyen, Vizebürgermeister Franz Josef Steiner und UFC Podersdorf-Sektionsleiter Bernhard Altenburger strahlten beim Sichtungs-Training.  |  NOEN, Rupert Kandlbauer
Der Sport gibt sich weltoffen. Doch Flüchtlinge stehen bei Vereinen oft vor verschlossenen Türen. Andreas Steiner, Bürgermeister von Podersdorf und immer um das Wohl des UFC besorgt, und der damalige Obmann Alfred Hareter knüpften die ersten Kontakte mit der Hausleiterin Veronika Handler vom Samariterbund in Podersdorf. In dessen Heim sind 40 minderjährige Flüchtlinge aus dem afrikanisch-arabischen Raum untergebracht.

Der neue Vorstand vom UFC hat nun die Idee umgesetzt und alle fußballbegeisterten Heim-Bewohner zu einem Probetraining eingeladen. Bei diesem Sichtungstraining fielen auch einige Talente auf, und Trainer Thomas Kallay sowie Sektionsleiter Bernhard Altenburger entschieden sich für Omid und Muhamed aus Afghanistan, Achmed aus Somalia und Chris aus Libyen.

Unterstützung für die Flüchtlinge

Diese vier 16 bis 17-jährigen Flüchtlinge wurden auch schon beim Burgenländischen Fußballverband angemeldet. Die benötigten Fußballschuhe wurden von der katholischen Frauenbewegung aus Podersdorf und der Firma Lowa gespendet. Der UFC Podersdorf ist auf dem richtigen Weg, ein Zeichen der Integration zu setzen und mit Fußball, aber vor allem Spaß und Ablenkung für die Flüchtlinge zu sorgen und außerdem seinen Kader aufzustocken (viele U23-Spiele mussten mangels Personal abgesagt werden).

Einen weiteren Pluspunkt könnte der UFC Podersdorf verzeichnen, wenn er den restlichen Bewohnern des Flüchtlingsheimes bei den Heimspielen freien Eintritt gewährt. Das würde, wenn sie ihre Kollegen anfeuern, wohl für eine stimmungsvolle Kulisse sorgen.