Erstellt am 14. Mai 2014, 10:44

von Angela Pfalz

„Absage“ mit Nachspiel. 1. Klasse Nord / Erst wurde die Partie zwischen Weiden und Halbturn aufgrund des Regens abgesagt. Dann – acht Minuten vor dem geplanten Anpfiff – sollte plötzlich gespielt werden.

Marcel Gregorits befand den Weidener Rasen für bespielbar.  |  NOEN
Die aufgrund der Tabellensituation (Letzter gegen Drittletzter) ohnehin brisante Begegnung zwischen Weiden und Halbturn ist seit Sonntag um eine Facette reicher. Gespielt wurde nicht – so viel vorweg. Halbturn muss sich am Donnerstag vor der STRUMA (Straf- und Meldeausschuss) wegen „Nichtantretens“ verantworten, obwohl der USV von Weiden die Information bekommen hatte, das Spiel sei wegen des anhaltend starken Regens abgesagt.

Um 16.52 Uhr, also acht Minuten vor dem ursprünglichen Spielbeginn, wurden die Gäste informiert, dass der Platz doch bespielbar sei – eine exklusive Meinung von Schiedsrichter Marcel Gregorits, die bei den Halbturnern gelinde gesagt für Unmut sorgte. Und auch in Weiden war man überrascht.

„Wir haben den schlechtesten Platz im Bezirk und alle anderen Partien an diesem Tag sind abgesagt worden“, so Weidens Obmann-Stellvertreter Georg Reinprecht.

Die BVZ-Recherchen ergaben folgende Fehlerkette:

13.15 Uhr: Das Spiel der Reserven zwischen Weiden und Halbturn wird abgesagt.

15 Uhr: Weiden telefoniert mit Schiedsrichter Marcel Gregorits. Über den Ausgang des von beiden Seiten bestätigten Gesprächs gibt es zwei Versionen. „Wir haben Herrn Gregorits über die Wetterlage informiert, woraufhin er meinte, dass wir das Match absagen sollen“, so Reinprecht.

Gregorits selbst weiß davon nichts: „Ein Spiel kann nur ein kommissionierungsberechtigter Schiedsrichter absagen oder ein Schiedsrichter vor Ort. Deswegen war ich auch kurz nach vier in Weiden.“ Reinprecht: „Wir wissen, dass ein Verein kein Match absagen kann. Wir konnten dies auch nicht ins Online-System eintragen, weil wir dafür keine Berechtigung haben.“

Der tatsächliche Inhalt des Gesprächs wird am Donnerstag Gegenstand der STRUMA-Sitzung sein.

15.15 Uhr: Halbturn wird von Weiden über die vermeintliche Absage informiert.

Ziniel: „Haben uns auf die Aussagen verlassen“ 

Einige USV-Spieler, die bereits in Weiden eingetroffen waren, traten daraufhin die Heimreise an. „Wir haben uns hier leider auf die Aussagen von Weiden verlassen. Eigentlich muss der Schiedsrichter die Mannschaft über eine Absage unterrichten“, so Halbturn-Trainer Franz Ziniel.

16.52 Uhr: Ziniel wird telefonisch von Weiden-Trainer Thomas Achs informiert, dass das Spiel in Weiden stattfinden soll. Schiedsrichter Gregorits hatte davor den Platz für bespielbar befunden.

„Ich hab ihn gefragt, ob das ein schlechter Scherz ist. Wie soll ich in acht Minuten ein abgesagtes Spiel neu organisieren“, ärgerte sich Ziniel. Zwar soll man angeboten haben, die Partie später anzupfeifen, dazu erklärte sich Halbturn aufgrund des begrenzten Zeitraumes aber nicht bereit.

Reinprecht: „Werden ein 3:0 nicht hinnehmen“

Der Verein muss sich also am Donnerstag der STRUMA stellen. Das Regulativ sieht im Falle eines Nichtantretens eine 3:0-Strafverifizierung vor. Nun ist aber dieser Fall kein gewöhnlicher, die Sachlage eine undurchsichtige.

Fest steht, dass wohl auf mehreren Seiten Fehler passiert sind – die Schuldfrage schwer zu klären sein wird. Fest steht aber auch, dass ein 3:0 für Weiden nicht im Sinne des Sports wäre. Auch beim Schlusslicht will man die Punkte wenn nur auf sportlichem Weg. „Wir werden ein 3:0 am Grünen Tisch nicht hinnehmen. Das wäre ja lächerlich“, so Obmann-Stellvertreter Reinprecht, der hier auf die Einsicht der STRUMA hofft.

Ähnlich sieht man die Situation in Halbturn, wo Trainer Franz Ziniel von voreiligen Schuldzuweisungen ablässt: „Es muss geklärt werden, ob alles ein Missverständnis war. Ich möchte Weiden hier nichts Böses unterstellen.“

Beim BFV gibt man sich zurückhaltend. Geschäftsführer Simon Knöbl: „Alle drei Partien werden im Zuge der STRUMA-Sitzung zu Wort kommen können, danach wird die Sachlage beurteilt.“