Erstellt am 27. August 2014, 12:32

von Martin Ivansich und Christopher Schneeweiß

Derbysieg: Parndorf ließ die Muskeln spielen. Das Heidebodenstadion bleibt für Neusiedl ein schlechter Boden: Wieder kein Sieg im Derby, Parndorf triumphierte mit 2:0.

Kein Spielraum. David Dornhackl (l.) und seine Parndorfer ließen gegen die Gäste aus Neusiedl (im Bild Christian Hautzinger) nichts anbrennen und holten sich die Tabellenführung zurück. Foto: Frank  |  NOEN, Frank

PARNDORF - NEUSIEDL 2:0. Parndorfs Coach Paul Hafner setzte — gewarnt von acht Neusiedl-Treffern in den ersten drei Runden — auf seine stabile Defensive: „Unser primäres Ziel war es, kein Gegentor zu bekommen. Wir haben nicht nur das geschafft, sondern auch keine ernsthafte Neusiedler Möglichkeit zugelassen.“

Umprecht-Ausschluss als Wermutstropfen

Hinzu kam ein blendend aufgelegter Sebastian Leszkovich, der mit einer tollen Einzelaktion nach zehn Minuten den Führungstreffer erzielte und für noch mehr Sicherheit im Parndorfer Spiel sorgte.

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Die Heimischen dominierten das Spiel und legten in der 59. Minute nach. Diesmal kam Mittelfeldmotor Gerhard Karner an den Ball und traf genau ins Eck. Damit war das Spiel praktisch entschieden. Einziger Wermutstropfen aus Sicht der Parndorfer war der Ausschluss von Lukas Umprecht, der sechs Minuten vor dem Ende die Gelb-Rote Karte sah und nun gegen Stegersbach am kommenden Freitag fehlen wird.

Hafner erwartet einen starken Gegner im Südburgenland: „Stegersbach hat in Mattersburg sehr gut gespielt. Das wird keine leichte Aufgabe. Ich bin aber sehr zuversichtlich, dass wir dort punkten. Der Derbysieg hat wieder jede Menge Selbstvertrauen gebracht.“

Bis auf den gesperrten Lukas Umprecht wird Paul Hafner aus dem Vollen schöpfen können. Der zuletzt leicht angeschlagene Babic könnte ebenso in die Startformation zurückkehren wie Offensivmann Panic, der aus taktischen Gründen im Derby gegen Neusiedl als Joker zum Einsatz kam.

„Das ist natürlich eine ganz starke Elf. Für mich sind die Parndorfer Titelfavorit Nummer eins“, erklärt Stegersbachs Trainer Joachim Poandl, der vor allem mit dem Gäste-Trainer Paul Hafner ein freundschaftliches Verhältnis pflegt. Poandl weiter: „Wir haben genug Punkte liegen gelassen und wollen jedes Spiel gewinnen, auch, wenn die Parndorfer doch starke Qualität in ihren Reihen haben.“

„Scheinbar waren wir von der Kulisse eingeschüchtert“

Neusiedls Trainer Zeljko Ristic hatte eine treffende Erklärung für die Niederlage parat: „Parndorf hat Männerfußball gezeigt, bei uns war das Juniorenfußball.“ Zu ängstlich sei seine Mannschaft ans Werk gegangen, „dabei haben wir uns etwas ganz anderes vorgenommen.“

Etwa mit breiter Brust in die Partie zu starten, „aber scheinbar waren wir von der Kulisse eingeschüchtert. Ich habe keine Erklärung für diese Leistung“, war die Enttäuschung bei Ristic groß. „Sechs bis sieben Spieler haben nicht ihre Normalform erreicht. Da kann man in so einem Spiel natürlich nicht bestehen. Parndorf wollte den Sieg mehr.“

Zudem hätte das frühe 0:1 den Hausherren in die Hände gespielt. Ristic: „Das ist natürlich viel zu leicht gegangen. Die Abstände in der Abwehrkette waren zu groß, Leszkovich ist einfach durchspaziert.“ Und beim 0:2 sei „der tüchtigeren Mannschaft der Ball vor die Füße gefallen.“ Neusiedls Chancen? Marian Tomcak sauste bei einem Stangelpass vorbei. Und einmal wurde Christian Hautzinger beim Ansatz zu einem Sololauf zurückgepfiffen.

Warnung vor Schlusslicht: „Neuberg dürfen wir nicht unterschätzen“

Für die bevorstehende Partie gegen Neuberg (Freitag, 19 Uhr) müssen die Neusiedler die Enttäuschung aus den Köpfen bekommen. Ob der aktuelle Tabellenletzte für den Weg zurück in die Spur gerade richtig kommt? „Neuberg dürfen wir nicht unterschätzen“, warnt Ristic vor dem kommenden Gegner.

Der NSC-Coach hat die Südburgenländer gegen Austrias Amateure (0:3) beobachtet. Sein Eindruck: „Neuberg war bis zum 0:2 ebenbürtig. Das ist keine schlechte Mannschaft.“ Für Freitag dürfte bei den Neusiedlern das Stammpersonal fit sein. Dafür fällt Zweierkeeper Simon Schmiedl mit Verdacht auf Kreuzbandriss aus.

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