Erstellt am 10. November 2010, 00:00

„Erster sein ist schon o.k.“. REGIONALLIGA OST / Der SC/ESV kann nach dem 2:0 in Ritzing aus eigener Kraft die Winterkrone holen – für Trainer Simon Knöbl ist das nicht nur ein Titel ohne Mittel.

Slaven Lalic am Ball: Der ehemalige Ritzinger (vorne) siegte mit Parndorf am Samstag gegen seinen Ex-Klub.OTTO GANSRIGLER  |  NOEN
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VON BERNHARD FENZ

Auf dem ersten Platz zu überwintern, das wird Parndorf zwar kein tolles Frühjahr und das Fixticket für die Erste-Liga-Relegation garantieren, es wäre aber für Simon Knöbl vor allem ein handfester Beweis des bislang Geleisteten – und so gesehen auch kein Titel ohne Mittel: „Dann ist es auch sichtbar, dass man eine gute Saison gespielt hat. Erster sein ist schon o.k., zudem haben wir nach wie vor einen kleinen Polster auf die meisten Konkurrenten.“

Abstand zu Horn ist nach  wie vor unter Kontrolle

Nicht nur das. Wer in größeren Dimensionen als den Blick auf die nächste Partie denkt, weiß, dass sich im Kampf um die Relegation nur einige wenige Mannschaften befinden. Da die Amateur-Teams der Bundesligisten hier nicht zählen und von den eigenständigen Klubs neben dem SC/ESV wohl nur Horn (vielleicht laut eigenen Angaben noch Ritzing, vielleicht noch der FAC, alle weiteren Vereine wären aber eine Überraschung) um eine Bundesliga-Lizenz ansuchen wird, hat Parndorf definitiv eine sehr gute Ausgangsposition. Knöbl: „Wir sind auf Plan und können zudem mit einem vollen Erfolg gegen die Mattersburg-Amateure sogar die angepeilte 30-Punkte-Marke erreichen.“

Verantwortlich wäre für den in Halbsaison-Dreierschritten denkenden Coach nach einem guten Anfangs- und einem schlechten Mitteldrittel der bislang rasanten Finalspurt: „Gewinnen wir am Freitag, dann hätten wir aus den letzten fünf Runden 13 Punkte geholt und einen großen Kraftakt geschafft.“

Den 2:0-Erfolg beim starken Aufsteiger aus Ritzing wertete der 31-Jährige übrigens als einen „im Nachhinein verdienten Sieg. Wir hätten die Partie schon vorher entscheiden können. Natürlich wäre beim Stand von 0:1 auch der Ausgleich möglich gewesen, wir haben aber trotzdem über 70 Minuten lang das Tempo beherrscht und nur vor der Pause ein wenig geschwächelt. Die Art und Weise des Auftretens war sehr gut, anders etwa als beim 5:1 gegen Baumgarten – da war ich mit dem Großteil des Auftretens nicht zufrieden.“

Ein robuster Herbstabschluss  gegen die Amateure des SVM

Am Freitag treffen die Nordburgenländer wie erwähnt mit den Amateuren des SV Mattersburg auf den nächsten rot-goldenen Gegner. Dort ist Routinier Goce Sedloski aufgrund der fünften gelben Karte gesperrt, weshalb Knöbl die Mattersburger „noch tiefer stehend“ erwartet: „Es wird nicht einfach, da die Platzverhältnisse aufgrund der Jahreszeit und des wahrscheinlich defensiv spielenden Gegners ein robustes Match erfordern werden. Da werden wohl auch die Bälle öfter als sonst in der Luft sein.“ Dementsprechend wird Knöbl auch die Spielanlage ansetzen. Ob Michael Pittnauer dabei sein kann, steht noch nicht fest. Er kippte in Ritzing im Zuge einer Top-Chance um und musste mit lädiertem Knöchel vom Platz. Roman Kummerer hingegen meldete sich nach seinem krankheitsbedingten Ausfall wieder fit und könnte die Defensive somit verstärken.

Übrigens: Die Kampfmannschaft begibt sich nach dem letzten Meisterschaftsmatch 2010 nicht in den kollektiven Winterschlaf. Nach einer freien Woche soll in verschiedenen Trainingsgruppen im Taktik-, Lauf- und Kraftbereich weitergearbeitet werden. Knöbl: „Wir wollen hier nichts verlieren und die Zeit nutzen.“ Für die Regeneration ist neben der einen Woche nach der letzten Runde über Weihnachten und Neujahr noch eine zweiwöchige Urlaubszeit eingeplant.