Erstellt am 23. März 2011, 00:00

 Erzwungene und.  REGIONALLIGA OST / Parndorf muss im Derby den Anschluss

 |  NOEN
VON BERNHARD FENZ UND CHRISTOPHER SCHNEEWEISS

SC/ESV PARNDORF - SC NEUSIEDL, DONNERSTAG, 19 UHR. Viel hat Parndorf in den ersten drei Frühjahrspartien nicht richtig gemacht. Lediglich ein Punkt steht auf der Haben-Seite, weshalb nicht nur der vermeintlich abgeschlagene Aufstiegskonkurrent Horn bereits an der Truppe von Simon Knöbl vorbeigezogen ist. Auch Neusiedl hat mit zwei Siegen und einem Unentschieden bereits sechs Zähler gutgemacht, der NSC liegt Parndorf plötzlich im Nacken.
Herrliche Voraussetzungen also für ein spannendes Derby. In dem übrigens Gerhard Milletich die Vorteile auf Seiten der Seestädter sieht: „Angesichts der Ergebnisse ist für mich diesmal Neusiedl Favorit. Ich gehe davon aus, dass wir laufen und kämpfen werden. Ob es spielerisch reicht, wird man erst sehen.“

„Jetzt heißt es einmal für jeden: Gras fressen“

Für Trainer Simon Knöbl ist diese Frage übrigens offen: „Im Derby gibt es keine Favoriten. Neusiedl ist aber besser gestartet, hat jetzt weniger Druck und daher die besseren Vorzeichen.“
Dass Parndorf einen vollen Erfolg auf dem Weg zurück in die Spur dringend benötigen würde, ist dem Chefcoach freilich klar: „Wir können nun mit diesem einen Spiel wieder sehr viel gutmachen. Gewinnen wir, ist alles drin. Andernfalls muss man sagen: Moment, da hat‘s was.“

Dann wird sich wohl oder übel die Qualitätsfrage stellen müssen. Morgen, Donnerstag, steigt nach dem katastrophalen Start für den Titelanwärter gegen den Lokalrivalen somit der „Saison-Stresstest“. Folgt hier nicht die nötige Reaktion, scheint die Mannschaft tatsächlich nicht stark genug zu sein, um trotz Tiefschlägen wie zuletzt wieder in die erfolgreiche Aufstiegs-Spur zu finden.
Dieses Szenario gilt es aus Sicht des SC/ESV jedenfalls zu vermeiden. Das Patentrezept, um die allgemeine Verunsicherung zu lösen, gibt es nicht, feste Vorsätze aber sehr wohl, wie Kapitän Christoph Jank betont: „Wir haben ja nicht über Nacht das Kicken verlernt. Jetzt heißt es aber mal wirklich: Gras fressen. Jeder einzelne muss um jeden Zentimeter kämpfen. Denn derzeit wird jede Kleinigkeit bestraft. Daher müssen wir über den Kampf zurückfinden. Es geht jetzt nicht um ein schönes Spiel, sondern nur um Punkte – egal wie.“
Personell steht hinter dem Einsatz von „Schoko“ Jailson ein Fragezeichen – er erlitt in Schwechat eine Gehirnerschütterung. Knöbl: „Würden wir am Wochenende spielen, würde ich sagen, es geht sich aus. So aber bin ich mir nicht sicher.“ Michael Pittnauer ist gesperrt. Bei Filip Juroszek (Muskelprobleme) dürfte sich höchstens die Bank ausgehen, für Roman Kummerers Comeback ist es nach seinem überstandenen Muskelfaserriss noch zu früh.

Toth: „Werden sie sicher nicht unterschätzen“

NSC-Coach Harald Toth kann bis auf Julian Salamon und René Summer auf einen vollen Kader zurückgreifen. Dass die im Frühjahr bisher ungeschlagene Neusiedler Truppe der Favorit sein soll, möchte Toth freilich nicht akzeptieren: „Wir werden uns sicher nicht darauf verlassen, dass Parndorf so weiterspielt. Die Mannschaft ist stark und liegt zudem in der Tabelle vor uns.“ Freilich möchte der NSC aber seinen Triumphzug fortsetzen: „Wir wollen auch in Parndorf ungeschlagen bleiben.“
An die 1:6-Schlappe im Heidebodenstadion denke in Neusiedl übrigens keiner mehr. „Die Sache ist abgehakt. Für uns zählen die letzten drei Ergebnisse und die stimmen uns guten Mutes“, weiß Toth.
Kapitän Markus Dombi und seine Mannschaft sind jedenfalls topmotiviert: „Wir sind schon ganz heiß auf die Partie“, stimmt er sich auf das Derby ein. Von der Favoritenrolle möchte er auch nichts hören: „Das ist Understatement der Parndorfer. Sie sind als Profimannschaft der klare Favorit. Ausrechnen tun wir uns aber so oder so etwas.“