Erstellt am 02. Mai 2014, 10:30

von APA Red

Geritzer tritt ab. Noch im Herbst war er für eine Olympiateilnahme 2016 zuversichtlich gewesen, nun musste der Neusiedler Andreas Geritzer sein endgültiges Karriereende bekannt geben.

Erfolgreich. Die tolle Laufbahn von Andreas Geritzer geht leider aus gesundheitlichen Gründen unerwartet zu Ende.  |  NOEN, Privat
Geritzer, der sich vergangenen Herbst zu einem Comeback im Laser entschloss und bei den ISAF-Worlds vor Santander mit der Erfüllung der Länderquote einen ersten großen Schritt in Richtung Rio 2016 tätigen wollte, muss aufgrund eines Bandscheibenvorfalls (L3, L4) endgültig die Segel streichen. Das wurde per Presseaussendung verlautbart. Der 36-Jährige möchte nun verstärkt als Nachwuchstrainer tätig sein.

"Die Schmerzen haben schon im Herbst- und Wintertraining begonnen", erklärte der Laser-Spezialist. "Dann konnte ich nur nach einer Infiltration wieder gehen." Kurz vor der Abreise Mitte April zu seiner Comeback-Regatta in Hyeres wurden die Schmerzen stärker, eine MR-Untersuchung und ein Funktionsröntgen brachten letztlich Gewissheit. "Es war dann klar, dass die Position im Laser dem nicht förderlich ist." Der Familienvater muss sich aber nicht operieren lassen.

"Es gab viele Hochs und Tiefs"

Seine Olympia-Silbermedaille 2004 in Athen sieht der Burgenländer als Höhepunkt seiner Karriere, mit Platz fünf schnitt er auch 2000 in Sydney beachtlich ab. Auf WM-Ebene sticht Silber 2002 vor Marseille hervor. "Insgesamt waren viele Hochs und Tiefs dabei", sagte Geritzer, aktuell in einer Ausbildung "Training und Sport" an der Fachhochschule Wiener Neustadt. "Meine Konstanz auch mit vielen sechsten Plätzen möchte ich aber hervorheben. Was mir nicht so gefällt ist, dass es nicht gelungen ist, junge Segler mit aufzubauen."

Das Sichern eines Laser-Quotenplatzes für Rio 2016 war auch ein wesentlicher Grund für sein Comeback gewesen. Auch aktuell sieht er noch keinen österreichischen Kandidaten für einen Start bei den nächsten Sommerspielen in dieser Klasse. "Da müssen wir eben jetzt etwas aufbauen, wobei ich das nicht auf die eine Bootsklasse beschränkt sehe." Aktuell ist er schon als Jugendtrainer engagiert, sein Wunsch ist aber ein langfristiges Wirken auf breiterer bzw. Verbandsebene. "Noch gibt es keine Gespräche darüber", sagte er aber.

"Wir können seine Erfahrung sehr gut brauchen"

"Es ist natürlich schade, aber ich denke es ist die richtige Entscheidung. Er hat sehr viel für den Österreichischen Segelsport gewonnen und damit geholfen unsere Qualität oben zu halten. Umso mehr hoffen wir ihn für den heimischen Jugend-Segelsport zu gewinnen, wir können seine Erfahrung, seine Einstellung und sein Image für die kommende Olympiageneration sehr gut brauchen.", sagt ÖSV-Sportdirektor Georg Fundak zu Geritzers Karriereende.