Erstellt am 14. März 2012, 00:00

Hafner: „Schwechat ist jetzt zu gewinnen“. REGIONALLIGA OST / Parndorf will sich die Punkte vom 0:0 gegen Sportklub zurückholen. Neusiedl bleibt unten stecken.

Er konnte es nicht fassen. Neusiedls tschechischer Legionär Petr Ciganek sah wegen Schiri-Kritik gegen den FAC die Ampelkarte. Trainer Harald Toth: „Wenn er was gesagt hat, dann hat es der Unparteiische sicher nicht verstanden.“SCHNEEWEISS  |  NOEN
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VON BERNHARD FENZ UND

CHRISTOPHER SCHNEEWEISS

PARNDORF. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Also war es nach sechs Siegen in Folge auch irgendwie logisch, dass die Nordburgenländer den Sportklub schlagen mussten. Dass es nur ein 0:0 wurde, lag laut Trainer Pauli Hafner primär an der Chancenauswertung: „Die Möglichkeiten für den Sieg waren da, leider hat es nicht geklappt. Wir haben aber viel Druck erzeugt, das zeigt alleine unsere Corner-Statistik (Anm.: 13).“ „Schoko“ Jailson, Gabor Markus oder Richi Wemmer hatten ein Tor am Fuß, letztlich klappte es aber nicht. Trotzdem zeigte sich Hafner auch kritisch: „Der letzte Pass war nicht immer genau genug – das ist bei den derzeitigen Bedingungen aber auch nicht immer leicht –, außerdem hätten wir den Ball öfter zirkulieren lassen können.“

Fairerweise darf aber nicht unerwähnt bleiben, dass der Sportklub ebenfalls bei schnellen Gegenstößen teils sehr gute Chancen vorfand. Tormann Philip Petermann musste da eingreifen, um Schlimmeres zu verhindern. Darum resümierte Hafner auch trocken: „Ich habe den Punkten nicht lange nachgetrauert. Der Sportklub war der erwartet schwere Gegner.“

Weil Konkurrent Horn nach dem 4:0 bei den SVM Amateuren wieder um zwei Punkte vorne liegt, steht die Truppe des Wahl-Podersdorfers am Freitag in Schwechat unter Druck – will man den Anschluss an die Waldviertler nicht verlieren. „In dieser Phase muss man ohnehin von Spiel zu Spiel schauen und darf sich nicht zu sehr ablenken lassen.“

Was der Chefcoach vom Duell bei den Braustädtern erwartet? „Wir müssen auf dem großen Platz schauen, dass wir die nötigen Räume finden. Schwechat wird defensiv auftreten und auf unsere Fehler warten. Die dürfen wir nicht machen.“ Nachsatz: „Gegen Sportklub haben wir daheim Punkte liegen gelassen. Deshalb ist Schwechat jetzt zu gewinnen.“

Da wollen die Heimischen freilich nicht mitspielen, sondern aggressiv und aktiv dagegenhalten. Trainer Michael Keller: „Mit den Ballerinas brauchen wir gegen Parndorf nicht zu spielen.“

Am Personalsektor des SC/ESV ist Richard Stern gelbgesperrt. Seinen Platz wird Daniel Gangl einnehmen. Auch Julian Salamon wird in den Kader rücken und zumindest auf der Bank Platz nehmen.

Filip Juroszek hingegen fällt wohl weiter aus. Der tschechische Legionär laboriert schon seit längerem an einer hartnäckigen Entzündung im Adduktorenbereich und musste nach dem für ihn persönlich erneut schmerzhaften Auftaktspiel bei Columbia passen.

NEUSIEDL/SEE. Gegen die Rapid Amateure kassierte der NSC keine einzige gelbe Karte, was für einen in Abstiegskampf befindlichen Klub dann doch etwas seltsam ist. Nun erfolgte das andere Extrem: Einmal Gelb-Rot, einmal Rot im Spiel gegen den FAC. Zwei Entscheidungen, die Trainer Harald Toth auf die Palme brachten. „Die gelb-rote Karte gegen Petr Ciganek war spielentscheidend“, so die Einschätzung des Neusiedler Cheftrainers. Sein Ärger ist verständlich: Ciganek wurde vor dem Tor zum 2:0 gefoult, Schiedsrichter Gerald Seiter ließ weiterlaufen. Als sich danach Ciganek beschwerte, sah er den zweiten gelben Karton.

Unmittelbar vor dem 0:2 hatte Neusiedl durch Patrick Derdak, Daniel Seper und Markus Dombi drei tolle Einschussmöglichkeiten, jedesmal blieb der Torerfolg aus. Es hätte den Ausgleich bedeutet, denn schon nach wenigen Minuten traf FAC-Kicker Arvedin Terzic zum 1:0.

In Minute 33 hagelte es dann den nächsten Rückschlag für die Neusiedler, als Andreas Bauer zum 3:0 einnetzte. Damit war der Drops frühzeitig gelutscht.

Nach der Pause musste Kapitän Seper das Feld verlassen. Er sah nach einem Foulspiel die rote Karte, laut Toth eine „harte Entscheidung, gelb hätte gereicht.“ Egal: Neusiedl kam noch zu drei Einschussmöglichkeiten, mehr war aber gegen die Floridsdorfer trotz beherzten Kampfes in Unterzahl nicht mehr möglich.

Obmann Klaus Maurer:  „Halten an Trainer fest“

Nun ist die Ausgangslage für die Neusiedler fatal: Vorletzter, vier Punkte hinter dem FAC, gar schon sieben Zähler hinter dem 13. Tabellenplatz. Trainer Toth bleibt gelassen: „Es sind noch 13 Spiele, also noch genügend Zeit, um nach oben zu kommen. Außerdem hilft uns der Blick auf die Tabelle nicht weiter.“ Die Zeit drängt dennoch: Nun kommen die nach dem 1:0-Sieg gegen Schwechat hochmotivierten Admira Juniors zum NSC. Danach wartet das Derby gegen Parndorf. Toth: „Wir lassen uns sicher nicht verrückt machen.“

Übrigens lässt sich das auch Obmann Claus Maurer nicht. Veränderungen wären jetzt verfrüht, meint er. Nachsatz: „Wir halten an Trainer Harald Toth fest.“

SC/ESV PARNDORF

SC NEUSIEDL AM SEE