Erstellt am 28. September 2011, 00:00

Hafner, übernehmen Sie!. REGIONALLIGA OST / Simon Knöbl trat zurück. Interimistisch ist das Duo Hafner/Tischler am Ruder, die Verantwortung trägt Andi Hackstock, ein neuer Coach wird gesucht.

Keine offensichtlichen Reibereien: Simon Knöbl und der SC/ESV Parndorf trennten sich im Guten.  |  NOEN
x  |  NOEN

VON BERNHARD FENZ

Die 0:3-Klatsche bei den Rapid Amateuren ist nicht (mehr) der Rede wert. Es war trostlos und schwach, was die Kicker des SC/ESV geboten haben.

Dafür kam am Sonntagabend auf einer anderen Ebene Bewegung ins Spiel: Trainer Simon Knöbl bot im Gespräch mit Obmann Gerhard Milletich seinen Rücktritt an. Der 32-Jährige – seit zweieinhalb Wochen Jungvater und neben der Tätigkeit beim Ostliga-Meister im Beruf stehend – handelte und zeigte sich am Tag danach durchaus locker: „Es gab kein böses Wort, im Gegenteil: Die Trennung erfolgte ohne jegliche Probleme.“ Auch Milletich sprach vom „besten Einvernehmen“.

Dass bislang weder die Resultate, noch die Leistungen beim personell stark umgekrempelten Ostliga-Meister gepasst haben, ist klar. Knöbl unterstrich aber, dass es so oder so eine Frage der Zeit gewesen wäre, irgendetwas zu ändern. „Hätten wir mehr Punkte geholt, hätte ich eine Entscheidung vielleicht noch rausgezögert. Aber es musste etwas passieren: Die Firma und die neue private Situation hier, der Verein und die Erwartungshaltung da, das wird dann alles ein bisschen zu viel.“

Dass Simon Knöbl, der mit der Mannschaft zweimal den Einzug in die Relegation schaffte und dabei einmal Meister wurde, nun während der Meisterschaft nach wenigen Runden die Reißleine zieht, ist für böse Zungen leicht interpretierbar: Er hat den optimalen Zeitpunkt des Aufhörens verpasst.

Hat Knöbl den optimalen  Zeitpunkt verpasst?

Der Ex-Coach widerspricht: „Aus meiner Sicht passt der Zeitpunkt absolut. Es sieht zwar nicht elegant aus, aber die Vereinsleitung versteht es. Ich wollte im Sommer die Philosophie und den Weg fortführen, das ist uns gelungen. Der Weg passt – die Mannschaft hat Qualität.“

Und so geht es in Parndorf weiter: Der Verein ist, wie Gerhard Milletich bestätigte, auf der Suche nach einem neuen Trainer. Wichtiges Schlagwort in dieser Hinsicht: stressfrei. „Andreas Hackstock ist beauftragt, diesen Posten neu zu besetzen. Wir haben keinen Druck und wollen eine gute Lösung finden.“ Zeitrahmen? „Das kann ich jetzt noch nicht sagen. Allerspätestens im Winter soll der neue Trainer feststehen.“

Bis dahin werden Pauli Hafner und Christoph Tischler die Mannschaft betreuen, die sportliche Verantwortung trägt Andreas Hackstock. Der ehemalige Parndorfer Meistertrainer und aktuelle Sportliche Leiter zum Thema: „So oder so wollen und werden wir den unter Simon Knöbl eingeschlagenen kontinuierlichen Weg fortsetzen.“

Schon im November 2007 sprang Hafner nach der damaligen Trennung von Kurt Garger bei den Erste-Liga-Profis kurzfristig ein, nun steht beim Wahl-Podersdorfer nicht nur der baldige A-Lizenz-Trainerkurs im Vordergrund. Am Freitag (19 Uhr) wird er mit Tischler gegen den FAC die Elf betreuen. Was im Vergleich zum Rapid-Match anders werden muss? „Mir gehen bei der Kampfmannschaft derzeit das Feuer und der Spaß ab. Das werden wir jetzt versuchen zu ändern.“

Übrigens: Interessierter Beobachter vor Ort wird Simon Knöbl sein: „Wir waren am Freitag leistungsmäßig auf einem Tiefpunkt. Jeder der Spieler kann jetzt auf „Reset“ drücken und sich neu beweisen.“

SC/ESV PARNDORF