Erstellt am 21. November 2012, 00:00

Heimatlos, aber mit Coach. Comeback. Patrick Kasuba ist zurück bei der Parndorfer Frauenmannschaft, die diesen Namen nur noch bis Sommer trägt.

Zaungast. Beim letzten Meisterschaftsspiel gegen Hornstein war der zu diesem Zeitpunkt Ex-Trainer Patrick Kasuba (2.v.r.) nur als Zuschauer vor Ort. Nun wird er aber weiter die Noch-Parndorfer Mädls trainieren.  |  NOEN
Von Angela Pfalz

FRAUENFUSSBALL / Vor ein paar Wochen ist Patrick Kasuba als Trainer von Parndorf zurückgetreten. Seither ist beim Verein viel passiert. Die Suche nach einem Nachfolger verlief nämlich erfolglos. Für ein Spiel war Kasubas Co-Trainer Marco Keppler in die Bresche gesprungen. Vor dem letzten Spiel gegen Hornstein stand die Mannschaft plötzlich bei Kasuba auf der Matte.

Der dirigierte während der Partie dann von der Tribüne aus. „Es ist traurig, dass der Verein den Mädels keine Zusicherung für die sportliche Zukunft geben konnte und man gar nicht richtig versucht hat, sie aufzuhalten“, so Kasuba.

Aufzuhalten übrigens von dem Schritt, der als nächster folgte. Die Mannschaft wollte ihren Trainer wieder haben. In Parndorf wäre das aber nicht möglich gewesen. „Schade, dass es so gekommen ist, aber es ist nicht mehr zu ändern. Herr Kasuba hat vor einiger Zeit seine Funktion zurückgelegt und in der Folgeausgabe der BVZ bei seiner Kritik am Verein Dinge von sich gegeben, die als Trainer oder Funktionär eines Klubs nicht möglich wären.“

„Böswilligkeit ist kein Kriterium für mich“ 

„So sehe ich auch keine Basis mehr, daher war auch klar, dass es nicht mehr gemeinsam weitergehen kann, wenn er nun wieder Trainer ist. Natürlich kann die Frauenmannschaft bis Sommer unter dem Namen des SC/ESV Parndorf antreten, da sie sich sonst auflösen müsste – und Böswilligkeit ist kein Kriterium für mich“, so Obmann Gerhard Milletich.

Der Trainer und die Spielerinnen müssen sich nun nach einer neuen Spielstätte umschauen. Oberste Priorität hat aber die Suche nach einem Ort zum Trainieren sowie nach Sponsoren – jetzt wo man endlich Sponsoren suchen darf. „Wir haben bisher immer von den Platzierungsprämien des Vorjahres die Meisterschaften finanziert und Auswärtsfahrten beispielsweise aus eigener Tasche bezahlt“, erzählt Kasuba.

Neben der Frage, wo künftig gespielt wird, ist auch offen, ob man im nächsten Jahr als neuer Verein überhaupt in der 2. Liga einsteigen darf. „Eventuell müssen wir in der untersten Klasse starten. Aber die Mädels wären bereit, das in Kauf zu nehmen“, so Kasuba. Bei allem, was der Mannschaft nun bevorsteht, will man sich eines künftig nicht mehr nehmen lassen, nämlich als Gruppe zu bestimmen. Auch Spielführerin Yvonne Lindner, die schon vor Jahren eigenständig eine Frauenmannschaft gründen wollte, kann nun ihr Vorhaben doch noch umsetzen.