Erstellt am 18. Mai 2011, 00:00

Horn noch aufhalten? Das wird ganz schwer. REGIONALLIGA OST / Parndorf konnte den Ausrutscher der Waldviertler nicht nutzen – die Hoffnungen schwinden.

 |  NOEN
VON BERNHARD FENZ

Freitag, der 13. (Mai) war der vorhergesagte Tag der Wahrheit. Weil Horn bei den Rapid Amateuren vor einer schweren Aufgabe stand, spekulierte das Parndorfer Lager kollektiv mit einem Punkteverlust – und dem möglichen Überholmanöver im Kampf um ein Relegationsticket. Die Nordburgenländer verloren in Waidhofen aber mit 3:4, also nützte die 3:5-Niederlage des SV Horn nichts. Alles blieb beim Alten – und die Mannschaft von Michi Streiter hat somit definitiv die besseren Karten.

Warum es für die Spieler von Simon Knöbl im Westen Niederösterreichs – wo bekanntlich am Ende der Saison aufgrund der wirtschaftlichen Situation die Regionalliga-Lichter auszugehen drohen – nicht zu einem Erfolgserlebnis gereicht hat? Der Trainer sah im Blick zurück vor allem ein Problem: Schiedsrichter Christian Werschnik. „Ich habe am Freitag eine neue Erfahrung gemacht. Nicht jedes Match beginnt mit Elf gegen Elf. Grundsätzlich unterstelle ich nichts Böses, aber vom Start weg wurden wir offensichtlich benachteiligt. Wir sind nie in den Sechzehner gekommen, weil davor stets abgepfiffen wurde – warum auch immer. Von 20 Entscheidungen waren 18 fragwürdig und gegen uns. Und nach einer halben Stunde war mir klar, dass wir das Spiel in Unterzahl beenden würden. Wir haben zwei Fouls begangen und vier gelbe Karten kassiert.“

Schwechats Keller: „Wir  holen die Punkte zurück“

In diesem Zusammenhang brachte den Coach vor allem die Verwarnung gegen Filip Juroszek auf die Palme, der im Strafraum zu Fall kam und wegen einer Schwalbe Gelb sah. Ironischer Kommentar des 32-Jährigen: „Wenigstens haben wir Juroszek nach der Szene behandeln dürfen. Auch der Schiri hat die Fahrer auf seiner Achillessehne gesehen – scheinbar ist Juroszek bei seiner Schwalbe also sehr unglücklich gestürzt …“

Nichtsdestotrotz lobte Knöbl die Leistung des SC/ESV, die Mannschaft habe „sehr viel investiert und gut gekämpft“. Trotzdem gelangen Waidhofen in Hälfte zwei drei Tore aus dem Spiel heraus – ein Umstand, den der Coach ansprechen muss: „Es ist sehr schade, dass es so kam. Fakt ist aber auch, dass die Mannschaft aufgrund des Spielverlaufs überpowert war und die Bälle so auch leider nicht mehr gehalten wurden, wie es nötig gewesen wäre.“

Am Freitag geht das Fernduell mit Horn in die drittletzte Runde. Parndorf empfängt Ritzing. Fehlen werden Thomas Jusits (Gelb-Rot) und Stephan Helm (fünfte Gelbe), wieder dabei ist hingegen der in Waidhofen gesperrte „Schoko“ Jailson. Michael Pittnauer (Zerrung) ist fraglich, sein Comeback könnte sich aber ebenso ausgehen wie jenes von Furkan Aydogdu (Seitenbandzerrung im Knie). Knöbl: „Wir müssen auf uns schauen, vom Kopf regenerieren und uns wieder neu motivieren. Wenn du einen hohen Aufwand betreibst und dann wie in Waidhofen nicht gegen elf, sondern gegen zwölf Gegner antrittst, stellt sich die Sinnfrage.“

Noch bleibt Knöbls Hoffnung aber aufrecht. Vorausgesetzt, Parndorf gewinnt die letzten drei Partien, müsste Horn noch zumindest einmal Unentschieden spielen. Am Freitag sind die abstiegsgefährdeten Schwechater zu Gast im Waldviertel. Deren Trainer Michael Keller gibt sich nach dem 1:2 gegen Sollenau zumindest kämpferisch: „Wir geben Vollgas und werden uns die verlorenen Punkte zurückholen.“

BVZ: Wie habt ihr Spieler die Partie in Waidhofen – Stichwort Schiedsrichterleistung – erlebt?

Kummerer: Im Innersten wird es bei einigen ordentlich gebrodelt haben. Aber man kann nichts dagegen machen. Ich bin grundsätzlich in dieser Hinsicht ein sehr ruhiger Typ, aber man fühlt sich halt betrogen. Wenn du siehst, dass jede einzelne kleine strittige Szene gegen dich gepfiffen wird, ist es sehr schwer.

 

BVZ: War das schon die Entscheidung im Kampf um den Relegationsplatz?

Kummerer: Noch sind drei Runden zu spielen. Dass es nicht leicht wird, ist klar. Aber wir können ohnehin jetzt nur schauen, dass wir einen weiteren Punkteverlust von Horn nützen. Dazu werden wir die letzten drei Spiele gewinnen müssen. Wichtig ist jetzt einmal, dass wir nach diesem Wochenende vom Kopf her wieder frei werden.