Erstellt am 23. November 2011, 00:00

„Ich musste künstlich Reibung reinbringen“. REGIONALLIGA OST / Ex-Trainer Simon Knöbl sieht das, was begonnen wurde, auf einem guten Weg – auch ohne ihn …

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VON BERNHARD FENZ

Die nackten Zahlen der beiden unteren Tabellen auf der rechten Spalte sind eindeutig: Unter Trainer Simon Knöbl ging im Herbst wenig bis gar nichts. Als dann Pauli Hafner das Heft in die Hand nahm, lief es wieder – zumindest, was die nüchterne Bilanz betrifft.

Die Analyse unterhalb dieser wesentlichen Oberfläche ist für den ehemaligen Coach sportlich versöhnlich. Knöbl sieht den eingeschlagenen Weg bestätigt, weiß aber mittlerweile auch, was er anders machen hätte sollen: „Der Umbruch im Sommer war größer als angenommen. Von Verletzungen und fehlendem Spielglück spreche ich gar nicht, auch wenn das dann dazukam. Ich habe mit dieser Mannschaft zu früh die spielerische und kreative Linie eingeschlagen und hätte mehr Anker setzen müssen – falls es nicht so läuft –, an die sich die Spieler festhalten können.“ So zogen Knöbl und der Verein nach der 0:3-Niederlage bei den Rapid Amateuren in Runde acht unisono die Notbremse.

Genaue Prognose nur bei  Real oder Barca möglich

Die Entscheidung bereut der ehemalige Chefcoach bis heute nicht, im Gegenteil. Der 32-Jährige sagt dazu: „Eine Änderung beim Trainer erzeugt Reibung, das ist gut so. Ich musste künstlich diese Reibung reinbringen.“

Dabei berichtet Knöbl, dass die Truppe schon einige Wochen vor dem Abgang „super trainiert“ habe. „Ich glaube, dass ich das Werkl herumreissen hätte können. Die Richtung hat gestimmt, auch wenn die Ergebnisse nicht gepasst haben. Nur konnte ich das zu diesem Zeitpunkt nicht garantieren. Deshalb war die Veränderung richtig.“ Dass die Vereinsleitung Pauli Hafner das Vertrauen schenkte und ihn nun auch zum fixen Chefcoach beförderte, wertet der in Jois wohnende Halbturner ebenfalls als richtigen Schritt: „Ein neuer externer Trainer hätte probiert, alles zu verändern und eine ganz neue Linie einzuführen. Der Pauli war so g‘scheit und hat die Strategie fortgeführt. Keiner wurde suspendiert oder rausg’haut, der Weg ging weiter und die Mannschaft steht nun zu Recht unter den ersten Drei.“

Was für den SC/ESV in dieser Saison noch drin ist, wollte Knöbl nicht genau prognostizieren: „Praktisch fix sagen kann man, dass Barcelona und Real Madrid in Spanien unter die Top-Drei kommen werden. In der Ostliga ist vieles möglich. In der vergangenen Saison Jahr hatten wir als Herbstmeister zu Beginn gleich Probleme. Daher bin ich schon sehr gespannt, wie es diesmal den Hornern ergeht.“

SC/ESV PARNDORF