Erstellt am 10. Februar 2016, 10:51

von Martin Plattensteiner

„Intelligentester Kicker“. Der Golser Jakob „Jaki“ Knöbl hat den Fußball im Burgenland – vor allem den Jugendbereich – geprägt wie kaum ein anderer. Jetzt feierte er kürzlich seinen 60. Geburtstag.

Jetzt. Der Fußball-Professor als Coach beim Jugendfutsal-Bewerb.  |  NOEN, zVg

Kaum zu glauben, aber wahr – Fußball-Tausendsassa Jaki Knöbl feierte in der Vorwoche seinen 60. Geburtstag. Da lässt es sich schon auf viele Höhe- und Glanzpunkte zurückblicken. Knöbl begann als 12-Jähriger in seiner Heimatgemeinde Halbturn mit dem Fußballsport.

In der 2. Liga agierte er schon damals als Spielertrainer, in der Landesliga führte er die Mannschaft als Kapitän aufs Feld. „Die erste Saison – 1985/86 bleibt mir ewig in Erinnerung“, so Knöbl. „Da wurden wir auf Anhieb Fünfter.“ Dem USV hielt er bis zum 31. Lebensjahr die Treue. Dann zog es ihn der Liebe (inklusive Hausbau) wegen nach Gols, die Packler hängte er vorerst am Nagel.

x  |  NOEN, zVg
Aktiv war er zunächst bei den Altherren des SV Gols. Bis ihn die Funktionäre überredeten, ein Comeback zu wagen. Es wurde mehr daraus – Jaki kickte fast noch ein Jahrzehnt für die Golser, die mitunter auch in der Regionalliga Ost vertreten waren. Eines der größten Komplimente machte ihm Koloman Gögh (der 1995 leider viel zu früh verstorbene Ex-Profi war 1976 Europameister mit der damaligen Tschechoslowakei). Bei einer Weihnachtsfeier bezeichnete Gögh seinen Mitspieler als „den intelligentesten Fußballer“, mit dem er je gekickt hatte.

Früh begann Knöbl auch als Jugendcoach. Schon als 18-Jähriger betreute er in Halbturn U12, U14 und U16. Mit 21 Lenzen war er als damals jüngster Österreicher im Besitz der A-Lizenz. „Da das Burgenland keine adäquaten Termine zur Verfügung hatte, musste ich die Prüfungen in Niederösterreich machen“, so Knöbl.

Die Halbturner U10-Minis staunten damals nicht schlecht, als sie als erstes burgenländisches Team bei internationalen Turnieren (in Wiener Neustadt und Wels) antraten. 1982 begann Knöbl das BFV-Stützpunkttraining in Neusiedl am See aufzubauen. Rasch sprach sich sein Engagement herum, das BNZ Burgenland sicherte sich seine Dienste.

Dort wurde er 1995 mit der U14-Mannschaft Österreich-Meister. Das ist bislang keinem anderen BNZ- oder AKA-Trainer gelungen. In der 95er-Truppe standen Kicker wie Dadi Maxell, Joachim Perepatics, Martin Bruck sowie die Brüder Thomas und Günther Gabriel. Auch die heutigen Profis Andi Ivanschitz (Seattle Sounders) und Martin Stranzl (Borussia Mönchengladbach) übten nach Jakis Anweisungen.

Am Gymnasium Neusiedl/See war er stets mit dabei, wenn es um die Betreuung der Schülerliga-Truppe ging. Markus Kuster (Mattersburg), Christian Gartner (Düsseldorf) und Mario Pavelic (Rapid Wien) waren zum Beispiel in einem Jahrgang unter Knöbls Fittichen.

Schülerliga, 1b, FTT,  LAZ und Tischtennis

Vier Jahre lang coachte Knöbl Neusiedls 1b-Mannschaft. Beim NSC sieht man ihn heute auch noch als Platzsprecher.

Seit vier Jahren betreut er zudem die Mädchen-Schülerligamannschaft des Gymnasiums Neusiedl. Natürlich wurden die Girlies jedes Jahr Meister. Obendrein ist er seit dem Vorjahr auch noch Burgenlands Schülerliga-Referent. Einmal pro Woche wird noch mit den Altherren in Halbturn dem Leder nachgejagt. Und da ja noch Freizeit übrig bleibt, legt Jaki außerfußballerische Überstunden ein. Mit dem Halbturner Tischtennis-Team spielt er seit dieser Saison in der 1. Klasse. Der Fußball-Professor erfand auch die „Excel-Dateien“ für den BFV, damit die Auslosungen im Nachwuchsbereich übersichtlicher gestaltet werden konnten.

Auch die U8-Turnierserien gehen auf seine Kappe. Rein „nebenbei“ trainiert(e) er FTT, BAZ und LAZ. „In Summe habe ich mehr als 1000 Kinder betreut“, weiß Knöbl heute. Dabei ist noch kein Ende in Sicht.

„Fünf Jahre sind es noch bis zur Pension“, so Jaki grinsend. „Dann möchte ich viel von der Welt sehen.“ Begonnen hat er damit dieser Tage – das Geschenk seiner Gattin (er müsse mit ihr, da sie „Turnerin“ ist, und er nur „Halb-Turner“, mithalten – ist eines seiner Zitate) war ein Flug nach Mauritius. Und am 18. Juni geht es zum EM-Endrundenmatch Österreich gegen Portugal nach Paris.

Werter Jaki, von deinem Ehrgeiz und Einsatz sowie deiner Weitsicht können wir uns alle eine Scheibe abschneiden. Bleib gesund und schätze die persönliche Zufriedenheit – die besten Wünsche zum 60er!