Erstellt am 14. Oktober 2015, 10:54

von Christopher Schneeweiß und Martin Ivansich

Bauchfleck im Prestige-Derby. Neusiedl schaffte das Wunder und besiegte überraschend den Erzrivalen Parndorf auswärts mit 3:1.

Des einen Freud, des anderen Leid. An Parndorf-Tormann Stefan Krell (l.) lag es mit Sicherheit nicht, dass die Hausherren das Derby verloren. Dennoch war er zum Zuschauen verdammt während die Bezirkshauptstädter einen 3:1-Prestige-Erfolg auswärts im Heidebodenstadion feierten.  |  NOEN, Ivansich

Neben Parndorfs Kapitän Sascha Steinacher fiel diesmal mit Sebastian Leszkovich (Muskelverhärtung) ein zweiter Kreativspieler aus. „Wir waren zu ungeschickt. Gegen so einen Gegner muss man Geduld zeigen“, meinte Parndorfs Trainer Richard Slezak. Seine Truppe fing sich in Minute 26 ein unglückliches Gegentor ein.

Ein Freistoß von Eric Eberl wurde von Parndorfs Alen Dedic ins eigene Tor abgelenkt. Minuten später rutschte Thomas Jusits unbedrängt aus und verlor den Ball. Neusiedls Marian Tomccak schnappte sich das Leder und behielt im Duell mit Parndorf-Tormann Stefan Krell die Nerven. „Wenn man dann 2:0 hinten ist und der Gegner hinten dicht macht, wird es schwer. Wir haben uns aber auch zu wenige Torchancen erspielt“, so Slezak.

Kurz vor der Pause jubelten die Heimischen nach einem Kopfball-Treffer. Der wurde aber wegen Abseits aberkannt. Nach dem Seitenwechsel schien das Spiel entschieden, als Roman Christ einen Strafstoß zum 3:0 verwandelte.

Neusiedls Abwehr ließ nicht viel zu

Danach rannten die Hausherren lange Zeit am Neusiedler Abwehr-Beton an bzw. verhinderte Goalie Krell mit tollen Reflexen sogar einen höheren Rückstand. David Dornhackl gelang zwölf Minuten vor dem Ende per Kopf der Anschlusstreffer, der gleichzeitig die Parndorfer Schluss-Offensive einläutete. Allerdings blieb der SC/ESV bei den Versuchen, das Spiel doch noch zu drehen, harmlos. Neusiedl Kampfgeist wurde am Ende mit einem 3:1-Sieg belohnt, der auch unter die Kategorie verdient fällt.

Was hat der NSC besser gemacht? „Wir sind kompakt gestanden und haben wenig zugelassen“, berichtete Coach Manfred Wachter, der vor dem Spiel seine Schützlinge mit einem Plakat motivierte. „Da standen sämtliche Sensationen im Fußball der letzten Jahre drauf“, berichtete Tormann Adi Kaiser und schmunzelte:

„Sicherlich war es etwas Besonderes, dass wir in Parndorf gewonnen haben. Aber so sensationell auch wieder nicht. Zuhause haben wir Parndorf schon ein paar Mal geschlagen.“ Was der Trumpf des NSC war? „Die defensive Kompaktheit. Überhaupt nach dem 2:0“, so Kaiser.