Erstellt am 25. Februar 2015, 09:01

von Bernhard Fenz

Ein Brunnen soll das Platzproblem lösen. Kunstrasen gesperrt, Naturrasen durch Seewasser-Bewässerung (zu) oft beleidigt - nun soll frischeres Nass helfen.

Kunstrasen-Problem: Trainiert werden darf in Neusiedl (wie hier der Nachwuchs), Meisterschaftsspiele sind nicht erlaubt.  |  NOEN, Böhm-Ritter
Die Platzproblematik bei Ostligist SC Neusiedl am See (Erwachsenen-Mannschaften, Damen-Mannschaft, Nachwuchs-Mannschaften) hat mittlerweile bedenkliche Ausmaße erreicht. Aktuell ist mit dem Hauptfeld der Seestädter nur noch eines der drei zur Verfügung stehenden Spielfelder für Meisterschaftsspiele komissioniert. Weder am Trainingsplatz, noch am Kunstrasen, dürfte gespielt werden.

Klubmanager Lukas Stranz: „Viele Mannschaften haben sich wegen der Bedingungen aufgeregt, mittlerweile wurde uns vom Verband aus nach einer Prüfung untersagt, am Kunstrasen Pflichtspiele abzuhalten.“ BFV-Geschäftsführer Simon Knöbl bestätigte das: „Wir haben aufgrund von Beschwerden eine Expertise eingeholt, die besagt hat, dass die Anforderungen des Kunstrasenplatzes für Pflichtspiele nicht ausreichend sind.“

Brunnen soll angelegt werden

Ausgegeben haben man von Neusiedler Seite bereits einiges, um etwa die beschädigten Stellen am Kunstrasen zu beheben. Stranz: „Beispielsweise haben sich die Teppichrollen aufgewölbt, die sind nun wieder allesamt engeklebt. Es gibt sicher bessere Plätze, aber trainiert und getestet werden kann darauf sehr wohl.“ Stranz und das gesamte NSC-Team stehen aufgrund der eingeschränkten Spielerlaubnis mittlerweile vor einem logistischen Problem: Wo sollen die Teams während der Meisterschaft kicken?

Hier könnte es eine laut dem Klubmanager eine baldige Lösung geben, um künftig die bislang problematische Lage auf den beiden Naturrasenfeldern in den Griff zu bekommen: „Bislang wurden die Plätze mit Seewasser gegossen – dadurch ist der Rasen öfter abgestorben und konnte nicht optimal ausgelastet werden. Jetzt soll ein Brunnen angelegt werden, damit wir künftig mit frischerem Wasser gießen können. Davon erwarten wir uns eine weit bessere Widerstandsfähigkeit auf den beiden Naturrasenfeldern.“

Naturrasenproblem im Griff, Kunstrasen nicht 

Bis Anfang der Frühjahrssaison wird sich noch keine praktische Umsetzung ausgehen, früher oder später soll aber umgestellt werden. Dann sind Stranz und Co. auch zuversichtlich, dass sich der komplette Meisterschaftsbetrieb unter einen Hut bringen lässt. Dass der zehn Jahre alte Kunstrasenplatz bald wieder zumindest als Ausweichstätte für Meisterschaftsspiele zugelassen ist, scheint zum jetzigen Zeitpunkt hingegen absolut unwahrscheinlich. Denn dafür, so Stranz, müsse auf dem Gemeindegrund ein neues künstliches Grün verlegt werden. „Die Kosten dafür würden rund 250.000 Euro betragen. Wir als Verein können uns das sicher nicht leisten – und die Stadtgemeinde als Grundstückseigentümer hat einen strikten Sanierungskurs, das wird also auch nicht möglich sein.“

Ein nüchterner Eindruck, den VP-Bürgermeister Kurt Lentsch auch bestätigt: „Aktuell habe ich das Thema Sportanlage nicht am Tisch. Diese ist an den NSC verpachtet. Ich glaube, es besteht keine Notwendigkeit, Meisterschaftsspiele auf Kunstrasen abzuhalten, das macht meines Wissens nach auch kein anderer Verein.“

NSC-Klubmanager Lukas Stranz: „Verband hat Pflichtspiele am Kunstrasen untersagt.“