Erstellt am 17. November 2010, 00:00

Stark, aber auch ausbaufähig. REGIONALLIGA OST / Der SC/ESV ist Herbstmeister, noch dazu bereits mit einem kleinen Polster auf die Nicht-Amateur-Klubs – Verbesserungspotenzial ist jedoch vorhanden.

Slaven Lalic hatte nach dem Sieg gegen die SVM-Amateure seinen Spaß und schnappte sich die große Parndorf-Fahne zum Spontanjubel. 30 Punkte sind auch ein guter Grund dazu...  |  NOEN
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VON BERNHARD FENZ

Platz eins ist über den Winter gesichert, der nächste (und somit für die Verteilung des Relegationstickets relevante) Nicht-Amateur-Klub liegt bereits fünf Punkte zurück und der „echte“ Konkurrent Horn steht gar vor einem Sieben-Zähler-Loch.

Ergo sieht die Parndorfer Bilanz nach dem Herbst durchaus rosig aus. Nur logisch, dass Trainer Simon Knöbl zufrieden resümieren kann: „Wir haben einen Polster auf die Relegations-Konkurrenten herausgearbeitet, wir weisen zudem das beste Torverhältnis auf, wir sind Erster und wir haben eine gut funktionierende Mannschaft. Daher ist auch klar, dass wir unsere Ziele schärfen können. Natürlich wollen wir oben bleiben, jetzt wollen wir natürlich mehr denn je die Relegation erreichen und können auch gezielt darauf hinarbeiten. Im Vorjahr ist uns das alles mehr oder weniger passiert, diesmal stehen die Vorzeichen anders.“ Verantwortlich für das Erreichen der 30-Punkte-Marke (die ja auch als Ziel ausgegeben wurde) war ein starkes Finale im Herbst, das mit dem 2:1-Erfolg gegen die SVM Amateure würdig abgeschlossen wurde.

„Wir sind noch nicht so  abgeklärt wie gewünscht“

Ein Spaziergang war die Partie gegen die Mattersburger aber nicht, im Gegenteil. Gerade in der ersten halben Stunde geigten die Gäste auf, das 0:1 unmittelbar vor der Halbzeit (nach Fehler von Christoph Jank) war verdient. „Wir wurden hier zu Recht bestraft“, sagt Knöbl, der bei seinen Spielern schon im Vorfeld eine gewisse Anspannung registrierte: „Viele Spieler haben so eine Situation noch nicht erlebt, darum waren wir in der ersten Halbzeit auch gehemmt und irgendwie vom Kopf her immer wieder um den einen Schritt langsamer.“

Speziell die schwachen ersten 30 Minuten, in denen Parndorf nicht die Kontrolle über die Partie innehatte, sind auch ein gutes Beispiel dafür, was künftig noch besser klappen muss. „Wir sind noch nicht so abgeklärt wie gewünscht. Daran müssen wir arbeiten.“

Freuen wird sich der 31-jährige Trainer aber gleichzeitig über einen anderen Umstand. So wie gegen Baumgarten, Horn oder die Rapid Amateure fand der SC/ESV trotz eines Rückstandes wieder zurück ins Spiel. „Das spricht für die Mannschaft, sie hat Charakter und Stärke bewiesen.“

Ein wenig Glück war freilich auch dabei. So übersah Schiri Alfred Kern, dass sich Goldtorschütze Thomas Jusits vor dem Treffer den Ball mit der Hand mitgenommen hatte. Knöbl: „Stimmt, wir hatten schon auch ein bisschen Glück. Andererseits wurde uns wiederum ein klarer Elfer vorenthalten.“ Sei’s drum. Die Fakten: Parndorf ist Titel-Favorit und ersten Anwärter auf die Relegationsspiele – die steigen übrigens im Juni gegen den Vorletzten der Ersten Liga.

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Neuzugänge? „Werden  uns zusammensetzen“

Personell wird es im Winter wohl nur kleine Veränderungen geben – schließlich besteht kein radikaler Handlungsbedarf. Fest steht, dass Peter Jandrisevits aufgrund seines beruflichen Hintergrunds (Polizeischule in Graz) den SC/ESV verlassen wird. Auch Mario Fischer (Bundesheer) fällt weg – qualitativ sinnvolle Ergänzungen wären also kein Nachteil. Gleichzeitig stellt sich die Frage, wann der rekonvaleszente Dominik Friedl (Kreuzbandriss) wieder voll einsteigen kann – und ob Philipp Galee wieder der Anschluss gelingt. Externe Neuzugänge? „Wir werden uns sicher mit Gerhard Milletich und Andi Hackstock zusammensetzen. Es wäre aber kontraproduktiv, irgendwelche Spieler zu holen, nur weil sie gerade zufällig frei sind. Die müssten schon zu uns passen.“