Erstellt am 22. Juni 2011, 00:00

TOP-THEMA. BEHINDERTENSPORT / Georg Tischler kürte sich wie erwartet zum Staatsmeister im Kugelstoßen, ärgert sich aber über neue Regeln.

Einsame Spitze im Land

VON MICHAEL PINTER

„Mit Speer und Diskus fehlt mir eigentlich die Technik, die trainiere ich auch nicht explizit. In diesen Bewerben lebe ich nur von meiner Kraft“, erzählte Georg Tischler vorige Woche im Vorfeld zur Österreichischen Staatsmeisterschaft in Villach. Dennoch holte er nun, wie auch schon in den vergangenen Jahren, in diesen Bewerben wieder Medaillen. Mit einer Weite von 21,62 Metern im Speerwurf sicherte er sich ebenso die Silbermedaille wie mit 21,56 Metern im Diskuswurf.

Überlegenes Gold gab es dafür, wie erwartet, in seiner Paradedisziplin Kugelstoßen. Mit 9,13 Metern blieb Tischler jedoch deutlich unter seiner Weite von Kroatien (9,26 Meter) zurück.

Regeländerung zwingt  Tischler zur Umstellung

Der Golser zeigte sich dennoch zufrieden: „Schön langsam bekomme ich die Kugel wieder besser in den Griff.“ Dass es in der nahen Zukunft wohl keine neuen Rekorde geben wird, dafür sorgt einmal mehr das Internationale Olympische Komitee, das für die Olympiasaison die flexiblen Rückenlehnen verboten hat. „Leider hat uns das Komitee durch diese Änderung etwas ins Out gesetzt, da unsere Behindertenklasse im Kampf um die Medaillen nur mit diesen flexiblen Teilen konkurrenzfähig ist. So nehmen uns die Funktionäre, wie schon in Peking 2008, die Chance auf eine tolle Platzierung“, ärgerte sich Tischler.

Beim nächsten Event, den Offenen Italienischen Meisterschaften Anfang Juli in Padua, will sich der Weltrekordler trotzdem weiter steigern.