Erstellt am 01. Juni 2011, 00:00

Und plötzlich ist alles anders: Erste Liga ruft. REGIONALLIGA OST / Parndorf kann heute, Mittwoch, gegen Ostbahn den Titel fixieren und in die Relegation einziehen.

Beinhartes Duell: Philipp Galee (l.) gegen Peter Hawlik – am Ende jubelte dann Ersterer.  |  NOEN
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VON BERNHARD FENZ

Die Rechnung war einfach: Horn musste bei den bereits geretteten Neusiedlern und gegen die ebenfalls abgesicherten Sollenauer gewinnen, dann hätten Parndorf auch keine Kantersiege mehr geholfen. Es kam bekanntlich anders. Der NSC bewies gegen die Waldviertler Stärke und überraschte. Parndorf mühte sich bei den SVM-Amateuren zu einem 2:1-Erfolg in letzter Sekunde. Die Konsequenz: Plötzlich hat der SC/ESV alle Trümpfe in der Hand. Ein Sieg heute, Mittwoch, gegen Ostbahn wäre gleichbedeutend mit dem Meistertitel und dem Ticket für die Relegation gegen die Vienna.

Trainer Simon Knöbl über die verrückte Runde: „Wir waren abhängig von Horn und einem Ausrutscher. Nach unserer Niederlage in Waidhofen habe ich eigentlich nicht mehr damit gerechnet. Andererseits muss man in Neusiedl erst einmal gewinnen – uns ist das unter meiner Ära noch nicht gelungen.“ Auch Obmann Gerhard Milletich zeigte sich höchst überrascht von der Niederlage der Niederösterreicher in der Seestadt: „Damit habe ich nicht gerechnet.“

Nervenaufreibend war aber vor allem das Spiel der eigenen Mannschaft. Erst verhauten die Gäste in Mattersburg einige Hochkaräter, dann stellte ein abgefälschter Schuss alles auf den Kopf. Als dann auch noch Goalie Markus Böcskör ausgeschlossen wurde (Schiri Thomas Paukovits sah bei seinem Foul einen Torraub – eine zu harte Interpretation), sahen die Gäste wie die sicheren Verlierer aus. Knöbl: „Da habe ich mir gedacht: Das ist ein Tag zum Wegschmeißen.“ Was folgte, war in nummerischer Unterzahl ein verzweifelter Versuch, das Ruder herumzureißen. Als es schon danach aussah, als ob nichts mehr ginge, schaffte Michi Pittnauer mit einem Drehschuss die Wende. Zu Beginn der Nachspielzeit war der Parndorfer Wahnsinn dann perfekt, als Miroslav Milosevic mit einem Freistoß doch noch der Siegestreffer gelang (siehe rechts).

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Über Simmering in  Richtung Döbling

Heute, Mittwoch, kann die Truppe von Simon Knöbl gegen Fixabsteiger Ostbahn den Ostliga-Titel (da auch die Aus-tria Amateure in Schwechat Punkte ließen) fixieren. Das wäre aus Parndorfer Sicht nicht nur ein unerwartet schönes Saisonende, sondern auch der Beginn einer neuen Herausforderung – der Relegation. Diese ginge dann im Falle des Falles gegen die Vienna (erstes Spiel am 8. Juni auf der Hohen Warte, Rückspiel am 11. Juni) über die Bühne.

Knöbl: „So weit denken wir noch nicht. Jetzt steht einmal das Spiel gegen Ostbahn an. Die haben nichts zu verlieren, und vielleicht wollen sich auch einige Spieler noch einmal präsentieren. Der Druck liegt bei uns. Wir wollen jetzt aber als Meister in die Relegation.“

Bis auf den gesperrten Markus Böcskör sollte es keine aktuellen Ausfälle geben.

Übrigens: Die (unerwartete) Großchance auf den Einzug in die Relegation bringt nicht nur Freuden mit sich. Der Verein muss bei der Kaderplanung bis zum Ende einer möglichen Relegation zweigleisig fahren und für die Ostliga oder die Erste Liga planen. Aber das ist angesichts der neuen Möglichkeiten wohl eine der angenehmeren Zusatzaufgaben.