Erstellt am 02. November 2011, 00:00

Verstecken nicht mehr nötig. REGIONALLIGA OST / Nach zwei Kantersiegen steht die Mannschaft unter den Top-Fünf. Der weitere Plan: Erst die Herbstsaison fertigspielen, dann offene Themen klären.

Die Parndorfer Mannschaft ist sich in den letzten beiden Spielen definitiv nähergekommen. Das belegen auch die klaren Ergebnisse – erst das 6:2 am Dienstag vergangener Woche in Stegersbach, dann das 5:0 am Samstag in Ritzing. Es durfte gejubelt werden.OTTO GANSRIGLER  |  NOEN
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VON BERNHARD FENZ

Abseits der beiden verbleibenden Meisterschaftsspiele gegen die Mattersburg- und die Austria-Amateure lautet schließlich die wichtigste Frage: Von welchem Trainer wird der SC/ESV in Zukunft betreut?

Der Kontakt der Nordburgenländer zum ehemaligen Hartberg-Chefcoach Bruno Friesenbichler besteht bekanntlich (die BVZ hat berichtet). Es gab am Nationalfeiertag ein erstes Gespräch, derzeit ruhen aber die Verhandlungen. Warum es noch zu keinem Abschluss gekommen ist, erklärt Obmann Gerhard Milletich: „Wir haben uns darauf geeinigt, dass wir uns nach Ende der Herbstsaison zusammensetzen. Jetzt sollen einmal die letzten beiden Runden fertiggespielt werden, dann sehen wir weiter.“

Der Bedarf eines Schnellschusses besteht schließlich nicht (mehr). Durch zwei volle Erfolge beim Nachtrag in Stegersbach und am Samstag in Ritzing katapultierten sich die Nordburgenländer nach oben. Dort, in den abgesicherten Regionen, soll sich die Mannschaft nun festsetzen, um über den Winter die weitere Stoßrichtung der Ostliga-Truppe zu fixieren.

Milletich über Hafner: „Er  genießt unser Vertrauen“

Inwieweit dabei dann tatsächlich eine Aufholjagd, der aktive Kampf um den Meistertitel und Aufstiegsambitionen ins Kalkül gezogen werden, hängt auch von den letzten beiden Runden ab. Fünf Punkte Rückstand auf Leader Horn wirken überschaubar, tatsächlich aber präsentier(t)en sich die Waldviertler bis dato als das mit Abstand kompletteste Team der Liga. So sich die Lücke nicht schließt, wird der Fokus von der Momentaufnahme wohl auf eine langfristigere Ebene gehoben. Die gilt der Zusammenstellung einer Mannschaft mit Perspektive (für welche Liga, wird sich dann zeigen). All diese Faktoren werden dann in ein großes Ganzes zusammengefasst – herauskommen soll dann jener Trainer, der die längerfristigen Ziele und Bestrebungen des Vereins am besten umsetzen kann.

Bevor diese Thematik aber in Angriff genommen wird, sind die Spieler und Interimstrainer Paul Hafner am Zug. Letzterer darf sich zumindest bis zum Ende der Herbstsaison weiter behaupten, das bestätigte auch der Klubboss: „Hafner genießt unser Vertrauen.“ Wer weiß, womöglich wird der 34-Jährige gar zu einer Option… Vorerst ist für Hafner aber vor allem ein Punkt wichtig: „Neben dem Erfolg ist zuletzt auch der Spaß zurückgekehrt. Das ist deutlich spürbar.“

Hinzukommen elf Tore in den letzten beiden Spielen. Aus Sicht des Wahl-Podersdorfers kein Zufall: „Wir haben in den letzten Wochen explizit viele Offensivaktionen trainiert. Das hat sich jetzt ausgezahlt.“ Vor dem Spiel gegen die Amateure des SV Mattersburg ist Pauli Hafner aber auch eines ganz wichtig: die nötige Konzentration. „Wir müssen einerseits auf die Euphoriebremse drücken, andererseits darf die Mannschaft jetzt ja nicht nachlassen. Die SVM-Amateure werden sich defensiv präsentieren, da wird uns nichts geschenkt.“

Euphoriebremse hier,  Kaltschnäuzigkeit da?

Also gilt es, sich in der Gefahrenzone zu verbeißen und Druck aufzubauen. Das sollte laut Hafner auch gut klappen, selbst trotz des holprigen Spielfelds im Heidebodenstadion: „Wir müssen nicht immer von hinten herausspielen, sondern können die Bälle auch schon einmal schneller in die Offensive bringen – die haben Jailson und Wemmer dann gut halten können, dadurch konnte der Rest nachrücken. Das ist also auch ein probates Mittel.“

SC/ESV PARNDORF