Erstellt am 24. August 2011, 00:00

Wird Derby eine Starthilfe?. REGIONALLIGA OST / Neusiedl braucht den ersten Sieg wie einen Bissen Brot. Parndorf muss ebenso danach trachten, volle Punkte zu machen, um vorne dran zu bleiben.

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VON CHRISTOPHER SCHNEEWEISS

NEUSIEDL - PARNDORF, FREITAG 19 UHR. Die Ausgangslage des Mega-Bezirksderbys ist eine dramatische. Der SC Neusiedl baumelt angeschlagen in den Seilen und hat nach drei Runden noch keinen einzigen Punkt am Konto. Dazu möchte Parndorf den Anschluss an die Spitze nicht verlieren und braucht einen Sieg, um aufzuschließen. Mit anderen Worten: Beide Parteien brauchen drei Punkte wie einen Bissen Brot. Was dem Spiel unglaubliche Brisanz verleiht.

Parndorfer hadern mit der  prekären Personalsituation

Verschärfend wirkt dabei die personelle Situation bei den Parndorfern. Philipp Chlup und Thomas Jusits fehlen aufgrund ihrer Sperren im Spiel gegen Schwechat. Außerdem ist der Kader nach aktuellem Stand der Dinge als Lazarett zu bezeichnen: Am Samstagtraining standen Trainer Simon Knöbl gerade einmal acht Spieler zur Verfügung. Daniel Gangl musste zudem das Training aufgrund seiner Schmerzen (Ristprellung) abbrechen. Zu den angeschlagenen Spielern zählen David Böhmer, Sascha Mauerhofer und Richard Stern, verletzt und aller Wahrscheinlichkeit gegen Neusiedl nicht dabei sind Roman Kummerer, Julian Salamon und Milan Jankovic. In Anbetracht der Notsituation prognostizierte eine österreichische Tageszeitung sogar das Comeback von 1B-Oldie Paul Hafner. Knöbl revidierte: „Das ist sehr unwahrscheinlich. Ich denke, wir haben genug Kräfte, um die Verluste wettzumachen.“

Bei Neusiedl ist bis auf den langzeitverletzten Rene Summer alles fit. Dass beim Derbygegner einige Kräfte ausfallen werden, rief bei Neusiedl-Coach Harald Toth keine Euphorie hervor. „Wir müssen uns ohnehin auf uns selbst konzentrieren. Außerdem denke ich, dass es egal ist, wie viele Spieler bei Parndorf ausfallen. Die haben einen Kader, der groß genug ist.“

Knöbl: „Neusiedler können  sehr gefährlich werden“

Toth baut stattdessen auf die heimische Derbybilanz. Gegen Parndorf habe sich seine Mannschaft zuhause immer noch tadellos präsentiert. „Mit den Fans im Rücken ist einiges möglich“, hofft er auf eine Reinkarnation seiner Mannschaft. Knöbl warnt aber nicht nur vor dem „Hexenkessel“ in der Seestadt. „Der NSC ist von Spiel zu Spiel besser geworden. Außerdem steht er mit dem Rücken zur Wand und braucht einen Sieg gegen uns. Das macht die Angelegenheit umso schwieriger.“

Der Neusiedler Cheftrainer ist übrigens überhaupt nicht traurig, dass nach drei Niederlagen en suite der Titelfavorit Parndorf auf dem Programm steht. „Eben weil in einem Derby alles möglich ist“, erklärt er und bekräftigt, er werde seine Truppe für das Match „ordentlich anstacheln.“ Dass auf Seiten der Parndorfer mit Julian Salamon und Daniel Gangl zwei Ex-NSCler spielen könnten, kratzt Toth wenig. „Das ist Schnee von gestern, sie sind diesen Weg gegangen und damit basta.“ Der (verpatzte) Saisonstart wäre übrigens für Toth bei einem Sieg auch nicht mehr so tragisch, denn: „Dann wären wir nur einen Punkt hinter dem Titelanwärter Nummer eins. Und das kann dann wiederum nicht so schlecht sein.“