Erstellt am 27. März 2013, 00:00

WM: Tischler tritt an. Kugelstoßen / Der Golser Georg Tischler möchte bei der WM im französischen Nyon gegen das unfaire Bewertungssystem ankämpfen.

Von Angela Pfalz

BEHINDERTENSPORT / Georg Tischler wird bei der Leichtathletikweltmeisterschaft für Behinderte im Juli in Lyon an den Start gehen. Ursprünglich entsprach das nicht dem Plan des Golsers, der nun vom Österreichischen Behindertensportverband nominiert wurde.

„Ein wichtiger Beweggrund für mich, an der WM teilzunehmen, ist die Bekämpfung des unfairen Reglements der Klassenzusammenlegung. Es wird vor Ort ein Athleten-Meeting geben, wo wir gemeinsam auftreten und auf diesen Umstand hinweisen werden“, erklärt der Weltrekordhalter. Hintergrund dazu: Bis 2011 gab es in Tischlers Klasse flexible Haltestangen. Dann wurden die Klassen zusammengelegt. Als Ausgangsmarke gilt Tischlers Weltrekord von 10,32 Metern. Diese entspricht 1000 Punkten.

„Möchte dieses unfaire Reglement bekämpfen“ 

„Jetzt wo wir keine flexiblen Teile mehr haben und mit der stärkeren Klasse F55 zusammengelegt wurden, können wir solche Weiten nicht mehr erreichen“, meint Tischler, der sich dementsprechend auch keine Hoffnung auf eine Medaille macht.

„Es wäre schon ein großer Erfolg, das Finale zu erreichen und eventuell der beste meiner Klasse zu werden“, so Tischler über seine Ziele für die Weltmeisterschaft. Bereits im Februar hat sich der Golser mit einem Schreiben an das Paralympische Komitee gewendet. Auf eine Antwort wartete er bisher vergebens. Letztendlich waren es auch Tischlers Kollegen, die ihn überredeten an der WM teilzunehmen, um ihrer Stimme Gewicht zu verleihen.

„Auch wenn sich mein Karriereende bereits anbahnt, möchte ich dieses unfaire Reglement dennoch bekämpfen, um vielleicht der nächsten Generation einen Dienst zu erweisen“, so Tischler.

Sein erster internationaler Auftritt und gleichzeitig eine Standortbestimmung vor der WM wird bei den kroatischen Meisterschaften von 25. bis 26. Mai in Varazdin sein.