Erstellt am 14. Oktober 2015, 09:22

von David Hellmann

„Ich warte natürlich auf andere Angebote“. Ex-Austria Wien- und SKN-Sankt-Pölten-Trainer Herbert Gager sprach mit der BVZ über seine neue Rolle beim USC Pilgersdorf.

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BVZ: Vor rund 14 Monaten haben Sie noch vor 35.000 Zuschauern in der Europa League auswärts gegen PSV Eindhoven gecoacht, nun helfen Sie beim USC Pilgersdorf aus. Haben Sie eigentlich einen Kulturschock, Herr Gager?

Herbert Gager: Nein, überhaupt nicht. Mir ist bewusst, dass das Pilgersdorf ist und so habe ich auch kein Problem damit, vor weniger Zuschauern zu stehen.

Was machen Sie genau?

Gager: Das ist einfach: Ich helfe dem Verein in den letzten vier Runden, die sportliche Situation zu verbessern. Ich bin aber in keiner offiziellen Funktion tätig, sondern werde Trainer Thomas Schwarz lediglich bei seiner Arbeit bis Winter unterstützen.

Warum eigentlich?

Gager: Thomas war mein Spieler in der Austria-Akademie. Ich kenne ihn und seinen Vater schon lange. Sie haben mich gefragt, ob ich helfen würde. Und bevor ich jetzt daheim sitze und nichts tue, habe ich zugesagt. Eines ist aber auch klar: Ich will vom Fußball leben und warte natürlich auf andere Angebote.

Kann man die Arbeit im Profigeschäft irgendwie mit dem Unterhaus vergleichen?

Gager: Das kann man nicht. Das ist etwas ganz anderes. Unterklassig weiß man nie, wie viele Leute man tatsächlich beim Training hat, ob man überhaupt einen Tormann hat und so weiter. Aber das kenne ich bereits aus meiner Zeit in Draßmarkt.

Apropos Draßmarkt: Aufgrund Ihrer Vergangenheit als Spieler dort ist die Liga ja nicht gänzlich Neuland für Sie, oder?

Gager: Ich war jetzt zwar zwei Saisonen weg, aber ich weiß in etwa, was mich erwartet – obwohl das gar nicht entscheidend ist. Wichtiger ist, dass wir an den eigenen Stärken arbeiten und ich helfen kann, dass man sich in Pilgersdorf wieder in die richtige Richtung bewegt.

Ärgert Sie es, dass ihr Debüt gegen Ex-Klub Draßmarkt am Wochenende ins Wasser gefallen ist?

Gager: Auf jeden Fall. Ich habe mich schon sehr darauf gefreut. Die Konstellation wäre einzigartig gewesen. So war es halt wieder ein Sonntag, der fad war.