Erstellt am 03. November 2016, 05:02

von Dietmar Heger

„Alles, was noch kommt, ist Bonus“. Horitschon-Coach Christoph Mandl sprach mit der BVZ über die Herbst-Erfolge, seine Favoriten und die Regionalliga.

Fußballreise. Horitschon-Trainer Christoph Mandl (l.) nutzte das spielfreie Wochenende seines Teams um mit seinem Vater Norbert und Rene Heiling unter anderem das Revierderby zwischen Dortmund und Schalke (0:0) zu verfolgen.  |  zVg

BVZ: Tabellenführer Horitschon. Das wurde in der Vorwoche für drei Tage Realität. Könnte man sich daran gewöhnen?

Christoph Mandl: Natürlich fühlt sich das gut an, aber ich will das nicht überbewerten. Zumal uns Mattersburgs Amateure und Parndorf II auch schon wieder überholt haben.

Hätten Sie beim Amtsantritt mit so einer Herbstrunde gerechnet?

Mandl: Damit konnten wir nicht rechnen. Im Sommer wurden mit Johnny Mertl und Patrick Derdak zwei Top-Spieler abgegeben. Im Gegenzug wurden ich als junger Trainer und ausschließlich junge Spieler verpflichtet. Zu Beginn lief es dann auch nicht gleich gut. Wir wurden nach nur drei Punkten nach drei Runden ja gleich als Abstiegskandidat gehandelt.

Damals bemerkte man das Fehlen eines gelernten Stürmers deutlich. Davon kann jetzt keine Rede mehr sein, oder?

Mandl: Wir haben gezeigt, dass es auch ohne Kracher im Sturm funktionieren kann. Wir sind vorne sehr flexibel und wenig ausrechenbar. Wenn ein Gegner, wie zuletzt Eberau, unseren besten Torschützen (Anm.: Willi Leser) aus dem Spiel nimmt, machen eben die anderen die Tore. Gegen den Vorjahresmeister waren es drei Verteidiger.

Bedarf es trotz der tollen Bilanz im Winter Änderungen am Kader?

Mandl: Punkto Qualität passt es und auch das Team harmoniert gut, da braucht man nichts ändern. In der Breite müssen wir allerdings arbeiten. Wir haben schon einige junge Spieler aus dem Bezirk kontaktiert. Wir müssen unsere U23 aufwerten, um neue Talente an die Erste heranzuführen.

Du legst für dein Team immer wieder Zwischenziele fest. Wie lautet jenes für den Herbst?

Mandl: Sicher nicht der Herbstmeistertitel. Wir haben mit dem Derbysieg gegen Deutschkreutz unser Herbstziel von 25 Punkten bereits erreicht. Alles, was jetzt noch kommt, ist ein Bonus. Natürlich wollen wir auch die beiden ausständigen Spiele gewinnen und dann sehen wir, was rauskommt.

Hand aufs Herz. Der Herbstmeistertitel ist kein Thema?

Mandl: Absolut nicht. Ich möchte dieses Thema gar nicht an die Mannschaft heranlassen. Wir müssen schauen, dass wir nicht nachlassen, sonst geht es schnell in eine andere Richtung.

Vor der Saison nannten Sie Mattersburg Amateure, Draßburg und Parndorf II als Meisterschaftsfavoriten. Wie sieht ihre Einschätzung jetzt aus?

Mandl: Ich bleibe bei meinen Tipps. Mattersburg und Parndorf haben das ohnehin bestätigt. Draßburg hatte einen durchwachsenen Herbst, wird aber im Frühjahr aufkommen.

Das Derby gegen Deutschkreutz haben Sie mit ihrem Team klar gewonnen. Trotzdem spielt auch der Lokalrivale eine gute Saison. Wie schätzen Sie die Leistungen der Deutschkreutzer ein?

Mandl: Ich freue mich, dass sie heuer eine gute Rolle spielen und nichts mit dem Abstieg zu tun haben. Für den Bezirk ist es gut, wenn wir zwei starke Burgenlandligisten haben.

Sie waren vor ihrem Engagement in Horitschon zwei Jahre als Co-Trainer in der Regionalliga Ost tätig. Ist diese Liga für Horitschon erstrebenswert?

Mandl: Die Regionalliga ist eine super Liga. Ich durfte das zwei Jahre lang genießen. Aber für Horitschon ist es aus meiner Sicht aus wirtschaftlichen Gründen nicht zu bewerkstelligen. So realistisch sind unsere Funktionäre und auch ich.

Interview: Didi Heger