Erstellt am 10. November 2010, 00:00

 Die Perfektionisten.  2. KLASSE MITTE / Der SC Großwarasdorf sicherte sich in der

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VON DIETER DANK

Es ist vollbracht. Der SC Großwarasdorf/Nebersdorf krönte sich zum Herbstmeister der 2. Klasse Mitte – und das durchaus souverän und verdient. Vor der Saison rechneten die wenigsten Experten mit diesem Erfolg, wurden doch mit Dörfl, Hirm, Kroatisch Minihof, Nikitsch und Oberloisdorf andere Vereine weit höher eingeschätzt. „Es ist ein einfach unbeschreiblich schönes Gefühl ganz oben zu stehen, weil es doch auch eine Überraschung ist“, fand Obmann Martin Karall nur lobende Worte für seine Mannschaft. Die Truppe von Erfolgscoach Marijan Ilja hatte einen guten Saisonauftakt und zog mit dem 1. Klasse-Absteiger Hirm in der Tabelle im Gleichschritt davon. Den Platz an der Sonne sicherten sich die Großwarasdorfer erstmals am sechsten Spieltag. In weiterer Folge gab es oftmalige Rochaden mit den Hirmern um die Pole Position. Da man aber im Nachtragsspiel zu Hause gegen Kroatisch Geresdorf nicht über ein Unentschieden hinaus kam, ging es in der letzten Begegnung im direkten Duell gegen Hirm um die Winterkrone. Das Spiel wurde in beeindruckender Manier mit 3:0 gewonnen und der darauf folgende Jubel kannte keine Grenzen. Es gibt viele Faktoren für diesen sehenswerten Erfolg. In erster Linie liegt es an der Kompaktheit und Geschlossenheit des Teams. Erwähnenswert ist vor allem die Defensive, die von einem umsichtigen Torhüter Michael Hipsag dirigiert wurde. „Wir hatten am Anfang doch sehr schwere Aufgaben zu meistern, danach haben wir einen Lauf bekommen“, begründet der Keeper diesen Erfolgsrun.

Die Abwehr trat immer  in anderer Formation auf

Aufgrund der Tatsache, dass Großwarasdorf eigentlich fast nie in der gleichen Abwehrformation auflaufen konnte, ist es umso erstaunlicher, wie wenige Gegentreffer zugelassen wurden. So musste zum Beispiel ein gestandener Spieler wie Milan Horvath aufgrund von Muskelproblemen des Öfteren vorgegeben werden. Weitere verletzungsbedingte Ausfälle von Wilhelm Golubich (Kreuzbandriss), Marko Zvonarich (Bänderüberdehnung) und Daniel Karall (Seitenbandeinriss) konnten gut kompensiert werden. „Der Triumph war verdient. Wir haben alles gegeben und der Zusammenhalt innerhalb der Mannschaft ist mehr als intakt“, so ein gut gelaunter Daniel Karall. Einige Spiele von Großwarasdorf verliefen auch sehr eng und spannend. Wenn der Spielstand mal brenzlig wurde, konnte man sich auf eine spielstarke Offensivabteilung verlassen. Mit Patrick Radich, Dino Bico und Laszlo Elge hatte man ein extrem gefährliches Trio. Letzterer zeigte oft, dass er nicht zu Unrecht in der zweithöchsten ungarischen Liga auf Torejagd gegangen ist. Egle war mit 15 Volltreffern der Knipser in einer von Trainer Marijan Ilja perfekt eingestellten Elf. Am Transfermarkt will man nicht aktiv werden. Sollte sich etwas ergeben, kann es eventuell zu punktuellen Verstärkungen kommen. Sonst soll der eingeschlagene Weg beibehalten werden. Bleibt abzuwarten, ob Großwarasdorf in der Rückrunde in der Rolle des Gejagten zurecht kommen wird.

Der Torgarant. Stürmer-Legionär Laszlo Egle (r., hier im Duell mit dem Oberloisdorfer Patrik Jestl) sorgte für die nötigen Tore von Herbstmeister Großwarasdorf/Nebersdorf.