Erstellt am 27. Februar 2013, 00:00

„Haben die Qualität für den Ligaerhalt“. Regionalliga Ost / Die BVZ unterhielt sich mit Manager Robert Hochstaffl über seine neue Aufgabe und den SC Ritzing.

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BVZ: Wie kam es zu Ihrem Engagement beim SC Ritzing?

Robert Hochstaffl: Ich kenne Harald Reißner schon länger. Ende letzten Jahres hat sich dann ein gemeinsamer Geschäftspartner von uns beiden gemeldet und mich ersucht, mich um die sportlichen Belange in Ritzing zu kümmern.

Es war ja ein ziemlicher Kraftakt, im Winter praktisch eine gesamte Mannschaft aus dem Boden zu stampfen. Wie schafft man so etwas?

Hochstaffl: Es war nicht einfach, denn viele gute Spieler stehen zu diesem Zeitpunkt natürlich unter Vertrag – und wir wollten keine Spieler aus ihren Verträgen heraus kaufen. Über mein sehr weit reichendes Netzwerk ist es uns aber gelungen. Wir konzentrierten uns also auf junge, nachhaltige Spieler, die eine gewisse Qualität mitbringen.

Hat die Mannschaft eine Chance, den Klassenerhalt zu schaffen?

Hochstaffl: Wenn wir nicht davon überzeugt wären, hätten wir das alles nicht auf die Beine gestellt. Von der Qualität her ist die Mannschaft sicher dazu in der Lage. Wenn aber Parndorf nicht aufsteigt und es drei Absteiger gibt, dann wird es schwierig, weil es nicht mehr in unserer Hand liegt. Wir können nicht davon ausgehen, dass wir jedes Spiel gewinnen, denn die Mannschaft wird noch etwas Zeit brauchen, um sich zu finden.

Mit Curic, Raudner, Vorraber und Kral sind vier namhafte Spieler offiziell noch nicht beim SC Ritzing gemeldet. Wann gibt es eine Lösung?

Hochstaffl: Bei Kral und Vorraber geht es nur noch um die Reamateurisierung. Die Dokumente sind aber schon eingereicht, das ist so gut wie erledigt. Bei René Raudner hat Liefering verabsäumt, den Leihvertrag mit dem GAK aufzulösen. Von den beiden Vereinen gibt es schon Verzichtserklärungen, es ist aber noch nicht klar, wie der Spieler jetzt noch vom Verband freigegeben werden kann. Den Curic-Wechsel wollen der Villacher SV beziehungsweise Peter Hristic nicht wahr haben. Sie hatten den Vertrag mit dem Spieler aufgelöst und er war beim AMS gemeldet, als er beim SC Ritzing unterschrieben hat. Arbeitsrechtlich ist der Vertrag mit Ritzing gültig. Wir werden jetzt zum Kontrollausschuss des ÖFB gehen.

Was sagen sie zur Trennung von Luka Kujundzija, bevor die Saison noch richtig losging?

Hochstaffl: Der Verein hat sich auf Anraten von meiner Seite und des Trainerteams von ihm getrennt. Der Vertrag wurde einvernehmlich aufgelöst. Wir sind zu der Ansicht gekommen, dass Luka uns aus sportlicher Sicht nicht bei unserem mittelfristigen Zielen helfen kann, und außerdem waren seine Unzufriedenheit und seine disziplinären Verfehlungen nicht gut fürs Klima in der Mannschaft. Er wird nach Kroatien zurückkehren.

Welche Zukunft hat das Projekt SC Ritzing?

Hochstaffl: Die Infrastruktur ist vorhanden und ich denke auch, dass das Einzugsgebiet groß genug ist. Es wird nötig sein, guten Fußball zu bieten, um das Gesamtkonzept, wie zum Beispiel die Stadionvermarktung, voranzubringen. Es gibt einige Beispiele im Profifußball, wo so etwas schon sehr gut funktioniert hat. Im ländlichen Bereich ist das wahrscheinlich sogar leichter zu bewirken als im städtischen Bereich.

Interview: Michael Heger

Hand drauf. Manager Robert Hochstaffl und Ritzing-Boss Harry Reißner (v.l.) haben eine schlagkräftige Truppe zusammengestellt. Zuerst soll der Klassenerhalt her, dann will man noch mehr.Gansrigler