Erstellt am 26. Juni 2013, 00:00

„Hätte mir straffere Grenzen gewünscht“. Neue Legionärs-Regelung / Ab sofort müssen die Klubs Stammspieler und Verbandsspieler aufweisen, die Zahl der Legionäre kann steigen.

Foto: BVZ  |  NOEN, BVZ
Von Didi Heger

FUSSBALL / Bislang waren in Burgenlands Unterhaus von der BVZ Burgenlandliga bis in die letzte Klasse zwei Nichtösterreicher erlaubt.

Mit der aktuellen Sommer-Übertrittsperiode gilt nun die neue Legionärsregelung. Diese spricht jedem Fußballer der Welt das Recht zu sein Hobby/seinen Beruf an jedem Platz der Erde auszuüben. Der BFV reagierte auf diesen EU-Erlass mit einer Einschränkung (angelehnt an die schon seit Längerem in Niederösterreich bestehende „Eigenbauspieler-Regelung“), möchte zukünftig auf jedem Spielbericht fünf Stammspieler (zwei Jahre durchgehend bei einem Verein) und fünf Verbandsspieler (fünf Jahre durchgehend bei einem ÖFB-Verein) sehen. Langzeitlegionäre können den Status klarerweise auch erreichen.

Sechs „echte“ Legionäre  wären nun möglich

Bei einem Spielbericht von 16 Akteuren ist demnach  – theoretisch – Platz für sechs „echte“ Legionäre, also Nichtösterreicher, die noch nicht lange genug im ÖFB-Betrieb aktiv waren. Die Funktionäre müssen bei etwaigen Spielertransfers nun also abchecken, um welche „Gattung“ von Spieler es sich eigentlich handelt. Die Vielzahl der Klubs aus dem Bezirk hat ohnehin kein Problem mit dieser Regelung. Trotzdem steht man diesem neuen Konstrukt nicht vorbehaltslos gegenüber. „Noch viel zu milde“, meint etwa Oberpetersdorfs Erich Schöll. Und weiter: „Die Beschränkungen sind meiner Ansicht nach viel zu locker. Die Bestimmungen können von jedem Verein leicht erfüllt werden. Ich hätte mir straffere Begrenzungen gewünscht.“ Auch Bad Sauerbrunn-Coach Heinz Kremser untermauert dies: „Jeder Verein muss für sich selbst entscheiden, wie er diese neuen Regularien ausleben möchte. Wird gute Nachwuchsarbeit betrieben, wäre es meiner Meinung nach dumm, vermehrt auf ausländische Spieler zu setzen.“

Stoobs Sektionsleiter Armin Wohlmuth ist von der neuen Regelung überhaupt nicht angetan: „Ich finde es nicht in Ordnung. Wenn es nach mir ginge, sollten bis zur 2. Liga Mitte überhaupt keine Legionäre zugelassen sein.“ Horitschon-Trainer Franz Ponweiser meinte zum Thema: „Ich begrüße die Regelung, die in Zukunft auch strenger werden kann. Es ist ein guter Ansatz, um Spieler längerfristig binden zu können – mit Verträgen über zwei Jahre. Wandervögel sind dann nicht mehr gefragt.“

Wissenswertes

In allen Leistungsstufen von der BVZ Burgenlandliga abwärts sind auf dem Spielbericht pro Verein mindestens zehn Spieler mit Status (Stammspieler und Verbandsspieler) zu nominieren, davon mindestens fünf mit dem Status Stammspieler.

Stammspieler ist und bleibt ein Spieler, der zwei zusammenhängende Jahre bei einem Verein gemeldet ist oder die Gesamtmeldedauer bei einem Verein insgesamt drei Jahre beträgt.

*) Verbandsspieler ist, wer insgesamt fünf Jahre bei Vereinen des ÖFB gemeldet war.

*) Jeder Nachwuchsspieler bis zum vollendeten 12. Lebensjahr gilt durch die Erstanmeldung für den Stammverein als Stammspieler – das gilt auch für Nichtösterreicher.