Erstellt am 27. Juli 2016, 11:09

von David Hellmann

Ein Ritzinger Quintett mit „irrealem“ Ziel. Nach Wechsel von Mertl, Gmeiner und Trimmel spielen bereits fünf Ritzinger beim Wiener Hobbyfußballverein Irreal St. Leopold.

Irreal-Präsident Karl Michael Pfeiffer (in Schwarz) versammelte „seine“ Ritzinger Daniel Gmeiner, Alexander Trimmel, Johannes Mertl und Christoph Hellmann (von links hinten nach rechts vorne) unter der Wiener Leopoldskirche, dem Gründungsort des Klubs. Mit Lukas Janitsch spielt auch noch ein fünfter Ritzinger beim 1982 gegründeten Hobbyverein.  |  BVZ

„Andere gehen nach China, um die Karriere ausklingen zu lassen – wir eben zu Irreal St. Leopold.“ Beim Fototermin lief bereits der Schmäh. Kein Witz hingegen: Beim Wiener Hobbyverein, der sich bei der Namensfindung am großen Real Madrid orientierte, werden Woche für Woche wohl mehr Ritzinger spielen als in der Kampfmannschaft und im 1b-Team des SC Ritzing zusammen sowie bei jedem anderen Klub.

Irreals Vereinsmotto: „Trainingsfrei seit 1982“

Auf Vermittlung von Christoph Hellmann und Lukas Janitsch, die schon länger für Irreal stürmen, wechselten Daniel Gmeiner und Alexander Trimmel (beide vom SC Unterfrauenhaid) sowie Johannes Mertl (vom ASK Horitschon) zu dem Klub, der in der Unterliga B der DSG (Diözesan-Sport-Gemeinschaft) spielt. „Die DSG ist schon seit Jahren in den Wiener Fußballverband eingegliedert“, erklären die Neo-Irrealos und staunen: „Die haben hier sogar zwei Linienrichter.“

Dennoch überrascht vor allem der Transfer des 29-jährigen Mertl, der vor nicht allzu langer Zeit noch im US-College-Fußball für Furore gesorgt hatte und bis zuletzt in der BVZ Burgenlandliga eine tragende Rolle spielte: „Irreal hat sich jahrelang um mich bemüht – mit meinem Bruder Andreas und Johannes Steinkellner haben ja auch noch zwei weitere Ritzinger hier gespielt“, erzählt der Allrounder und schmunzelt: „Das Motto des Vereins lautet: ,Trainingsfrei seit 1982‘ – und ich hab ja schon länger überlegt, fußballerisch etwas kürzerzutreten.“

Das trifft auch auf Gmeiner und Trimmel zu: „Irreal ist eine Top-Adresse im Hobbyfußball – perfekt, um die Karriere ausklingen zu lassen.“ Jedoch nicht ohne Ambitionen...

Ein Teamkollege mit Bundesliga-Erfahrung

Der Verein, bei dem mit Franz Königshofer auch ein ehemaliger Bundesliga-Kicker (Austria Wien) spielt, hat mit den Verstärkungen aus dem Mittelburgenland den dritten Meistertitel der Klubgeschichte im Visier. „Wir haben mit Ritzingern bislang nur die besten Erfahrungen gemacht“, ist Präsident Karl Michael Pfeiffer zuversichtlich, „und vielleicht dürfen wir bei unseren Heimspielen montagabends am Polizeiplatz nun ja sogar den einen oder anderen Fan oder Sponsor aus dem Mittelburgenland begrüßen.“