Erstellt am 03. Oktober 2012, 00:00

Julius Simon war nicht der Richtige. Regionalliga Ost / Der Trainer war mit der Situation in Ritzing überfordert und wird von Marek Kausich ersetzt.

Ausgecoacht. Der SC Ritzing trennte sich von Coach Julius Simon. Der Slowake wird durch Landsmann Marek Kausich ersetzt.Fenz  |  NOEN
Von Michael Heger

Acht Niederlagen und nur ein Sieg, Tordifferenz 7:34 und Tabellenplatz 15, so lautet die miserable Bilanz des SC Ritzing nach den bisherigen neun Runden in der Regionalliga Ost. Grund genug für den Vorstand, die Reißleine zu ziehen.

Julius Simon muss  seinen Hut nehmen

Nach der 0:5-Heimniederlage gegen den Wiener Sportklub wurden die Stimmen gegen den Trainer, die es schon zuvor gab, unüberhörbar laut. Montagnachmittag, zwei Tage nach dem Spiel, kam dann das endgültige Aus für den Trainer. „Menschlich war er total in Ordnung, mit dieser Bilanz war er aber nicht mehr tragbar“, so lauteten die übereinstimmenden Stellungnahmen von Teammanager Norbert Hofer und Obmann Harald Reißner.

Fakt ist, dass Simon mit der Aufgabe, eine fast komplett neue, junge Truppe in Ritzing aufzubauen, scheinbar überfordert war. Er ließ teilweise viel zu offen spielen, worin, neben der augenscheinlich etwas fehlenden Qualität, sicher ein Grund für die vielen Gegentore zu finden ist. Auch schien er nicht den besten Draht zu den Spielern zu haben. Gerade die beiden Legionäre Pavol Durica und Peter Brezik ließen einfach viel zu oft aus. „Beides waren Personalentscheidungen des Trainers“, erklärt Teammanager Norbert Hofer. Durica fiel bisher nur durch eine unnötige Sperre wegen Tätlichkeit auf, Brezik war, wie schon in den vergangenen Jahren, ein Dauerpatient, konnte aufgrund verschiedener leichter Verletzungen so gut wie nie eingesetzt werden. Was noch dazu kam, ist, dass der Trainer in der noch jungen Saison mit Mustafa Atik, Nihat Güzel und Torhüter Hannes Weninger bereits drei Spieler verloren hat. Allesamt laut Verein aus disziplinären Gründen, auch das sprach wohl nicht gerade für den scheidenden Trainer. Zu Simons Ehrenrettung ist aber auch zu sagen, dass die Mannschaft sicher nicht so konkurrenzfähig zusammengestellt wurde, wie in den vergangenen Jahren. Gerade im Defensivbereich fehlte es nach dem späten und überraschenden Abgang von Mario Lösch nach Horitschon an den nötigen Alternativen. „Es waren sicher ein paar Spieler dabei, die noch nicht Regionalliga-Nievau haben, aber ohne den nötigen Einsatz kann man kein Spiel gewinnen. Außerdem war die Kader-Decke sehr dünn, zum Schluss hatte ich eigentlich nur noch 13 Spieler zur Verfügung. Ich bin kein Zauberer“, analysiert Ex-Trainer Julius Simon die Gründe für den Misserfolg.

Bis zur Winterpause wird nun Marek Kausich das Traineramt als Spielertrainer übernehmen. Norbert Hofer: „Das war das Einzige, was wir zu diesem Zeitpunkt tun oder ändern konnten. Ich hoffe, es geht ein Ruck durch die Mannschaft.“ Kausich soll nun ein Assistent zur Seite gestellt werden. Der Name war aber bei Redaktionsschluss noch nicht bekannt. Es wird keine leichte Aufgabe für den Routinier, in den letzten sechs Herbstrunde das Ruder noch herumzureißen, um im Frühjahr noch eine reelle Chance auf den Klassenerhalt zu haben. Aber möglich ist alles, im Vorjahr hatte etwa der FAC in der Hinrunde zu kämpfen und machte nur 13 Punkte. In der Rückrunde holten die Wiener dann 27 Zähler und schafften locker den Klassenerhalt. Ritzing muss aber erst einmal im Herbst 13 Zähler einfahren.