Erstellt am 27. August 2014, 11:05

von Jochen Schütz

Neuregelung: Gespannte Stimmung. Durch die verpflichtende Einführung der Plattenbahnen in der Superliga könnten einige Vereine absteigen müssen.

Klare Vorstellung. Ludwig Kocsis und seine Vereine sind nicht überall einer Meinung.  |  NOEN, zVg
In einer Woche startet die Kegelsaison. Schon bevor die ersten Kugeln rollen, gibt es schon den ersten Diskussionsstoff.

„Wenn Kleinwarasdorf nicht baut, können sie ja ausweichen“

Der erste Reibungspunkt sind die Plattenbahnen, die jeder Superligaverein verpflichtend in der Saison 2015 haben muss. Kleinwarasdorf-Spieler und Ex-BSKV-Vizepräsident Christian Pinter sagt dazu: „Wir werden den Klassenerhalt aus sportlicher Sicht sicher schaffen, jedoch werden wir uns als Verein die Plattenbahn in Kleinwarasdorf vermutlich nicht leisten können.“

Weltverbandspräsident Ludwig Kocsis zu diesem Thema: „Neunkirchen und Mistelbach werden die Bahn in dieser Saison bauen. Wenn Kleinwarasdorf das nicht macht, können sie ja auf eine andere Anlage wie etwa Ritzing ausweichen. Wollen sie das nicht, müssen sie absteigen, auch wenn sie es sportlich schaffen sollten.“

„Professionalismus gut, klappt aber so sicher nicht“

Mitte August fand eine Sitzung der Superligavereine statt. Dort hielt Kocsis zu Beginn eine Rede, die so manchen Funktionär sauer aufstoßen ließ. Pinter führt aus: „Kocsis sagte, er möchte den Verband wie eine Firma führen, doch wie soll das mit Amateurvereinen und den dazugehörigen ehrenamtlichen Mitgliedern funktionieren. Ich finde es gut, dass der Kegelsport in Österreich professioneller werden soll, aber so klappt das sicher nicht.“

Pinter weiter: „Nächstes Jahr stehen die Präsidentenwahlen an. Wie würde es aussehen, wenn der Weltverbandspräsident im eigenen Land nicht mehr zum Verbandschef gewählt wird? Durch die Plattenbahnforderung ist das nicht unmöglich.“

Kocsis dazu: „Ich bin kein Verwalter, sondern einer, der etwas weiterbewegen möchte. Es gab Auffassungsunterschiede, das stimmt. Ich habe meine Vorstellungen kundgetan und diese wurden bei der Abstimmung bis auf einen Punkt angenommen. Ich möchte einen neuen Weg im Kegelsport gehen.“ Man kann nur hoffen, dass der Kegelsport aufgrund der Spannungen nicht auf der Strecke bleibt.