Erstellt am 03. Juni 2015, 10:30

von NÖN Redaktion

Nach Feier kam der Lizenz-Knock-Out. Der SC Ritzing feierte nach dem letzten Spiel die Meisterschaft und zog zwei Tage später den Lizenzantrag zurück.

Gescheitert. Bei der hartnäckigen Sektflasche auf der Meisterfeier wusste Obmann Harald Reißner noch Abhilfe. Die Bundesliga-Lizenz für seinen Klub blieb ihm aber wieder verwehrt.  |  NOEN, Bruno

Eigentlich ging es um nichts mehr im letzten Heimspiel des SC Ritzing gegen den SC Neusiedl/See. Dementsprechend agierten auch die Ritzing-Kicker, die sich scheinbar schon auf die angesetzte Meisterfeier freuten. Ganz anders die Gäste, die den Prestigesieg gegen den Meister unbedingt einfahren wollten. Nach wenigen Minuten verletzte sich Nils Zatl nach einer unnötigen Attacke schwer (Kreuzbandriss), das war außer ein paar Möglichkeiten der Gäste der einzige Höhepunkt in Hälfte eins.

Eine gute Viertelstunde nach der Halbzeit brachte Franz Weber die Seestädter im Zuge einer Anschlussaktion nach einer Standardsituation per Abstauber in Front. Ritzing wollte zwar noch den Ausgleich erzielen und somit die weiße Heimweste in dieser Saison verteidigen, doch in Summe waren Tomas Jun und Co. zu harmlos. Matchwinner Franz Weber musste zwar einmal auf der Linie retten, sonst gab es aber nur wenig Zwingendes – es blieb beim 0:1.

Nach einer rauschenden Meisterfeier, die bis in die frühen Morgenstunden dauerte, kam am Montag dann aber die kalte Dusche vor dem Ständig Neutralen Schiedsgericht.

Am Ende wurde der Antrag zurückgezogen

Vor der Verhandlung bezeichnete Obmann Harald Reißner die Chancen auf eine Lizenzerteilung noch mit 50:50, sah sich am Ende aber nach langer Verhandlung gar gezwungen, die Klage gegen die Nichterteilung der Lizenz für die Erste Liga zurückzuziehen. „Wir haben bei der Anhörung heute bestätigt bekommen, dass unser Lizenzantrag keineswegs utopisch war und aufgrund von sehr dünnen Begründungen abgelehnt wurde. Am Ende mussten wir aufgrund aller Begleiterscheinungen diese Entscheidung treffen“, erklärt der Obmann, der keine detaillierten Auskünfte geben durfte.

Mit dem Ergebnis, dass es keine Lizenz geben würde, musste in letzter Zeit schon gerechnet werden. Laut Manager Robert Hochstaffl hätte ein anderer Ausgang aber auch nichts an den Kaderplanungen geändert.

Zwei Entscheidungen in Sachen Spieler sind immerhin schon gefallen. Mit Philipp Koglbauer kommt ein junger, talentierter Außenbahnakteur von den Sankt Pölten Juniors, und auch der Vertrag von Nils Zatl, der sich gegen Neusiedl einen Kreuzbandriss zuzog und schon operiert wurde, ist bereits verlängert. Kapfenberg-Stürmer David Witteveen wird diese Woche zu finalen Gesprächen erwartet.

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