Erstellt am 21. November 2012, 00:00

Trimmel als Kapitän. Tipp3 Bundesliga / Der Mannersdorfer Christopher Trimmel führte Rapid in Mattersburg als Erster auf das Spielfeld. Ein Karrierehighlight?

Leithammel. Der Mannersdorfer Christopher Trimmel (l.) trug erstmals die Kapitänsschleife des SK Rapid Wien. Das beflügelte ihn scheinbar im Match gegen den SV Mattersburg und Lukas Rath (r.). Er war einer der Aktivposten seiner Mannschaft und legte auch ein Tor auf. Trimmel kam diesmal wieder im Mittelfeld zum Einsatz. Michael Weller  |  NOEN
Von Didi Heger

„Nein“, sagt Christopher Trimmel bestimmt. Der Mittelfeldspieler gibt aber zu, dass er schon überrascht war, als ihn das Trainerteam zu sich in die Kabine holte, um zu fragen, ob er diese Verantwortung übernehmen wolle. Der Mannersdorfer stimmte natürlich zu und durfte damit die Grün-Weiße Mannschaft im Mattersburger Pappelstadion als Erster auf das Feld führen.

Die Kapitänsrolle ist ein Indiz dafür, dass der pfeilschnelle Flügelspieler in der Rapid-Hierarchie nach oben geklettert ist. Ein weiteres ist, dass Trimmel vom schöttelschen Rotationsprinzip im Herbst weitestgehend verschont blieb. „Pausen gab es eigentlich nur bei Sperren oder Verletzungen“, bestätigt Trimmel, um zu erklären: „Ich weiß jetzt einfach, was ich benötige, um in dieser Mannschaft zu stehen.“ Nicht zuletzt ein Verdienst von Trainer Peter Schöttel, der den Offensivspieler zum Außenverteidiger umschulte, ihn aber immer wieder auch im Mittelfeld einsetzt. Wie zuletzt in Mattersburg, wo ihm der Mittelburgenländer mit einem perfekten Assist zum 3:0, dankte.

Die Fanszene geht  uns Spieler nichts an

Wie schon des Öfteren erwähnt, ist es Christopher Trimmel jedoch gleich, welche Position er besetzen muss. „Durch das Spiel als Außenverteidiger habe ich in der Defensive viel gelernt. Im Moment ist es sehr wichtig, dass jeder seine volle kämpferische Leistung bringt“, sagt Trimmel. Denn gemütlich war es im Westen Wiens in den letzten Wochen nur selten. Die Fans steigen gegen die sportliche Führung auf die Barrikaden.

Auch in Mattersburg zeigten die Anhänger ihrem Klub die kalte Schulter. „Ich halte es wie unser Trainer. Was die Fans machen, können wir nicht beeinflussen, unsere Leistung allerdings schon. Wir müssen versuchen gut zu spielen und zu gewinnen“, gibt sich Trimmel diplomatisch. Die nächste Chance auf Wiedergutmachung besteht schon morgen, Donnerstag, in Trondheim. Der Außenspieler ist von einem Erfolg überzeugt: „Wir waren in Wien die bessere Mannschaft und wollen in Norwegen die ersten Punkte in dieser Europa-League-Saison holen.“