Erstellt am 01. April 2014, 23:59

Unparteiische standen im Fokus. Regionalliga Ost / Barbara Bollenberger und ihr Assistent Michael Obritzberger hatten bei Sportklub - Ritzing alle Hände voll zu tun.

 |  NOEN
Von Michael Heger

Frauen als Spielleiter sind im österreichischen Fußball noch sehr selten. Beim Auswärtsspiel des SC Ritzing am Sportklub-Platz leitete Barbara Bollenberger die Partie. Nach 40 Minuten des Spiels trat Bollenberger erstmals auffällig in Erscheinung. Danijel Prskalo machte sich mit viel Zug auf in Richtung Sportklub-Strafraum, als zirka fünf Meter vor diesem sein Gegenspieler versuchte, ihn durch Halten zu stoppen. Prskalo blieb aber auf den Beinen und kam bis zur Strafraumlinie, wo er dann vom Knie seines Gegenspielers getroffen wurde. Der Ritzinger ging zu Boden und Schiedsrichterin Bollenberger zeigte, nach Anzeige ihres Assistenten Michael Obritzberger, auf den Elfer-Punkt. Ab diesem Zeitpunkt gingen auf den sehr gut gefüllten Rängen die Wogen hoch. Das Schiedsrichterteam wurde bei jeder Gelegenheit ausgepfiffen, es wurde für die Unparteiischen nicht leichter. Auch die Sportklub-Spieler ließen sich nicht beruhigen. In der Nachspielzeit der ersten Hälfte gerieten dann noch Mahmud Imamoglu und Sportklub-Spieler Christoph Hevera aneinander. Beide sahen zunächst Gelb, bis wieder Schiedsrichter-Assistent Obritzberger seiner Chefin etwas mitteilen wollte. Obritzberger hatte scheinbar gehört, wie Hevera die Spielleiterin beleidigt hatte, dafür sah der Verteidiger Rot.

Hitzige zweite Hälfte mit zwei Ausschlüssen 

Der Sportklub gab sich aber auch mit zehn Spielern am Platz nicht geschlagen und so ging es auch in Hälfte zwei hitzig weiter. Die Unparteiischen hatten weiter viel zu tun, das aggressive Spiel beider Teams brachte noch zwei Ausschlüsse kurz vor Schluss. Zunächst sah Sportklubs Philip Dimov in Minute 84 wegen Kritik Gelb-Rot, etwa zehn Minuten später folgte ihm Ritzings Mahmud Imamoglu in die Kabinen. Dieser langte nach Aussage von Ritzing-Manager Robert Hochstaffl „noch einmal so richtig hin“ und sah ebenfalls die Ampelkarte.

Festzuhalten bleibt, dass der SC Ritzing scheinbar gelernt hat, ordentlich dagegenzuhalten und auch solch körperbetonte und hitzige Spiele gewinnen kann. Schiedsrichterin Bollenberger musste sich in den beiden strittigen Situationen auf ihren Assistenten verlassen, die Entscheidungen waren aber vertretbar. An Frauen als Spielleiter müssen sich einige Unbelehrbare wohl noch gewöhnen.

Ausschluss. Mahmud Imamoglu (hinten), hier im Spiel gegen Neuberg, sah in der Nachspielzeit Gelb-Rot.Otto Gansrigler