Mariasdorf

Erstellt am 14. September 2016, 02:31

von Markus Gyaky

Aus 9:2 mach 0:3 .... Der Mariasdorfer Triumph über Zuberbach wurde nachträglich am grünen Tisch in eine Niederlage umgewandelt.

Da war die Welt noch in Ordnung. Der „falsche“ Matthias Kappel (Nummer 9) jubelte mit seinen Teamkollegen beim 9:2-Heimsieg. Foto: Gyaky  |  Gyaky

Viel bitterer kann es für Mariasdorf kaum mehr kommen: Derzeit ist einer der Favoriten auf den Meistertitel Letzter der Klasse. Einer der Gründe? Der 9:2-Sieg über Zuberbach, welcher in der Vorwoche in ein 0:3 für den SVZ verwandelt wurde. Dabei passierte einem Funktionär ein „Formalfehler“, der vom Straf- und Meldeausschuss (STRUMA) des BFV bestraft wurde.

„Fehlendes Fingerspitzengefühl des Verbands“

Hintergrund: Beim SC Mariasdorf gibt es zwei Spieler, die mit Matthias Kappel denselben Namen tragen. Bei besagtem Kantersieg wurde der Ältere der beiden eingesetzt, wobei der Jüngere nicht einmal auf der Bank Platz nahm. Dem Funktionär, der den Online-Spielbericht für den BFV vornahm, passierte dabei das Missgeschick, dass er die Kappels verwechselte und den Jüngeren in die Startelf eintrug.

Der, der kickte, spielte richtig gut, erzielte drei Tore und wurde daraufhin von seinem Trainer Fritz Kirnbauer in das BVZ-Team der Runde beordert. Zudem wurde er auch für seine Leistung als Spieler der Woche ausgezeichnet.

Nach Erscheinen der Ausgabe wurden die Zuberbacher auf den Bericht aufmerksam und erinnerten sich daran, dass der abgedruckte Kicker gar nicht spielte. Prompt wurde der BFV eingeschaltet und dieser verhandelte diesen Fall bei der STRUMA-Sitzung. Dort wurde das Spiel nun mit einem 0:3 für Zuberbach gewertet. Trainer Fritz Kirnbauer:

„Ich bin schwer enttäuscht. Einerseits vom SV Zuberbach und andererseits vom fehlenden Fingerspitzengefühl des Verbands. Zu diesem ganzen Dilemma stand auch eine Vier-Spiele-Sperre für Kappel im Raum, die zum Glück nicht ausgesprochen wurde. Das wäre die absolute Krönung gewesen. Mit einer Neuaustragung hätte ich noch leben können, aber aus einem so klaren Sieg eine Niederlage zu machen, ist Betrug an den Spielern. Mir persönlich tut mein Kollege leid, der seit 30 Jahren alles für den Verein tut und diesem immer verlässlich zur Seite stand. Dass jedem einmal ein Fehler passieren kann, ist einfach nur menschlich.“

Kein Verständnis, auch nicht von Fanseite

Klar ist, dass dieser Fall Wellen schlug. So erreichte die BVZ auch ein Leserbrief vom treuen Mariasdorfer Fan Dietmar Simon, der die Anzeige der Zuberbacher als „letztklassig“ bezeichnete und weiter (in von der BVZ verkürzter Fassung) anfügte: „Wie nötig muss ein Verein drei Punkte haben? Dem Trainer, der ein Ehrenmann ist, rate ich, sein Engagement bei so einem Klub nochmals zu überdenken. Eines ist klar, Ehre und Anstand unter Funktionären wurden über Bord geworfen. Niemand ist unfehlbar, auch nicht der SV Zuberbach.“

Wie sah man in Zuberbach diesen Fall? Pressesprecher Josef Kristaloczi: „Es tut uns wirklich leid für Mariasdorf. Man muss sich aber nach den Regeln des BFV halten und das hat Mariasdorf nicht getan. Wir wollen keinen Zwist, aber jeder muss sich an die Regeln halten. Vom BFV habe ich nichts anderes als diese Entscheidung erwartet, sie sind ja dafür verantwortlich, dass alles richtig abläuft.“

Zu Redaktionsschluss stand im Raum, dass der SC Mariasdorf Berufung gegen das Urteil einlegen wird.