Erstellt am 05. März 2014, 10:07

Auch ohne Scheich ein „City-Fan“. Mein Lieblingsklub / Markt Allhau-Kicker Roli Lechner ist ManCity verfallen. Sogar seine Packler (siehe kleines Bild im Artikel) tragen die Initialien.

City im Herzen und am Schuh, wie das Bild im Titel zeigt. Im November war der Steirer Roland Lechner in München, um seinen Lieblingsklub Manchester City anzufeuern. Mit Erfolg: »Seine« Elf siegte nach 0:2-Rückstand noch mit 3:2. Hier posiert er im Kompany-Trikot. Foto: Bauer  |  NOEN, Bauer
Von Patrick Bauer

Manchester City sorgt für Gesprächsstoff. Spätestens nach dem Einstieg von Scheich Mansour bin Zayed Al Nahyan im Jahr 2009 ist der Klub für viele, nennen wir sie Traditionalisten, ein rotes Tuch. Dabei kann der Verein, der 1880 unter anderem Namen gegründet wurde, auf eine bewegte Historie zurückblicken.

Im Schatten des großen Nachbarns United hatte man viele triste Jahre. Auch Abstiege bis in die Drittklassigkeit waren dabei und dennoch hielten viele Fans dem Klub die Treue. Liebe kennt bekanntlich keine Liga und so erfreut man sich an der derzeitigen Situation, bei der Geld kaum eine Rolle spielt und viele Top-Stars den Weg ins Etihad-Stadion finden.

Von Oasis und alten Anhängern

Einer der beiden Gallagher-Brüder, die mit Oasis weltberühmt wurden, sagte einmal sinngemäß, dass es ihm „egal“ sei, dass sein Verein mit den großen Scheinen um sich werfe. Er habe so viele Niederlagen erlebt, dass er jetzt die Siege um so mehr genießt. Ähnliches las man auch von einem 90-jährigen Engländer, der im Magazin „11freunde“ David Silva als besten Kicker im Trikot der „Sky-Blues“ adelte. Unglaublich, wenn man bedenkt, dass dieser Anhänger seit rund 80 Jahren Stammgast im Stadion ist.

Solche Aussagen sind in England Usus, den die meisten stören sich nicht, dass ein Investor die Geschicke leitet. Auch Roland Lechner, der mit Markt Allhau Herbstmeister wurde, sieht das so. Seit mittlerweile zehn Jahren ist er City-Fan und trägt sogar die Initialen „mcfc“ auf seinem Schuhwerk (siehe links).

Leidenschaft dank Tradition, nicht wegen Scheich

„Wir sind einer der traditionsreichsten Vereine in England und natürlich spiele ich lieber um die Meisterschaft mit, als um Platz neun. Aber ich wäre auch Anhänger, wenn es keinen Scheich gebe, der Erfolge finanziert.“ Der ganz große Wurf blieb den Citizens bisher verwehrt. In der Königsklasse überstand man heuer erstmals die Gruppenphase und steht dort gegen Barcelona schon wieder vor dem Aus. Dafür landete man 2012 den Coup, als man Meister wurde.

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Lechner: „Damals habe ich noch beim Flughafen gearbeitet und mit einem Freund geschrieben. Eigentlich hatte ich die Hoffnung schon aufgegeben, als er sagte, dass die Queens Park Rangers mit 1:2 führen, aber umso schöner war es dann, als wir es in der Nachspielzeit noch drehten. Da war ich schon auf der Autobahn und viele Leute haben mich dumm angesehen, als ich die Hände in der Luft hatte.“

„Vincent Kompany ist eine Maschine“ 

Es wird spannend zu sehen, wie es in den nächsten Jahren weitergeht. Verliert der Scheich irgendwann die Lust an seinem „Spielzeug“ und City steht vor vollendeten Tatsachen? Oder prägt er eine Ära? Noch erfreut man sich in Manchester an Größen wie Kun Aguero, Yaya Toure oder David Silva.

Dabei hat Lechner seinen ganz besonderen Liebling, wie er verrät: „Unser Kapitän Vincent Kompany ist eine Maschine. Seine Einstellung ist top und auch die Athletik sucht seinesgleichen.“