Erstellt am 03. August 2011, 00:00

Aufregung um David Lippai. 1. KLASSE A SÜD / Ein Transfer hält die 1. Klasse A Süd in Atem: Grafenschachen wollte David Lippai, der am Sonntag aber beteuerte, weiter für Hannersdorf spielen zu wollen.

 |  NOEN
VON DANIEL FENZ, MARKUS GYAKY

UND PATRICK BAUER

Als kompliziert kann man diesen Phantom-Transfer einordnen. Wohin darf David Lippai im nächsten Jahr? Hannersdorf oder doch Grafenschachen?

Wenn Grafenschachen die Statuten kennen würde, müssten sie wissen, dass der Spieler David Lippai dem SV Hannersdorf gehört, so Hannersdorfs Obmann Johann Kristaloczi. Was war passiert? Der Spieler er kam von der Akademie in Szombathely hatte einen Leihvertrag mit Hannersdorf, der zum 30. Juni 2011 auslief. Daraufhin bot ein Manager Lippai in Grafenschachen an, wie auch Obmann Johann Halwachs bestätigt: Wir hätten kein Interesse gehabt, wenn man uns nicht gesagt hätte, dass er frei ist.

Die BVZ erreichte ein Brief  vom SC Grafenschachen

Daraufhin zahlte man die angegebene Leihgebühr von 1500 Euro an die Akademie, aber der Stempel der Hannersdorfer fehlte bei der Anmeldung, da diese den Spieler nicht zu einem direkten Konkurrenten ziehen lassen wollten. Grafenschachen legte Protest ein, dieser wurde aber abgewiesen, derzeit läuft die Berufung. Hans Schneider, Geschäftsstellenleiter des BFV: Fakt ist, dass Grafenschachen einen Spieler angemeldet hat, der die Freigabe benötigt eine Freigabe besteht aus dem Stempel und der Unterschrift des abgebenden Vereins diese hatte der Spieler nicht. Fakt ist auch, dass Grafenschachen Protest eingelegt hat. Nun wird sich der Protestausschuss unter Vorsitz von Dr. Dieter Potzmann mit dieser Causa befassen. Allerdings handelt es sich um ein schwebendes Verfahren, daher kann ich dazu keine genauen Angaben tätigen.

Dies wollte man in Grafenschachen nicht einfach so hinnehmen. Die BVZ erreichte in der vergangenen Woche ein Brief des SC-Grafenschachen-Vorstands. Einige Auszüge daraus: Obwohl der SCG den Spieler Lippai fristgerecht angemeldet hat und der Illes Akademie Szombathely die vereinbarte Leihgebühr überwiesen hat, ist dieser Spieler nicht spielberechtigt. Wie kommt es dazu? Alle AKA-Spieler, die bis jetzt bei burgenländischen Vereinen aktiv waren oder sind, werden jeweils für ein Jahr auf Leihbasis von der AKA ausgeliehen. Dies lässt sich die AKA von den einzelnen Vereinen mit einer Zusatzvereinbarung (der jeweilige Spieler fällt nach Ablauf des Spieljahres kostenlos an die AKA zurück) bestätigen. Alle Vereine haben sich bis dato an die Vereinbarung gehalten. Aus welchen Gründen soll das jetzt beim SV Hannersdorf anders laufen? Als Vereinsfunktionär frage ich mich, mit welchen verschiedenen Maßstäben hier gemessen wird. Trotz Einsicht in alle Unterlagen gab die STRUMA des BFV am 28. Juli 2011 dem SV Hannersdorf in erster Instanz recht. Was dieses Urteil, wenn es so halten sollte, bedeutet, kann den Funktionären nicht ganz klar gewesen sein. Sollte es diesen Präzedenzfall Hannersdorf wirklich geben, muss man alle Verträge mit AKA-Spielern überdenken, wären alle AKA-Spieler in der nächsten Saison Eigentum der Vereine, bei denen sie jetzt spielen, und müsste sich eigentlich niemand mehr an schriftliche Vereinbarungen halten. Dies kann nach unserer Rechtsauffassung sicherlich nicht der Fall sein und unsere Sichtweise wurde uns auch von Seiten der Spielergewerkschaft und von Seiten des ÖFB bestätigt. Hier sollte man beim BFV doch professioneller auftreten und Leute ins Boot holen, die Verträge juristisch eindeutig deuten können, wie es zum Beispiel in der Steiermark der Fall ist.

Hannersdorf ist aber weiter überzeugt, dass der Spieler ihnen gehört, Obmann Kristaloczi: In Ungarn wäre Lippai sofort spielberechtigt, nur bei einem nationalen Wechsel braucht er die Unterschrift unseres Vereins.

Lippai Freitag beim Training,  am Sonntag in Hannersdorf

Lippai weiß scheinbar selbst noch nicht, wo er eigentlich spielen will. Am Freitag war er noch in Grafenschachen beim Training, wie Trainer Herbert Oberrisser bestätigt: Er hat am Freitag bei uns trainiert. Am Sonntag war er dann in Hannersdorf und beteuerte laut Trainer Adi Resner und Obmann Kristaloczi, dass er sehr gerne in Hannersdorf bleiben würde. Schuld gibt ihm Hannersdorfs Trainer Resner keine: Diese Burschen können nichts dafür.

Wie geht es jetzt weiter? Beide Seiten glauben, im Recht zu sein. Die einen (Hannersdorf) pochen auf die ÖFB- und FIFA-Statuten, die anderen auf eine schriftliche Vereinbarung.

Wir gehen bis zur letzten Instanz, meint Oberrisser. Auch aus Hannersdorf hört man das gleiche. Oberrisser weiter: Im Moment sieht es so aus, dass sich das Ganze noch eine Weile hinziehen wird. Ich würde mich Lippai nicht spielen lassen trauen. Denn dann hätten sie Rechtsbruch begangen. Am Zug ist nun jedenfalls der Protestausschuss des Burgenländischen Fußballverbandes.