Erstellt am 13. Juli 2011, 00:00

Die große Chance auf eine erste Basis. TIPP3 BUNDESLIGA / Der SVM startet gegen Wiener Neustadt. Jungprofi Christian Gartner hat besondere Erinnerungen.

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VON BERNHARD FENZ

Jeder Kicker hat sie  die ganz speziellen Punkte seiner Karriere, die Lieblingsgedanken an große Momente. Christian Gartner ist zwar erst 17 Jahre jung, beim ersten Gegner der neuen Saison kommen dem Illmitzer aber dann schon mal die strahlenden Augen. Kein Wunder: Am 19. März durfte er nicht nur zum zweiten Mal in Folge von Beginn an spielen (eine Woche davor feierte er seine Premiere in der Bundesliga-Startformation), sondern erzielte beim 1:2 in Wiener Neustadt nach einer knappen halben Stunde mit dem 1:1 seinen ersten Treffer im Oberhaus. Das werde ich nie vergessen. Der junge Mann spricht aber auch ein wenig über das, was noch kommen könnte etwa die neue Saison: Ich will natürlich so viel wie möglich spielen, denke aber nicht allzu viel darüber nach. Dass er über besonderes Talent verfügt, hat sich längst über die burgenländischen Grenzen hinaus herumgesprochen (zuletzt stand er im U19-Nationalteam). Gartner auf die Frage, was er besonders gut kann und wo er sich noch verbessern müsse: Im körperlichen Bereich ist sicher eine Steigerung nötig, auch die Dynamik und das Kopfballspiel sind noch nicht so gut. Zu meinen Stärken würde ich das Auge, das Passen und die Spielintelligenz zählen.

Nun gilt es aber, daraus auch etwas zu machen zu viele Sternschnuppen und verheißungsvolle Talente verglühten vorzeitig oder verzettelten sich. Also nimmt Gartner dafür einiges in Kauf. Während der Schulzeit besucht er die Fußball-HAK und ist im Internat der Fußballakademie die ganze Woche über stationiert, seit dem Aufstieg in den Bundesligakader arbeitet der Seewinkler zudem auch als ganz normaler Fußballprofi. Ein paar freie Tage, wie Anfang Juli zum Durchschnaufen angesichts des Ferienbeginns, sind die Ausnahme. Die doppelte Aufgabenstellung bringt neben all den Ehren und Chancen für den jungen Mann eben auch Opfer mit sich: Während der Schulzeit habe ich kein normales Leben. Es ist nicht leicht, aber es macht mir halt einfach Spaß, Fußball zu spielen.

Und weil ein Schulabschluss kein Nachteil für die Zeit danach ist, sind vielseitige Beißerqualitäten gefragt zwei Jahre hat Garti bis zur Matura noch vor sich.

Die Zeit spielt für  den Mittelfeldspieler

Cheftrainer Franz Lederer sieht in Gartner natürlich einen verheißungsvollen Akteur für die Zukunft, stellt aber immer gleich klar, was noch zu tun ist. Auch wenn es eine harte Vorbereitung war: Jede Einheit tut ihm gut, er kann ständig dazulernen. Lohnender Nachsatz: Er wird im Herbst sicher wieder zu noch mehr Einsatzzeit kommen.

SV MATTERSBURG - WIENER NEUSTADT, SAMSTAG, 18.30 UHR. Abstiegskampf war gestern. Längst ist für den SV Mattersburg im schnelllebigen Fußballgeschäft der Reset-Knopf gedrückt zumindest, was die Tabelle und die Ergebnisse betrifft. Alle Klubs starten wieder bei Null, den Burgenländern könnte in der neuen Saison aber die kontinuierliche Entwicklung der Mannschaft entgegenkommen. Erster Gegner ist mit dem Lokalrivalen Wiener Neustadt am Samstag ein Team, das in der Sommerpause ordentlich umgekrempelt wurde. Nicht wenige prognostizieren den Niederösterreichern unter Neo-Trainer Peter Stöger einen schweren Stand. Für Mattersburg-Coach Franz Lederer zählt aber nur eines: Dass wir endlich wieder einmal mit einem Heimspiel starten, muss beflügeln. Ein Sieg wäre jedenfalls eine erste gute Basis, danach folgen drei Auswärtsspiele. Fix nicht dabei sind am Samstag die verletzten Dominik Doleschal und Philipp Steiner sowie der gesperrte Nedeljko Malic. Hinter Profis mit Wehwehchen (wie etwa dem an Rückenproblemen laborierenden Ilco Naumoski) stand zu Wochenbeginn noch ein Fragezeichen.

Im Pappelstadion wird es übrigens zu einem Wiedersehen kommen: Matthias Lindner wurde beim SVM aussortiert, nun steht er in Wiener Neustadt unter Vertrag und dürfte am Samstag von Beginn an spielen. Überbewerten will er die Geschichte nicht, eine Extramotivation ist das Duell für ihn aber schon, denn: Natürlich würde ich gerne beweisen, dass es ein Fehler war, nicht auf mich zu setzen.