Erstellt am 18. Februar 2014, 12:33

von Bernhard Fenz und Daniel Fenz

Ganz Burgenland drückt die Daumen. Für Snowboard-Vizeweltmeisterin Julia Dujmovits wird es ernst: Heute Riesenslalom, am Samstag Slalom.

Einfach laufen lassen ...: Das simple und doch so schwere Rezept für eine Olympia-Medaille: Möglichst locker bleiben und mit Spaß am Snowboarden erfolgreich sein. Ob Julia Dujmovits dieses Vorhaben umsetzen kann, wird sich im Riesenslalom und am Samstag beim Slalom-Bewerb zeigen.  |  NOEN, APA
Von Bernhard Fenz und Daniel Fenz

Vor nunmehr drei Jahren hat sich Julia Dujmovits neu positioniert und ihren Trainingsplan langfristig ausgerichtet. Ziel: eine erfolgreiche Teilnahme an den Olympischen Winterspiele in Sotschi 2014.

Heute, Mittwoch, setzt sie ihren Traum in die Tat um. Die 26-Jährige steht mit dem Parallel-Riesentorlauf im ersten Bewerb am Start. Qualifiziert hat sich die Sulzerin auch für den Slalom am Samstag, beide Male zählt sie zum Kreis der Medaillenanwärterinnen und könnte erstmals Edelmetall für das Burgenland bei Winterspielen gewinnen.

Notpass als einziger Ausrutscher im Vorfeld

Vor Ort ist sie übrigens erst seit Samstag. Um sich daheim noch in aller Ruhe vorbereiten zu können – Dujmovits tankte mit Kondi-Coach Peter Eichberger Kraft –, reiste das vom Forchtensteiner Tom Weninger betreute Weltcup-Parallel-Team erst am Wochenende an.

Ganz komplikationsfrei verliefen die Vorbereitungen nur deshalb nicht, weil die Südburgenländerin ihren Pass verlegt hatte – das gute Stück war, wie sie wissen ließ, „nicht auffindbar“. Letztlich hielt sich das Problem aber in Grenzen. Einen Tag vor der Abreise ließ sich die aktuelle Vizeweltmeisterin einen Notpass ausstellen. Fertig.

Dopingkontrolle als erste Amtshandlung

Bei der Ankunft in Sotschi warteten übrigens nicht nur frühlingshafte Temperaturen und sonniges Wetter, auch die emsigen Dopingjäger baten die burgenländische Medaillenhoffnung zur ersten Amtshandlung vor Ort – einer Kontrolle.

Und sonst? Die ersten Eindrücke waren positiv, zudem sei die Stimmung im Team Austria gut. Neben Training und sportlicher Akklimatisierung stand auch ein Besuch bei den Boarder Crossern auf dem Programm. All das war und ist aber nur das Vorgeplänkel zur eigentlichen Mission der Sulzerin.

Heute Riesenslalom, am Samstag Slalom

Denn spätestens heute, Mittwoch, müssen die Karten auf den Tisch. Die hohe Kunst auf dem Weg zu einer möglichen Medaille spielt sich wohl wieder im mentalen Bereich ab. Dass Julia Dujmovits das Potenzial fürs Podest besitzt, steht fest. Also ist auch der Vorsatz klar: „Ich will möglichst ohne Druck in das Rennen gehen und Spaß am Snowboarden haben. Es ist alles möglich.“
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Am Samstag folgt dann mit dem Parallel-Slalom der zweite Olympia-Auftritt. Übrigens: Der Verein Jugend Sulz lädt beim zweiten Bewerb um 10 Uhr ins Feuerwehrhaus zum Public Viewing.

Stimmen im Vorfeld:


Joachim Dujmovits, Bruder von Julia: „Ich bin der kleinere Bruder von Julia. Vor ihrem Abflug habe ich zu ihr gesagt: Sie soll einfach Spaß haben und die Olympischen Spiele genießen. Ich bin überzeugt: Wenn sie das macht und mit Freude am Snowboard steht, dann ist sie am Ende mit großer Sicherheit ganz oben.“

Manuel Peterszel, Sulzer Jugend: „Wenn sie ihr großes Potenzial abrufen kann, wird der kleine Ort Sulz auf eine olympische Medaillengewinnerin stolz sein dürfen.“

Patrick Hafner, Jugendreferent der Gemeinde Gerersdorf-Sulz: „Ich wünsche mir für sie eine Medaille und am besten den Olympiasieg. Zuzutrauen ist es ihr, da sie schon oft große Nervenstärke bewiesen hat.“

Kickbox-Weltmeisterin Nicole Trimmel, (Sportpool-)Freundin von Julia Dujmovits: "Julia soll einfach Spaß haben. Ich wünsche ihr, dass sie ihre beste Leistung abrufen kann und die Zeit mit allen Qualitäten erlebt. Der Rest kommt ganz von alleine. Egal, wie es ausgeht, für mich zählt die Person Julia Dujmovits.“

Erwin Dujmovits, Vater von Julia: „Möglich ist alles, es kommt auf die Tagesverfassung an. Wir sind natürlich vor dem Fernseher dabei und drücken unserer Julia die Daumen.“

Franz Dujmovits, Großvater von Julia: „Ich war in Russland im Jahr 1943/44 im Krieg in Gefangenschaft und in Sotschi an der Front. Am 20. September 1947 bin ich von dort heimgekehrt. Jetzt halte ich Julia die Daumen und wünsche ihr viel Glück.“

Martin Dujmovits, Bruder von Julia: „Ich denke, dass Julia sehr gut drauf ist. Vorbereitet hat sie sich auf Olympia optimal – und ganz speziell auf dieses Großevent hintrainiert. Chancen hat sie sowohl im Riesenslalom, als auch im Slalom. Daher rechne ich mit zwei Medaillen.“

Georg Dujmovits, Bruder von Julia: „Meine Erwartungen an Julie: Ich traue ihr eine Medaille zu. Sie fährt seit Jahren einen der schnellsten Schwünge im Snowboard-Damenweltcup – und das weiß sie auch. Ich hoffe, sie kann sich auf ihre Stärken konzentrieren und den Trubel rund um Olympia für eine Zeit ausblenden. Wenn ihr das gelingt, ist alles möglich.“

Michael Gerbavsits aus Sulz, Vorstandssprecher Energie Burgenland: „Zuzutrauen ist unserer Julia Dujmovits alles. Das hat sie in den letzten Jahren mehrfach bewiesen. Ihre Formkurve stimmt. Natürlich hängt sehr viel von der Tagesverfassung ab und es gibt viele Anwärterinnen auf das Stockerl. Ich persönlich wünsche ihr alles Gute und würde mich freuen, wenn sie die Heimreise mit einer Medaille antritt.“

Wilhelm Pammer, Bürgermeister von Gerersdorf-Sulz: „Ich kenne Julia Dujmovits seit ihrem zehnten Lebensjahr. Schon damals war klar, dass sie einmal etwas Großes erreichen wollte. Sie ist eine unglaublich konsequente Sportlerin, die aus meiner Sicht im Snowboard Weltklasse hat. Daher traue ich ihr zu, dass sie eine Medaille holt. Ich freue mich natürlich, dass wir so eine berühmte Sportlerin haben und wir werden so oder so einen spontanen Empfang für sie vorbereiten.“

Günther Peischl, Vizebürgermeister von Gerersdorf-Sulz: „Eine tolle Sportlerin, die sehr tüchtig ist. Wir freuen uns über jeden Erfolg von ihr.“