Erstellt am 24. Oktober 2012, 00:00

Großer Derby-Freitag. Mehr geht nicht / Gleich drei große Spiele stehen am Freitagnachmittag am Programm. Bei allen Nachbarschaftstreffen herrschen unterschiedliche Vorzeichen und Erwartungen.

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Von Patrick Bauer

BVZ BURGENLANDLIGA

STINATZ - NEUBERG, FREITAG, 16 UHR. Sichert sich der SV Neuberg gerade in Stinatz die Herbstmeisterschaft? Dies wäre die Krönung einer (fast) perfekten Hinrunde. Gerade in Stinatz, wo es nach den Spielen eigentlich immer Aufregung und Diskussionen gibt. Im letzten Jahr stolperte die damalige Konrad-Elf über Stinatz und verlor mit 1:2. Auch diese Niederlage war mitentscheidend am Ende nicht ganz oben gestanden zu sein. Die Vorzeichen sind dieses Mal aber andere. Neuberg eilt von Sieg zu Sieg, während Stinatz zuletzt zwei Niederlagen einstecken musste. Auch sind bei der Heimelf eigentlich nur zwei Spieler - Christoph Pomper und Ante Zore - vom Stammkader mit dabei. „Wir sind der klare Außenseiter“, sagt Stinatz Trainer Norbert Barisits und fügt an: „Es sieht so aus, als wenn Neuberg in diesem Jahr in einer eigenen Liga spielen würde. Wir müssen einfach wieder mehr auf den Endzweck hinarbeiten und unsere Chancen konsequent nutzen.“ Die Gegenseite fährt mit breiter Brust zum kroatischen „Nachbarn“. Dabei wäre Obmann Martin Konrad sogar mit einem Remis zufrieden: „Damit könnten wir absolut leben. Wir haben eine sensationelle Serie. In Stinatz ist es, aufgrund des kleinen Platzes, nicht immer leicht zu spielen.“ Dabei schätzt Konrad die Qualität der Stinatzer-Kicker: „Sie haben eine gute Elf mit viel Qualität.“ Erfolgstrainer Karl Philipp will „ruhig hinfahren“. Er meint weiter: „Wir wissen einiges über Stinatz und gehen optimistisch ins Spiel.“

Aktuelle Infos: Beim ASKÖ Stinatz ist Angreifer Nemanja Nikolic aufgrund seiner fünften Gelben Karte gesperrt. Kapitän Christoph Pomper litt in Draßburg an muskulären Problemen, sollte aber spielen können. Innenverteidiger Lukas Derler ist wieder ein Thema für die erste Elf. In Neuberg ist es möglich, dass Julian Binder wieder in den Kader zurückkehrt. Auch Tormann Jürgen Kirnbauer war gegen Winden wieder im Einsatz.

2. LIGA SÜD

WIESFLECK - PINKAFELD, FREITAG, 15 UHR. Am Freitagnachmittag herrscht wieder Ausnahmezustand in Wiesfleck. Dies ist immer dann, wenn der große Nachbar aus Pinkafeld zu Besuch kommt. Beide Mannschaften befinden sich im Spitzenfeld der 2. Liga Süd und haben realistische Chancen auf die Herbstmeisterschaft. Zwei Mal in Folge siegte der „Außenseiter“ aus Wiesfleck gegen die Homonnai-Elf. Die 1:2-Niederlage in der Rückrunde war der Genickbruch für die Pinkafelder-Meisterambitionen. „Es ist wie immer alles drin. Wir müssen mit unserem letzten Aufgebot alles geben und 100 Prozent bei der Sache sein“, erläutert Wiesflecks Spielertrainer Klaus Strobl. Ähnliches hört man auch aus Pinkafeld. Der kleine Durchhänger scheint nach dem Sieg am Wochenende über Allhau überwunden. Jetzt geht‘s zum Derby, Sektionsleiter Harald Windhaber: „Sie sind die große Unbekannte. Wir werden versuchen, nicht zu verlieren.“

Aktuelle Infos: Bei Wiesfleck fehlen Jürgen Hutter (Leistenbruch) und Innenverteidiger Christoph Herics (Meniskus) sicher. Bei Tormann Christoph Lehner besteht Hoffnung. In Pinkafeld kehrt Goalie Andreas Neubauer nach Sperre wieder zurück. Einzig Harun Grozdanic war angeschlagen.

GROSSPETERSDORF - KOHFIDISCH, FREITAG, 18 UHR. Lange, lange ist es her, dass sich diese beiden Vereine gegenüber standen. „Mehr als 15 Jahre“, sagt Großpetersdorfs Obmann Harald Schneller. Damals stand man sich zuletzt in einem Pflichtspiel gegenüber. Großpetersdorfs größter Derbygegner war in den letzten Jahren immer Rechnitz - für Kohfidisch waren es Neuberg oder Eberau. Beim SV Großpetersdorf streut man dem Gegner Rosen, Schneller: „Es ist das Spiel gegen einen Vorzeigeverein im Südburgenland. Sie haben in den letzten Jahren super Arbeit geleistet, welche nachahmenswert ist. Sie sind ein Vorbild für uns. Wir sind der kleine, sie der große Verein. Underdog gegen Vorzeigeverein.“ Ganz so sieht man dies in Kohfidisch nicht, konnte man sich aufgrund der langjährigen Burgenlandliga-Zugehörigkeit immer wieder beim Nachbarn bedienen und talentierte Kicker mit der Chance auf Einsätze in der Landesliga locken. „Von der Größe der Gemeinde ist Großpetersdorf sicher kein Underdog. Ich hätte ihnen von ganzem Herzen sportlich in den letzten Jahren aber mehr Erfolg gewünscht“, sagt Kohfidischs Sportlicher Leiter Josef Balaskovits, der weiter erklärt: „Sie prognostizieren uns schon wochenlang, dass sie uns schlagen werden. Davon dürfen wir uns nicht beeinflussen lassen, sondern müssen unser Spiel durchziehen.“

Aktuelle Infos: Bei der Heimelf fehlen Admir Halilovic und Manuel Halper (Sperre). Die Gäste reisen komplett an.

Derby in Stinatz. Stinatz Ante Zore (l.) und Neubergs Tomislav Liber treffen sich am Freitag zum „Kroatenderby“ in Stinatz.

Bauer

Derby in Wiesfleck. Stolpert der SC Pinkafeld mit Dominik Weiss (r.) wieder beim Derby in Wiesfleck über Anton Dorner (m.) und Attila Banfalvi?

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