Erstellt am 05. Dezember 2012, 00:00

Großes Vertrauen in Mittl. 2. Klasse B Süd /  Coach Rainer Mittl hauchte dem ASK Tobaj neues Leben ein. Mit neuartigen Methoden schaffte es der Cheftrainer, eine eingeschworene Einheit zu formen.

Erfolgreiche Saison. Tobaj-Trainer Rainer Mittel mit Zoltan Papp und Sektionsleiter Mario Malits (v.l.).  |  NOEN
Von Siegfried Prader

Wie man mit viel weniger Mitteln zumindest gleichwertig abschneiden kann, haben die Tobajer im fast abgelaufenen Kalenderjahr eindrucksvoll bewiesen.

Vor der Saison 2011/12 hatte der Verein investiert (Steigl, Vidoczi, Schweighofer) und sich „oben mitspielen“ zum Ziel gesetzt. Doch schon nach der Hinrunde musste das Scheitern zerknirscht zur Kenntnis genommen werden. Gerade mal drei Siege waren es geworden, mit zwölf Punkten rangierte man auf Platz acht in der Tabelle. Die Verantwortlichen zogen prompt die Reißleine. Der Kader wurde abgespeckt, und mit Rainer Mittl ein neuer Trainer verpflichtet. Der neue Mann auf der sportlichen Kommandobrücke setzte in Tobaj einiges in Bewegung. Mittl erstellte für das Frühjahr ein Individualprogramm, baute andere Sportarten und jede Menge an Koordinationsübungen in sein Training ein und schenkte vor allem den einheimischen Spielern das Vertrauen. Diese dankten es ihm mit einem Sieg und einem Punkt mehr in der Rückrunde sowie der Verbesserung um einen Rang. Auch in der abgelaufenen Herbstsaison wurde dieses Niveau gehalten (drei Spiele mehr, 18 Punkte). Im letzten Spiel, beim 3:0-Derbysieg über Deutsch Tschantschendorf, standen fünf Tobajer und zwei „halbe Tobajer“ (ein Güssinger beziehungsweise ein Deutsch Tschantschendorfer) in der Startformation. Der Coach selbst sieht sich allerdings nur als kleines Rad und zählt weitere Erfolgsfaktoren auf: „Die Spieler sind eine verschworene Gemeinschaft, die sich zum Beispiel eine Masseurin aus eigener Tasche finanzieren. Unter der Woche haben wir zwölf bis 13 Leute beim Training, am Freitag um die 20. Die junge Funktionärsriege bringt sich als zusätzlicher Motivationsfaktor ein.“

Mittl macht sich über die Zukunft Gedanken 

Trotz dieser Bilanz nach einem Jahr Arbeit in Tobaj, macht sich Mittl Gedanken um die Zukunft des Fußballs: „Wenn der Verband diese Vielfalt an Vereinen erhalten will, dann wird er wohl demnächst die U23 abschaffen müssen. Sonst wird bald das große Sterben einsetzen und der Rest der Klubs seine Kader mit den dadurch frei gewordenen Spielern auffüllen.“

Zuletzt verrät Mittl noch seine Philosophie: „Ein kleiner Klub wie Tobaj muss nicht unbedingt ganz vorne mitspielen. Viel wichtiger ist es, dahin gehend die Arbeit auszurichten, dass vielleicht einmal der eine oder andere Spieler den Sprung in eine höhere Leistungsstufe schafft“, so der Cheftrainer.