Erstellt am 27. Juni 2012, 00:00

Großmürbisch stellt den Spielbetrieb ein. 2. KLASSE B SÜD / Weil kein neuer Vorstand gefunden wurde, macht der Verein zwangsläufig mindestens ein Jahr Pause.

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VON CARINA GANSTER

Jetzt ist es endgültig, der ASV Großmürbisch stellt mit sofortiger Wirkung seinen Spielbetrieb ein. Grund für diese doch drastische Entscheidung war, dass sich kein neuer Vereinsvorstand finden ließ. Betroffen, aber irgendwie auch erleichtert zeigt sich Mario Marx, der im beauftragten Personenkomitee zur Gründung eines neuen Vorstands gewesen ist: „Es ist besser so, als der Verein hätte während der laufenden Saison seinen Spielbetrieb einstellen müssen. In den Verhandlungen hat sich schon in den letzten beiden Wochen abgezeichnet, dass es wohl vorerst keine Zukunft für den Verein geben wird, was unglaublich schade ist.“

Großmürbisch-Spieler  begehrt am Transfermarkt

Der burgenländische Fußballverband wurde bereits am Montag darüber informiert. „Die Stilllegung hat auf die kommende Meisterschaft in der 2. Klasse B Süd keine Auswirkungen, denn ob ein Verein weniger ins Rennen geht, ist eigentlich egal“, meint Karl Schmidt. Vorerst hat der ASV Großmürbisch aber nur seinen Spielbetrieb eingestellt und den Verein nicht aufgelöst. „Wir werden jetzt eine Saison Pause machen. Sollte sich in der Zwischenzeit ein neuer Vorstand finden, ist es nicht ausgeschlossen, dass wir wieder in den Meisterschaftsbetrieb einsteigen“, erklärt Marx.

Durch die vorübergehende Stilllegung sind die Spieler des Vereins, wie Marx weiß, heiß begehrt am Transfermarkt. „Die Spieler sind jetzt natürlich für eine Saison frei und können ein Jahr bei einem anderen Verein spielen. Nach diesem Jahr könnten sie theoretisch wieder zu uns zurückkommen, wenn wir den Spielbetrieb wieder aufnehmen sollten oder ein anderer Verein bezahlt die Ablösesumme“, meint Marx.

Gemeinde hätte den Verein  finanziell unterstützt

Für die Gemeinschaft im Ort und auch den Zusammenhalt ist die Tatsache, der Vereinsauflösung natürlich ein Drama. „Mit schwerem Herzen muss ich diese Entscheidung aber zur Kenntnis nehmen. Soweit es unsere finanziellen Mitteln zugelassen hätten, wären wir hinter dem Verein gestanden, das war aber nicht das Problem“, sagt Bürgermeister Siegfried Klucsarits.

Völlig betroffen zeigt sich auch Trainer Johannes Jani, der durch die Auflösung seinen „Arbeitgeber“ verliert: „Es war eine wunderschöne Zeit und die möchte ich nicht missen.“ Um seine Zukunft als Fußballtrainer macht er sich aber keine Sorgen. „Ich habe bereits einige Angebote und zudem bin ich auch Nachwuchstrainer in Güssing“, so sein Kommentar.

Neustift und Heiligenkreuz  wagen doch keine Fusion

Auch die Kickers aus Neustift stehen vor einer ungewissen Zukunft – ein zu kleiner Kader zwang den Verein fast in die Knie. Aus einer angedachten Vereinszusammenlegung mit dem künftigen 2. Liga-Klub aus Heiligenkreuz wurde letztendlich aber doch nichts. „Die Bildung einer Spielgemeinschaft wäre zu kurzfristig gewesen. Der Aufwand, um die rechtlichen Themen, wie die Neuformierung des Vorstandes hätte länger gedauert. Wir haben den Neustiftern zwar angeboten, dass die Spieler zu uns kommen können, doch dass wollten sie nicht“, berichtet Heiligenkreuz‘ Obmann Manfred Skerlak.

Weil die Fusion scheiterte, rief auch der Neustifter Vorstand eine Krisensitzung ein. Montagabend gab es dann aber grünes Licht für die kommenden Siason. „Wir haben uns entschieden weiterzumachen. Ein paar Spieler sollen reaktiviert werden und vielleicht kommen Spieler aus Großmürbisch“, meint Kassier Ronald Weidinger. Er merkt aber an: „Bis 30. Juni haben Vereine aber noch Zeit, ihren Spielbetrieb einzustellen, ohne Strafzahlungen an den BFV tätigen zu müssen.“

 

 

 

 

Mit dem Rücken zur Wand. Auch die Spieler des ASV Großmürbisch wissen nicht, wie es weitergeht. Vereine aus der Umgebung werben aber um die Kicker.