Erstellt am 08. August 2012, 00:00

Hohe Strafe für Oberrisser. 2. LIGA SÜD / Eine saftige Strafe musste Grafenschachens Trainer Herbert Oberrisser nach dem Spiel gegen Güttenbach ausfassen: 500 Euro und Funktionsverbot.

Kein Verständnis. Herbert Oberrisser hat für das STRUMA-Urteil kein Verständnis.ARCHIV  |  NOEN
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VON PATRICK BAUER

Zwei Spiele sind absolviert. Noch steht der SC Grafenschachen bei null Punkten – leicht erklärbar mit dem Fehlen einiger Stammkräfte. Zu den gravierenden Ausfällen muss man jetzt auch noch Trainer Herbert Oberrisser vorgeben. Dieser bekam nach dem ersten Spieltag gegen Güttenbach beim 0:4 eine Geldstrafe und ein einmonatiges Funktionsverbot. Der Cheftrainer darf in den nächsten Spielen nicht auf der Betreuerbank Platz nehmen.

Grund für die doch unübliche, weil vor allem hohe, Strafe ist ein Disput zwischen Oberrisser und Schiedsrichter Marcel Gregorits. Nach einem Foul, welches der Schiri nicht mit Gelb ahndete, kam es zum Zwist. „Dieses Urteil ist eine Frechheit. Ich habe nur eine Gelbe Karte gefordert, da ein Spieler aus Güttenbach Hans-Jürgen Wappel von hinten in die Beine gefahren ist. Und es kann nicht sein, dass wir noch mehr Verletzungen beklagen müssen“, sagt Herbert Oberrisser.

Beleidigungen gegenüber dem Schiedsrichter sollen gefallen sein. Dies bestreitet Oberrisser aufs Heftigste: „Es gab weder eine Beleidigung noch sonst etwas. Schiedsrichter Gregorits schreibt Unwahrheiten in seinen Bericht.“ Auch Sektionsleiter Gerald Ringhofer pflichtet seinem Trainer bei: „Was behauptet wird, hat unser Trainer nie gesagt. Auch Spieler des SC Pinkafeld können dies bezeugen.“ Schiedsrichter Marcel Gregorits sagt: „In meinem Bericht steht, dass er Spieler beschimpfte und mich kritisierte.“

Verein und Trainer mit  „zahlreichen Vorstrafen“

Oberrisser ist kein unbekanntes Blatt für den Strafausschuss des BFV. „Grundsätzlich ist es so, dass sowohl der SC Grafenschachen, als auch Herbert Oberrisser zahlreiche Vorstrafen haben“, sagt der Vorsitzende des Strafausschusses STRUMA, Hermann Sagmeister, der weiter anfügt: „Er hat nicht nur die eigenen Spieler beschimpft, sondern laufend Kritik geübt, bis ihn der Schiedsrichter von der Bank verwies. Diese Anordnung wurde aber nicht befolgt und er ist trotzdem auf die Ersatzbank zurückgekehrt, obwohl ihn der Schiedsrichter in der Pause dezidiert darauf hingewiesen hat“. Dabei hat Oberrisser eine andere Version: „Erst in der zweiten Halbzeit ist der Schiri nach zehn Minuten zu mir gekommen und hat gesagt, ‚Sie dürfen nicht mehr auf der Bank sitzen, für sie ist das Match vorbei‘.“ Widerspruch erntet Oberrisser von Schiedsrichter Gregorits: „Es waren sicher keine zehn Minuten. Zu Beginn der zweiten Halbzeit ist er nicht auf der Ersatzbank gesessen, sondern erst eine Minute später gekommen. In der 49. Minute ist dann das 0:3 gefallen und dabei ist mir aufgefallen, dass er wieder auf der Bank sitzt. Ich habe ihn daraufhin gebeten, dass er die Trainerbank verlässt.“

Oberrisser verzichtet auf  Protest gegen das Urteil

Für Oberrisser und den SC Grafenschachen ist dieses Urteil unverständlich. Eigentlich wollte er zurücktreten, aber die Verantwortlichen aus Grafenschachen konnten ihn zum Bleiben überreden. „Ich weiß nicht, welche Aktionen gegen mich laufen“, so Oberrisser, der auf einen Gegenprotest verzichtet: „Ich habe zurzeit andere Sorgen und brauche meine Kraft für die Mannschaft. Ich weiß, dass ich emotional bin, aber ich stehe zu meinen Aussagen und Herr Gregorits soll bei der Wahrheit bleiben. Er braucht mir das Wort nicht im Mund umdrehen.“

Ringhofer abschließend: „Meiner Meinung nach ist dieses Urteil absolut unangemessen. Es wird mit Maßstäben gemessen, die nicht in Ordnung sind. In der Bundesliga gibt es auch ungefähr solche Geldstrafen, aber kein Funktionsverbot. Jetzt sieht es ja so aus, als ob jemand tätlich attackiert worden sei.“