Erstellt am 22. Oktober 2014, 10:23

von Patrick Bauer

Halper nach Salzburg: „Ging sehr schnell“. Der 16-Jährige Oberdorfer Christoph Halper über seinen Wechsel zu Red Bull Salzburg, den berühmten „Schnürlregen“ und Sportchef Ralf Rangnick bei der Besprechung.

Blickrichtung nach vorne. Christoph Halper hat klare Ziele: Bei Red Bull Salzburg will er sich seinen Traum vom Profi-Fußball verwirklichen. Die Bedingungen dafür sind dort natürlich optimal.  |  NOEN, Patrick Bauer

Noch vor einem Jahr kickte Christoph Halper beim ASKÖ Oberdorf und mischte als damals 15-Jähriger die 2. Liga auf. Schon im Winter waren Klubs wie Rapid, die Austria oder Red Bull Salzburg am Flügelspieler interessiert.

Halper entschied sich für den Schritt zum SV Stegersbach in die Regionalliga. Einsätze und Erfahrungen wollte er sammeln, um seinem Ziel – Profifußballer zu werden – näher zu kommen. Einige Male durfte er sich in der Ostliga beweisen.

Oft genug, um abermals ein Angebot aus Salzburg zu bekommen. Im Sommer wagte er den Schritt und ist auf dem besten Weg, sich ins Junioren-Nationalteam zu spielen. Die BVZ sprach mit dem Talent aus Oberdorf.


BVZ: Wie kam der Wechsel zu Red Bull Salzburg zustande?
Christoph Halper: Angefangen hat das Ganze, als mich vor einem halben Jahr eine unbekannte Nummer anrief. Erst habe ich gar nicht abgehoben, aber der Herr hat mir dann auf die Mailbox gesprochen, und meinte, dass er ein Scout von Red Bull Salzburg wäre, mich einige Male in Stegersbach beobachtet hätte und er sich gerne mit mir in Verbindung setzen würde.

Deine Reaktion?
Gemischt. Irgendwann war ich dann so weit, dass ich nach Salzburg fuhr, um mir das einmal anzusehen. Mir wurde dann das neue Leistungszentrum gezeigt – und das war schon beeindruckend.

„So eine Chance bekommt man vielleicht nur einmal“

Fiel die Entscheidung schwer?
Um ehrlich zu sein, habe ich schon lange hin und her überlegt, aber so eine Chance bekommt man vielleicht nur einmal. Bei Red Bull hat das ganze Package gestimmt und auch Ernst Tanner (Anm.: Nachwuchsleiter bei Red Bull und ehemaliger Hoffenheim-Manager) erklärte mir, dass man mich unbedingt wolle. So ging es dann sehr schnell.

Wie sieht der reguläre Tagesablauf aus?
Ich besuche eine Fachschule für Profisportler mit einem Abschluss als Bürokaufmann und Sportadministrator. Man kann die Matura nachmachen, aber es ist vieles auf Profi-Fußball ausgelegt, auch wenn die Verantwortlichen sehr viel Wert auf die schulischen Leistungen legen. Zweimal in der Woche haben wir vormittags Training. Das war schon eine kleine Umstellung für mich. Aber das wird man gewohnt.

Zuvor hast du die HAK in Stegersbach besucht. Welche Unterschiede gibt es da?
Einige, aber der größte ist sicherlich, dass wir derzeit fünf Schüler in der Klasse haben, während es in Stegersbach 30 waren.

„Die Stadt taugt mir, einzig der Regen ist nervig“

Gab es Anpassungsschwierigkeiten an die Stadt oder an den Fußball-Stil?
Fußballerisch habe ich gleich reingefunden. Unsere Spielweise mit aggressivem Pressing taugt mir extrem. Auch die Stadt gefällt mir richtig gut und die Leute sind freundlich. Einzig der Regen ist nervig. Erst dachte ich mir, dass die Leute nur Blödsinn reden, aber es regnet praktisch jeden Tag.

Ist es von Vorteil, dass du dich bei Oberdorf und in Stegersbach schon gegen „Ältere“ durchsetzen musstest, während deine Teamkollegen meist nur gegen Gleichaltrige kickten?
Ja, das hat auch unser Trainer Thomas Letsch sofort bemerkt, dass ich vom Erwachsenenfußball komme und mich voll reinhaue. Technisch ist es anspruchsvoller, wobei ich körperlich und zweikampftechnisch doch Vorteile aufgrund meiner Vergangenheit habe.

Was ist eure Philosophie?
Wir probieren unsere Linie in jedem Spiel durchzuziehen und so zu spielen, wie es die Profis im letzten Jahr vormachten. Natürlich ist das Ergebnis nicht unwichtig, aber in erster Linie wollen wir unser Ding spielen.

„Ralf Rangnick war schon mal beim Essen dabei“

Du kickst in der U18 – was wäre der nächste Schritt?
Für den Jahrgang 1998, zu dem ich auch zähle, ist das erste Jahr eine Art „Einführung“. Die 97er scheinen derzeit schon ab und an im Kader in Liefering auf. Das ist dann das Ziel im nächsten Jahr, wobei es natürlich auch schneller gehen kann. Unser Trainer meinte aber, dass wir jetzt reinschnuppern sollen, um in der nächsten Saison Führungsrollen zu übernehmen. Wir brauchen uns aber keinen Druck und Stress machen, da wir noch lange Zeit haben.

Gab es schon Kontakt mit den „Stars“?
Martin Hinteregger hat mit uns in der Kantine gegessen und auch Ralf Rangnick war schon beim Essen dabei. Da hab ich mich gleich mal geschreckt (lacht). Er hat sich dann aber auch die Ansprache unseres Trainers angehört und war im Stadion. Das ist schon extrem lässig, wenn sich auch die Leute von ganz oben für dich interessieren.