Erstellt am 22. Mai 2013, 00:00

„Jetzt erst recht!“. Protest abgewiesen / Gunners gehen mit 0:2-Rückstand ins erste Heimspiel. Team brennt nach Schiri-Entscheidung auf Revanche.

Beratung nach Schlusspfiff. Headref Christoph Rohacky, Kommissar Erich Kratschmer und Sky-Moderator Gerfried Pröll beim Studium der letzten Spielsekunde.  |  NOEN
Von Michael Pekovics

Mit einem klaren Motto gehen die Redwell Gunners Oberwart ins dritte und vielleicht letzte Play off-Finalspiel der laufenden Basketball-Meisterschaft: „Jetzt erst recht!“ Manager Andreas Leitner: „Wir werden alles daran setzen, das Spiel zu gewinnen. Die Spieler brennen darauf, den Fans einen Heimsieg zu schenken. Das haben sich sowohl unsere tollen Anhänger als auch unsere Mannschaft verdient.“

Der Grund für diese verbissene Entschlossenheit ist leicht zu finden: Weil der vermeintliche Siegestreffer von Darnell Hinson nicht gewertet – weil zu spät geworfen – wurde und sich die Gunners von den Unparteiischen benachteiligt fühlen, sind alle Beteiligten extra motiviert, um die Sensation gegen die favorisierte „Söldner-Truppe“ aus Wien zu schaffen. „Wir haben uns von Spiel zu Spiel gesteigert – und genau um eine Zehntel Sekunde den Sieg verpasst – jetzt geht?s erst richtig los“, ist Leitner kämpferisch und zuversichtlich.

Warum die Gunners gegen die Entscheidung von Schiedsrichter Christoph Rohacky keine Beschwerde eingebracht haben, lässt sich leicht erklären: „Videobeweise sind laut Regulativ im Nachhinein nur bei Disziplinarverstößen zulässig“, sagt Präsident Thomas Linzer. „Was nicht bedeutet, dass aus unserer Sicht alles mit rechten Dingen und regelkonform zugegangen ist.“ Laut Linzer passierte der Fehler beim letzten Korbleger von Stjepan Stazic: „Die Uhr wurde zu spät angehalten, das hätte der Kommissar am Tisch sehen müssen. Die äußeren Rahmenbedingungen dieser Finalserie sind eine Farce.“

Bestätigt wird diese Aussage durch andere unschöne Szenen abseits des Spielfeldes, die mit Basketball eigentlich nichts zu tun haben sollten. Völlig überfordertes Ordnerpersonal, das auch vor körperlicher Gewalt – ein Trommler wurde aus der Halle getragen – und Verbalattacken („Ich schneid dir den Kopf ab“) nicht zurück schreckte, ließ die Emotionen so mancher Gunners-Fans hochkochen. Dass nach der Entscheidung „Korb zählt nicht“ aber Gegenstände auf das Spielfeld flogen, muss auch nicht sein.

Nun darf man gespannt sein, wie die Gunners mit dem Druck, vor eigenem Publikum gewinnen zu müssen, umgehen werden. Das Spiel beginnt um 19.30 Uhr und wird live auf Sky Sport Austria übertragen.